Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Die Wanne ist voll – doch 3500 Euro wurden versenkt
Region Altenburg Die Wanne ist voll – doch 3500 Euro wurden versenkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 31.03.2016
Genügend Wasser im Teich – auch die Enten können in die neue Saison starten. Quelle: Foto: Mario Jahn
Anzeige
Altenburg

„Die Wanne ist voll – uhuhuh!“ So zumindest würden Helga Feddersen und Dieter Hallervorden jubilieren. Nun, die Altenburger sind es vermutlich nicht ganz so euphorisch angegangen, aber gefreut haben sie sich schon. Denn seit wenigen Tagen sind der Große und der Kleine Teich wieder voll – mit ausreichend Wasser.

In den Wintermonaten hatten beide einen niedrigeren Wasserstand, vor allem der Kleine Teich glich – sehr zum Verdruss vieler Skatstädter – eher einem verdreckten Tümpel. So aber war pünktlich zum österlichen Saisonbeginn alles wieder in Ordnung, sind auch die beliebten Bootstouren vom Inselzoo aus wieder möglich.

Dabei wäre der Saisonstart beinahe im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser gefallen. Denn Anfang März hatte der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg (Waba) mit einer Baumaßnahme am sogenannten Überlaufbauwerk begonnen. Tonnenschwere, mit Sand gefüllte sogenannte Bigbags waren ins Wasser gehievt worden, damit selbiges einige Tage von der im Jahr 1998 fertiggestellten Staumauer ferngehalten wird – eine spektakuläre Aktion (die OVZ berichtete). Die Barriere wurde benötigt, damit Bauarbeiter samt Gerätschaften mehr oder weniger trockenen Fußes an dem Überlauf arbeiten können, um die Durchlassfähigkeit bei Hochwasser zu erhöhen.

Doch ein Bauarbeiter ward dort nie gesehen. Im Gegenteil, nur zwei Tage später wurden die Bigbags wieder herausgeholt und der Teich gefüllt.

Was sehr nach Schildbürgerstreich aussieht, hat der Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auf OVZ-Anfrage als notwendiges Übel bezeichnet, um die Saisoneröffnung nicht in Gefahr zu bringen. Was war konkret war passiert?

Momentan verläuft der Abfluss in einem rechten Winkel, außerdem ist parallel zur Staumauer ein Schieber installiert, der sich in die Leitung hinein öffnet. „Wir können den Teich derzeit nur sehr träge ablassen, was bei Hochwasser ein ziemliches Problem darstellt. Deshalb sollte eine Bohrung gemacht werden, die Wasser auf geradem Weg und damit deutlich schneller abfließen lässt“, erläutert Wolf.

Dafür habe die Waba ein Projekt erarbeiten lassen, das aber auf Grund seines „utopischen Preises“ für die Stadt nicht realisierbar war. Es wurde im Baudezernat eine eigene Lösung kreiert, die gerade mal mit 12 000 Euro zu Buche schlägt. „Alles war eigentlich schon in Sack und Tüten, als die Waba wegen einer geringfügigen Abweichung einen Baustopp verhängte und einen neuerlichen statistischen Nachweis einforderte. Dann wäre die gesamte Maßnahme aber zeitlich einfach nicht mehr zu bewerkstelligen gewesen“, sagt Wolf. „Ich persönlich halte das für überzogen, kann es aber nicht ändern.“ Daraufhin kam aus dem Rathaus die Anweisung zum Abbruch. Nach dem Abfischen im Herbst soll ein neuer Anlauf am Überlauf genommen werden.

Die bis dato von einer Firma unter dem Motto „Säcke rein – Säcke raus“ erbrachten Leistungen müssen allerdings trotzdem bezahlt werden. In Anbetracht der Tatsache, dass durch das eigene Projekt sehr viel Geld gespart werden könne, hält der Rathauschef die in den Sand gesetzten – oder besser ins Wasser geschmissenen – 3500 Euro aber für verschmerzbar.

Nun also ist die Wanne, pardon, sind die Teiche wieder voll! Und der kleine ist vor dem Fluten sogar von Reifen, Verkehrszeichen und anderem Unrat befreit worden.

Von Ellen Paul

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Krankenstand der bei der AOK versicherten Beschäftigten lag im vorigen Jahr im Altenburger Land bei 5,5 Prozent. Das ist ein Anstieg zum Vorjahr. Am meisten blieben die Menschen wegen Muskel- und Skeletterkrankungen zu Hause, gefolgt von Atemwegserkrankungen. Psychische Probleme machen mittlerweile 9,1 Prozent der Ausfalltage aus.

30.03.2016

Den Zustand des Platzes, auf dem vor wenigen Tagen der Circus Afrika in Altenburg sein Chapiteau aufbaute, kritisierte unser Leser Rolf Pester aus Lossen. „Wenn die Stadt den Platz an den Zirkus vermietet, kann man doch verlangen, dass sie Kies hinschüttet“, meinte er.

04.04.2016

Die Berufsfeuerwehr in Altenburg hat drei neue Mitglieder: Die angehenden Brandmeister Christian Schäfer, Jens Schuseil und Michél Zirm erhielten ihre Prüfungszeugnisse. Ausbildungsleiter René Riedl freute sich über die leistungsstarken Nachwuchskräfte.

30.03.2016
Anzeige