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Die „Monotonie dieses Yeah, Yeah, Yeah“ erfreut Treben

Altenburger Musikfestival Die „Monotonie dieses Yeah, Yeah, Yeah“ erfreut Treben

Die Macher des Altenburger Musikfestivals haben ihre Definition von Klassik schon seit Jahren neu gedeutet und erweitert. Wenn Udo Jürgens mittlerweile ein Klassiker im Unterhaltungsbereich ist, sind es die Beatles allemal. Ein Konzert mit der jungen Dresdener Band „The Rooftops“ lieferte dafür vorm Trebener Rittergut am Donnerstagabend den Beweis.

Der Name ist Programm – „The Rooftops“ erinnern an das legendäre Dachterrassen-Konzert der Beatles 1969.

Quelle: Mario Jahn

Treben. Die Macher des Altenburger Musikfestivals haben ihre Definition von Klassik schon seit Jahren neu gedeutet und erweitert. Wenn Udo Jürgens mittlerweile ein Klassiker im Unterhaltungsbereich ist, sind es die Beatles allemal. Zugleich wurde der Anspruch, im Programm vorwiegend jungen Künstler ein Podium zu bieten, am Donnerstagabend vorm Rittergut Treben mit dem Konzert einer jungen Dresdener Band trefflich umgesetzt.

Natürlich durfte es nicht eine der unzähligen Beatles-Revival-Kapellen sein, nein, speziell musste es schon werden. Nun also, wo liegen die ganz besonderen Aspekte im künstlerischen Oeuvre der Fab Four? Ganz klar in der heftigen, schmerzvollen und chaotischen Auflösungsepoche der Band ab 1968. Solche Umstände gebären jedoch mitunter große künstlerische Leistungen. U so gipfelt für viele Fans und Sachkundige alles im und um das legendäre Rooftop(Dachterasse)-Concert am 30. Januar 1969 zum Lunch auf dem Dach des Sitzes der Apple-Geschäftsführung in London. Paul McCartney wollte nochmals eine Live-Erfahrung mit der Band organisieren, um so die zerstrittene Horde vielleicht zu einen. „Get Back“ sollte es sein – heraus kam es als „Let It Be“, das letzte veröffentlichte Album.

Fünf junge Musiker der dritten Generation nach den Beatles kommen aus dem sächsischen Dresden. Sie finden die Beatles an sich und vor allem diese letzte Schaffensperiode aufregend und nennen sich folglich „The Rooftops“. Sie spielen die Lieder dieses sagenumwobenen Konzertes nicht so häufig, vielleicht sieben- oder achtmal im Jahr. Ansonsten treiben sie sich musikalisch auf Bierfesten in Radebeul oder zum Dresdner „Hecht-Fest“ oder auf Hochzeitsfeiern durchaus erfolgreich herum.

Erstaunt ob der Festival-Einladung und auch ein wenig verlegen bestiegen sie die kleine Bühne am Trebener Rittergut. Tolles Intro für über 400 Gäste, unter anderem mit den legendären Worten unter anderem mit den legendären Worten Walter Ulbrichts zur „Monotonie dieses Yeah, Yeah, Yeah“. Schon ging es ab mit „Back in the USSR“ und dem Versprechen, auch manch unbekannten Song zu spielen. Die Band um Stefan Obenaus (voc, git), Jens Grunert (git, voc) Markus Thomas (voc, keyb, perc), Henry Sachse (bass) sowie Martin Zschoche (dr) versuchten es nicht nur, nein, sie spielten tatsächlich stilecht die legendären Songs und brachten mit ihrer sächsischen Unbekümmertheit und Freundlichkeit nach einiger Zeit das immer noch sitzende Publikum nach und nach zumindest zum Köcheln – für Altenburger Festival-Verhältnisse am Schluss gar zum Kochen.

Im ersten Teil waren es Hits wie „Get Back“, „Day Tripper“ oder das unverwüstliche „Don’t Let Me Down“ sowie die leisen und eindringlichen „Blackbird“ oder „Norwegian Wood“, die starken Beifall provozierten. Mit dem Verweis auf die guten Altenburger Weine bat man zur Pause. Und dann folgten sie alle: von „Here Comes The Sun“ über „Something“ und „Lady Madonna“, „Let It Be“ bis zum großartig interpretierten „I Am The Walrus“.

Jens Grunert meinte nach dem Konzert, das er schon viele Jahre daran übe, diesen Gitarrensound so gründerzeitmäßig hinzubekommen, und auch Trommler Martin Zschoche brauchte einige Zeit um herauszufinden, dass es Mutters Küchentücher auf den Tomtoms und der kleinen Trommel sein müssen, um den typischen Ringo-Starr-Sound hinzubekommen. Das Ergebnis der Feldversuche ist mehr als passabel. Wunderbar der selten gehörte George-Harrison-Song „All Things Must Pass“, auch in Erinnerung an den jahrelangen fünften Beatle, den legendären Pianisten und Organisten Billy Preston. Das Ende mit „Revolution“ und dem Zehn-Minüter „Hey Jude“. Die Feuerzeuge und Handys leuchteten.

Ein Konzert der Extraklasse, das komischerweise das Publikum noch immer auf seinen Bänken verweilen ließ. Das ergriff Reiner Kotthoff – ein langjähriger begeisterter Festival-Gast aus Fockendorf – die Initiative. Er forderte zur Ehrerbietung und Anerkennung der Leistung der „Rooftops“ alle Gäste nachdrücklich auf, nun endlich aufzustehen. Und siehe, alle, alle folgten und tanzten im Takt dieser wunderbaren, über 50 Jahre alten, neuen klassischen Musik.

So etwas geht eben nur in Treben. Und das seit vielen Jahren in dieser immer wieder angenehmen Atmosphäre. Und die Band hatte Recht: Der Roséwein passte zum Abend. Tatsache.

Von Stefan Müller

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