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Die Spur verliert sich in Altenburg

Die Spur verliert sich in Altenburg

Seit dem 7. April wird in Lobstädt bei Borna (Kreis Leipzig) der Familienvater und zweifache Opa Andreas Röhr vermisst. Der 48-Jährige muss in aller Frühe aufgestanden sein, hat vorsorglich den Handywecker seiner Frau ausgestellt, um ungestört zu sein, und im Computer schnell ein paar E-Mails gelöscht.

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In Altenburg verliert sich die Spur von Andreas Röhr.

Quelle: Privat

Lobstädt/Altenburg. Dann schlüpfte er in seine Jeans und das karierte Holzfällerhemd, zog die hellgrüne Windjacke darüber - und verschwand sang- und klanglos. Das Portemonnaie mit der EC-Karte hat der gelernte Eisenbahner mitgenommen, den Wohnungsschlüssel zurückgelassen. Eine Freundin der Familie sah ihn noch am 7. April auf dem Altenburger Marktplatz, aber seitdem verliert sich jede Spur des Mannes. Am Mittwoch wandte sich die Polizei an die Öffentlichkeit und bat um Hilfe bei der Suche des Vermissten. Was der in Altenburg wollte, sei bislang nicht bekannt. Es gebe keine Hinweise, welches Ziel Andreas Röhr hat, und es sei nicht auszuschließen, dass er sich aufgrund privater Probleme etwas antun könnte, so die Polizei.

 

Der 48-Jährige ist etwa 1,65 Meter groß, spricht sächsischen Dialekt und stottert. Er hat eine kräftige Gestalt und trägt laut Polizei einen Vollbart. Sein braunes Haar ist kurz und wellig. Den Angaben zufolge läuft der Vermisste leicht schief. Hinweise nimmt das Polizeirevier in Borna (Tel. 03433 2440) entgegen.

 

Am Abend zuvor, dem Ostermontag, hatte die Familie Besuch. "Da war alles noch ganz normal", sagt die Ehefrau. Ihre Enkelin blieb über Nacht und bemerkte am Morgen als Erste, dass ihr Opa weg ist. Manuela Röhr dachte zunächst, dass ihr Mann kurzfristig auf Arbeit gerufen wurde - er arbeitet stundenweise für einen Hausmeisterdienst in Borna - doch seine Arbeitssachen lagen unberührt in der Wohnung. Ein beklemmendes Gefühl stieg in ihr auf. Sein Handy hat der Familienvater ausgestellt.

 

Manuela Röhr ist völlig verzweifelt. Die schwerbehinderte Frau kann sich das Verhalten ihres Mannes nicht erklären, in Gedanken geht sie immer wieder die Osterfeiertage und ihre letzten Gespräche durch. "Die ganze Familie ist geschockt. Wir wissen einfach nicht, woran wir sind." Es gibt keinen Abschiedsbrief, keine Andeutungen oder Streitereien im Vorfeld. Seine Eltern sind verstorben, Geschwister hat der gebürtige Grimmaer keine, und alle Freunde sind bereits abtelefoniert. Seit er weg ist, hat die Mutter von drei erwachsenen Kindern kaum ein Auge zugetan. Stundenlang sucht die 42-Jährige im Internet nach einer Spur ihres Mannes, hat Bekannte und Arbeitskollegen angeschrieben, im Krankenhaus nachgefragt, eine Vermisstenanzeige aufgegeben - doch niemand hat etwas von dem 48-Jährigen gesehen oder gehört. "Es ist und bleibt ein Rätsel", sagt die Frau in Tränen aufgelöst. Sie glaubt an eine Kurzschlusshandlung ihres Mannes, dass er möglicherweise mit ihrer Pflege, dem Haushalt und Alltag überfordert war. Ihr jüngster Sohn (19) vermutet aber, dass er es von langer Hand geplant hat. Am 17. Mai feiert das Paar Silberhochzeit, "er hat sich so darauf gefreut", erzählt Manuela Röhr. Sie hätten trotz vieler Höhen und Tiefen eine gute Ehe geführt.

Kathrin Haase

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