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Altenburg Die Hundertjährige, die sich auf eine Fahrt im Mini-U-Boot freut
Region Altenburg Die Hundertjährige, die sich auf eine Fahrt im Mini-U-Boot freut
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00:35 15.07.2015
Michael Wolf (53) hat Gerda Metze das von ihm bestickte Täschchen mitgebracht. Quelle: Ronny Seifarth
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Erstens, weil man einem Geburtstagskind einen solchen Wunsch nicht abschlägt und zweitens, weil die Jubilarin seine ehemalige Lehrerin und damit natürlich auch nach so langer Zeit noch eine Respektsperson ist. Die Rede ist von Gerda Metze, die gestern 100 Jahre alt wurde.

Und das Stadtoberhaupt hat zur großen Familienfeier im Altenburger Ratskeller nicht nur den obligatorischen Blumenstrauß dabei, sondern auch jenes kleine Täschchen, das er im Nadelarbeitsunterricht bei Gerda Metze einst selbst bestickte. Seine Mutter, der er es schenkte, nutzt es heute noch. "Schauen Sie nur, wie exakt er gearbeitet hat. Das machte nicht jeder Junge", lobt die ehemalige Lehrerin.

Da ist sie sich, obwohl bereits 36 Jahre außer Dienst - treu geblieben. "Frau Metze hat immer mehr mit Lob als Tadel gearbeitet und uns so angespornt", erinnert sich der OB. Für Gerda Metze eine Selbstverständlichkeit. Denn: "Es war mein Traumberuf. Ich habe ihn geliebt. Mein Vater war auch Lehrer und ich habe schon als Kind die Hefte seiner Schüler korrigiert."

Doch erst einmal erlernte die am 12. Juli 1915 im Erzgebirge Geborene den Beruf einer Kindergärtnerin. Als es ihren ebenfalls als Lehrer arbeitenden Mann 1952 nach Altenburg verschlug, sattelte sie - inzwischen schon 36-jährig und Mutter von zwei Kindern - noch einmal um und erfüllte sich mit einem Studium ihren Traum. Die meiste Zeit unterrichtete sie an der Polytechnischen Oberschule "Friedrich Engels", dem heutigen Karolinum. Ob Mathe, Sport, Geografie, Musik oder eben Nadelarbeit - Gerda Metze konnte alles. Kein Wunder, dass man sie mit 60 noch nicht in Rente gehen ließ. Vier Jahre hängte sie dran.

Und auch danach konnte von Ruhestand keine Rede sein. "Unsere Mutter muss immer aktiv sein. Sie treibt Sport, spielt gern Skat und ist sehr viel in den Urlaub gefahren. Sie ist nach wie vor total unternehmungslustig, bei ihr muss immer etwas los sein", erzählt Tochter Sigrid Heyde.

Entsprechend sind gestern die Geburtstagsgeschenke ausgefallen. Sie reichen von Konzertkarten für Stefanie Hertel bis hin zum Tripp in einem Mini-U-Boot. Den hat sie sich ausdrücklich gewünscht, denn eine Fahrt mit einem Heißluftballon sowie einem Zeppelin und sogar einen Gleitschirm-Flug hat sie bereits absolviert. Letzteren im stolzen Alter von 97 Jahren. "Der Heißluftballon war ihr zu wenig Action", lacht die Tochter, die die Geburtstagsfeier mit über 50 Gästen organisiert hat.

Denn die Familie von Gerda Metze ist inzwischen groß. Neben Sohn und Tochter zählen fünf Enkel, sieben Urenkel und mit der zweieinhalbjährigen Lanah sogar schon eine Ururenkelin dazu. Sie halten die Jubilarin, die zwar in der Nähe ihrer Tochter, aber immer noch allein in der eigenen Wohnung lebt, fit. Regelmäßig trifft sie sich beispielsweise mit elf ihrer ehemaligen Kolleginnen. "Mittlerweile sind sie alle Rentnerinnen, aber ich bin die Älteste", lacht Gerda Metze. Die 100 bei guter Gesundheit zu erreichen, sei ein Geschenk, sagt sie. "Ich bin sehr dankbar dafür."

Ellen Paul

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