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Die Musik ist sein Leben

Die Musik ist sein Leben

Er gehört ohne Zweifel zu den markanten Persönlichkeiten im Musikleben der Stadt Altenburg: Ewald Dreßler. Und man kann es kaum glauben, dass dieser nach wie vor vitale Klavierpädagoge und Pianist inzwischen 80 Jahre alt geworden ist.

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Ewald Dreßler am Flügel in seiner Wohnung.

Quelle: Jens Paul Taubert

Als ich diese Zeilen, diese kleine Laudatio über ihn zu Papier brachte, erinnerte ich mich sehr lebhaft an unsere erste Begegnung. Er war stellvertretender Direktor der Altenburger Musikschule und ich befand mich noch im letzten Studienjahr an der Musikhochschule "Franz Liszt" in Weimar kurz vor dem Staatsexamen auf der Suche nach einer Anstellung.

 

Die Musikschule hatte mich zum Bewerbungsgespräch eingeladen, und neben dem damaligen Direktor Siegfried Fischer saßen noch Joseph Greger und eben auch Ewald Dreßler. Wir beide kamen recht schnell und intensiv ins Fachgespräch, bei dem natürlich das Klavier im Mittelpunkt stand. Denn Ewald Dreßler hatte ebenfalls seinerzeit in Weimar studiert und pflegte noch intensive Kontakte zu den beiden Grand-Damen des Klavierspiels, die beide als Professorinnen an der Weimarer Hochschule unterrichteten: Juliane Lerche und Ingeborg Herkomer. Während Siegfried Fischer von Amts wegen das Gespräch sehr sachlich führte, spürte ich bei Ewald Dreßler, dass wir uns auf gleicher Wellenlänge befanden.

 

Tatsächlich erhielt ich dann diese Stelle und trat im September 1971 meinen Dienst in Altenburg an. Da gab es eine Wohnung einzurichten. Hier standen mir sowohl Helga als auch Ewald hilfreich zur Seite. Natürlich berichtete Ewald bei unseren ersten Begegnungen voller Stolz von seinem 1970 ins Leben gerufenen Altenburger Klavierseminar. Das sollte über 40 Jahre hinweg sein Markenzeichen sein. Mit großem persönlichen Einsatz und Engagement betrieb er diese sehr erfolgreiche Akademie. Alljährlich rückte dadurch die Klavierkunst in den Blickpunkt des Altenburger Musiklebens. Namhafte Klavierprofessoren aus der gesamten DDR kamen in unsere Stadt, um die Klavierpädagogen und später auch Studenten zu unterrichten und natürlich selbst zu konzertieren. Diese Woche des Klavierseminars war ein Mekka für die Pianisten, die alljährlich im Februar nach Altenburg pilgerten.

 

Im alltäglichen Musikschulbetrieb war Ewald Dreßler immer ein sehr aufgeschlossener und angenehmer Kollege. Man konnte sich auf seinen pädagogischen Rat verlassen und fand immer ein offenes Ohr für eigene Probleme mit nicht sehr motivierten Schülern, schulischen oder pianistischen Problemen. Gerne erinnere ich mich auch an seine eigenen solistischen Auftritte am Klavier, sei es im Bachsaal des Residenzschlosses oder im Landestheater. Über 100 Mal hat er den anspruchsvollen Solopart in der Chorfantasie op. 80 von Ludwig van Beethoven in Konzerten gespielt. Dieses Werk war ihm offenbar besonders ans Herz gewachsen. Sehr oft konnte man ihn auch in Kammermusiken zusammen mit Christian und Helmut Löwe sowie seiner Frau Helga erleben.

 

Kammermusik stand so auch im Mittelpunkt des Jubiläumskonzertes, das seine Familie eigens für ihn als besondere Überraschung organisiert hatte und das am vergangenen Sonntag im Kammermusiksaal der Altenburger Musikschule stattfand. Seine beiden Söhne Ekkehard und Markus, seine Schwiegertochter Marion sowie die drei Enkel Carmen, Isolde und Julian, allesamt höchst motivierte Musiker, vereinten sich in diesem exquisiten Konzert und boten Musik vom Feinsten.

 

Unser Autor Felix Friedrich ist seit vielen Jahren Schlossorganist in Altenburg.

Felix Friedrich

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