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Die beste Lösung für Altenburg - noch mit Fragezeichen

Die beste Lösung für Altenburg - noch mit Fragezeichen

Die Behandlung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher im Altenburger Land könnte sich schon in absehbarer Zeit entscheidend verbessern. Anlass für diese Hoffnung ist ein Genehmigungsbescheid für den Bau einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, den Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) gestern überbrachte.

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Sozialministerin Heike Taubert auf dem geplanten Standort für die neue Tagesklinik mit Altenburgs OB Michael Wolf, Klinik-Verwaltungsdirektor Frank Böhning, Chefarzt Michael Swiridoff und SPD-Landratskandidatin Bettina Feller (v.l.).

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Mit dem auf drei Millionen Euro veranschlagten Neubau gleich an der bereits vorhandenen psychiatrischen Klinik für Erwachsene an der Zeitzer Straße in Altenburg angrenzend könnte eine Versorgungslücke geschlossen werden. Denn im Landkreis gibt es weder niedergelassene Fachärzte in diesem Bereich noch wohnortnahe stationäre oder teilstationäre Behandlungsmöglichkeiten. Bislang müssen junge Patienten Einrichtungen in Leipzig oder Stadtroda aufsuchen. Dies birgt Nachteile und Risiken in sich. Fachleute registrieren bei langen und regelmäßigen Fahrten einen Abbruch der Therapie und auch eine fehlende Einbindung in die Schule oder andere wichtige soziale Einrichtungen. Mitunter erfolgte die Behandlung erst verspätet und eine Nachsorge vor Ort ist kaum möglich.

Mit der neuen Klinik könnte sich dies entscheidend verbessern. Der Bau mit einer Fläche von 750 Quadratmetern erfolgt durch die evangelische Lukas-Stiftung Altenburg. Diese hat dafür bereits ein 12 000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Vorgesehen ist eine Tagesklinik mit zwölf teilstationären Plätzen für sechs- bis 16-jährige Patienten und rund 13 Ärzte und Pfleger. Für die Behandlung ist eine Kooperation mit der Uni-Klinik Jena vorgesehen.

Im Idealfall könnte schon in einem Jahr Einzug gefeiert werden, wie gestern bekannt wurde. Doch hinter dem Idealfall steht noch ein Fragezeichen. Denn der überbrachte Genehmigungsbescheid ist nicht rechtskräftig. Und es gibt einen Mitbewerber. Den Informationen der OVZ zufolge handelt es sich um den Klinikverbund Asklepios, der ebenso in der Skatstadt eine solche Kinder- und Jugendklinik plant. Asklepios kann innerhalb von vier Wochen Einspruch gegen den Zuschlag an die Lukas-Stiftung einlegen. Schlimmstenfalls droht danach ein jahrelanger Rechtsstreit.

Komme es zu einem solchen Einspruch, "müssen wir eine Entscheidung treffen", sagte gestern Sozialministerin Taubert der OVZ. Wie diese aussehe, sei noch nicht bekannt. Möglich ist ein sogenannter Sofortvollzug, auf den gestern auch ein Vertreter der Lukas-Stiftung drängte, die über die Horizonte GmbH auch die Erwachsenen-Klinik für Psychiatrie in Altenburg betreibt.

Der Mitbewerber sei ebenso angehört worden, sagte die Ministerin. Letztendlich habe man sich jedoch für den Standort an der Zeitzer Straße entschieden. "Für Altenburg ist es die beste und sachgerechteste Lösung", sagte Taubert. Mit ihrem gestrigen Besuch in der Skatstadt wolle sie dies auch unterstreichen.

Das hörte auch Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) gern, der den Standort auch wegen seiner Nähe zur Erwachsenen-Psychiatrie als ideal hervorhob. Mit dem Verkauf des Geländes an die Lukas-Stiftung habe sich die Stadt dazu bekannt und auch die nötigen Voraussetzungen geschaffen.

Jens Rosenkranz

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