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"Die Kämpfer sind müde" - Altenburger Stadtrat verzichtet beim Flugplatz auf Kauf-Option

"Die Kämpfer sind müde" - Altenburger Stadtrat verzichtet beim Flugplatz auf Kauf-Option

Einstimmig hat der Stadtrat am Donnerstagabend auf seine Kauf-Option für Flugplatzanteile verzichtet. Damit ist der Weg zur Veräußerung des Platzes durch den Landkreis an einen Investor frei - und das Kapitel Flugplatz für die Stadt Altenburg endgültig abgeschlossen.

Altenburg. Von Günter Neumann

Die Bitte von Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) war eindeutig und drängend: Altenburg solle den Erwerb der Flugplatzanteile nicht weiter vorantreiben, weil sonst der Verkauf des Platzes allein wegen des engen Zeitplanes platzen könnte. Und falls der Verkauf zustande kommt, braucht Altenburg ohnehin keine Anteile mehr an der dann privaten Gesellschaft.

Wie die kurze Debatte deutlich machte, sahen selbst hartnäckige Anhänger einer Altenburger Beteiligung an der Flugplatzgesellschaft angesichts dieser neuen Lage keinen Sinn mehr, weiter für eine Rückkehr der Stadt in die Flugplatzgesellschaft zu kämpfen. Obwohl der Ende 2009 von Oberbürgermeister Michael Wolf mithilfe von SPD- und FDP-Politikern handstreichartig betriebene Ausstieg nach Meinung von Linken und Pro Altenburg rechtswidrig war und ist.

"Ich hätte mir gewünscht, dass es uns allen gemeinsam gelingt, die Infrastruktur Flugplatz in der öffentlichen Hand zu behalten", bekannte Linken-Fraktionsvize Harald Stegmann. Allerdings sei dies durch die Politik der Landesregierung und die Entscheidungen im Stadtwerke-Aufsichtsrat in weite Ferne gerückt. Nun werde sich die Ausrichtung des Flugplatzes ändern, vom Projekt Linienflugverkehr müsse man sich verabschieden.

"Die Kämpfer sind müde geworden und froh, wenn sie sich nicht mehr am Flugplatz reiben müssen", gestand auch Peter Müller, Fraktionschef von Pro Altenburg und einer der hartnäckigsten Flugplatz-Befürworter, ein. Aber er sei "traurig über die Art und Weise", wie es nun zum Verkauf komme. Denn auch er ist überzeugt, dass eine große kommunale Gemeinschaft mit Unterstützung des Landes den Platz hätte halten können. Doch nun gebe es eine neue Situation, man müsse dem Landkreis die Gelegenheit zum Verkauf geben. Deshalb könne er dem Beschlussvorschlag des Oberbürgermeisters mit ruhigem Gewissen zustimmen, sagte Müller.

CDU-Fraktionschef André Neumann sah den monatelangen Streit um Altenburgs Haltung zum Flugplatz als ein unrühmliches Beispiel für die Zusammenarbeit von Stadtrat und OB. Am Ende gebe es "keine Sieger".

Dem mochte zwar niemand direkt widersprechen, doch ein bisschen mehr Recht als die anderen wollten SPD und FDP am Ende doch noch haben. SPD-Fraktionschef Nikolaus Dorsch jedenfalls erinnerte sicher nicht zufällig an die aktuellen Cochstedter Probleme mit Ryanair und die Sorgen der Erfurter mit ihrem unausgelasteten Flugplatz.

Und FDP-Mann Detlef Zschiegner bekräftigte zum wiederholten Mal: "Es war von Anfang an richtig, den Ausstieg aus der Flugplatzgesellschaft zu betreiben." Der Unterhalt eines Flugplatzes sei keine Aufgabe der Stadt, und leisten könne man es sich sowieso nicht: "Fort mit dem Teil. So schnell wie möglich und so günstig wie möglich."

Nur anfangs etwas moderater gab sich Michael Wolf: "Ich bin froh, dass dieses Kapitel heute geschlossen werden kann", sagte der OB und machte auch deutlich, warum: "Ich bin froh, dass wir wieder vernünftig miteinander umgehen im Stadtrat." Doch dann gab's doch noch was mit der Wahlkampf-Kelle: Er sei nicht bereit, kommunales Vermögen zum Fenster hinauszuwerfen, um internationalen Unternehmen den Profit zu maximieren, erklärte der SPD-Politiker seinen Stadträten. "Ich bin stolz darauf, in meinen Ansichten bestätigt worden zu sein."

In der Sache jedenfalls hatte keiner der Volksvertreter eine andere Position, als die vom SPD-Fraktionschef glasklar formulierte: "Es kann keine andere Entscheidung geben, als dieser Vorlage zuzustimmen." Einstimmig verabschiedeten sich die Altenburger Stadträte deshalb vom Flugplatz, der viele Jahre den Namen ihrer Stadt getragen hatte.

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