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Altenburg Die Qual der Wahl - Mehr Ausbildungsplätze als Bewerber: Arbeitsagentur legt Ausbildungsbilanz vor
Region Altenburg Die Qual der Wahl - Mehr Ausbildungsplätze als Bewerber: Arbeitsagentur legt Ausbildungsbilanz vor
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21:19 05.11.2012

"Rein rechnerisch konnten die Jugendlichen im zurückliegenden Beratungsjahr unter 1,5 freien Stellen wählen", so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Altenburg-Gera, Ulrich Gawellek. Daher blieben mehr Plätze unbesetzt. Die Agentur sieht darin eine Auswirkung des demografischen Wandels. Der Rückgang der Zahl der Schulabgänger habe inzwischen aber seinen Tiefpunkt erreicht. Die Zahlen werden sich in den nächsten Jahren nicht mehr wesentlich verändern, so Gawellek. Aus den Unternehmen scheiden jedoch altersbedingt immer mehr Menschen aus, sodass der Bedarf der Firmen an Nachwuchskräften dennoch weiter steigen wird.

Allerdings stellt die Mehrzahl der Betriebe nach wie vor hohe Anforderungen an den Nachwuchs, damit sie im Wettbewerb bestehen können. Und die Jugendlichen sind ihrerseits nicht bereit, eine Ausbildung zu beginnen, die sie nicht möchten. Die deutlich bessere Lage auf dem Ausbildungsmarkt verstärke diesen Trend, heißt es in einer Pressemitteilung. So kommt es, dass trotz des Angebots den derzeit 163 unbesetzten Ausbildungsstellen noch immer 66 unversorgte Bewerber gegenüberstehen.

Insgesamt meldeten sich in der Agentur für Arbeit Altenburg-Gera 1783 Bewerber und damit 50 mehr als im Zeitraum 2010/2011. Im Altenburger Land bekamen 387 junge Leute eine Lehrstelle, neun sind bislang noch unversorgt. Wählen konnten sie aus immerhin 540 Stellenangeboten, 23 mehr als im Jahr zuvor.

Die meisten der eine Ausbildung im Kreis Suchenden waren im Alter zwischen 16 und 20 Jahren - insgesamt 271 junge Leute. Ein Großteil der angehenden Lehrlinge kann einen Realschulabschluss vorweisen (225). 63 haben einen Hauptschulabschluss, und die allgemeine Hochschulreife erlangten 67 Mädchen und Jungen. Nur vier haben keinerlei Abschluss.

Bei ihren Berufswünschen orientierten sich die Jugendlichen verstärkt an den Entwicklungen des Arbeits- und Ausbildungsmarktes. Dabei konzentrieren sich 31,5 Prozent aller Bewerberwünsche auf zehn Ausbildungsberufe.

Unter den am häufigsten angebotenen Ausbildungsstellen sind sieben Berufe, die auch von den Jugendlichen am stärksten nachgefragt sind. Laut Arbeitsagentur könne man immer noch beobachten, dass geschlechtertypische Berufsbilder die Ausbildungswünsche der Jugendlichen dominieren. So überwiegen bei den Jungen die technischen und handwerklichen Berufe, Mädchen favorisieren vor allem den Büro- und Verkaufsbereich, sowie medizinische Berufe. Im Landkreis kamen mit 117 Auszubildenden die meisten jungen Leute im produzierenden Gewerbe unter. Insgesamt 83 wollten im Bereich der Unternehmensorganisation, Buchhaltung und Verwaltung einsteigen und 65 junge Menschen lernen jetzt im kaufmännischen Bereich. Ebenfalls recht stark vertreten sind Ausbildungen im Verkauf (40), im Bereich Gesundheit und Soziales (37) sowie Stellen in Büro oder Sekretariat, mit 32 Ausbildungsplätzen.

Die derzeit noch offenen Stellen konzentrieren sich auf die Bereiche Gastronomie, Metall, Land- und Tierwirtschaft sowie Handel und den Dienstleistungssektor. Die Agentur für Arbeit setzt, gemeinsam mit den Kammern und Verbänden, ihre Vermittlungsbemühungen noch bis Jahresende fort, heißt es. "Allen jungen Leuten, die das möchten, kann ein Angebot unterbreitet werden, auch wenn der Wunschberuf sich nicht immer realisieren lässt", so Ullrich Gawellek. Auch Unternehmen, die noch einen Lehrling suchen, wird die Nutzung der Vermittlungsdienst der Arbeitsagentur empfohlen.

jw/ft

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