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Die jüngste und erste Chefin einer Feuerwehr im Landkreis

Die jüngste und erste Chefin einer Feuerwehr im Landkreis

Anne Schaller ist für zehn Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Ehrenhain ausgezeichnet worden. Das ist erst einmal nicht so spektakulär. Jedoch schon eher, dass die 25-Jährige davon bereits vier Jahre Wehrleiterin in Ehrenhain ist.

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Die Feuerwehr ist Anne Schallers Hobby, aber nicht das einzige.

Quelle: Mario Jahn

Als sie 2011 zur Chefin der Brandschützer in dem Nobitzer Ortsteil gewählt wurde, war sie die erste Frau im Kreis an der Spitze einer Wehr. Und das mit gerade einmal 22 Jahren. Inzwischen gibt es nur noch in Altenburg eine Frau, die eine Feuerwehr anführt.

 

"Als mein Vorgänger aus Altersgründen aufhörte, habe ich mir einfach gesagt: Ich stelle mich mal", erzählt sie und lächelt. Wirklich erwartet, dass sie von den Kameraden gewählt wird, habe sie nicht. Erstens weil sie eben noch ziemlich jung war und zweitens weil es einen Gegenkandidaten gab. Doch es lief anders und sie gewann die Abstimmung. Der aufgeweckten Tochter des Vorsitzenden des Feuerwehrvereins trauten die Männer offensichtlich zu, eine gute Chefin zu sein. Vielleicht auch weil die gesamte Wehr vom Durchschnittsalter her eine der jüngsten im Kreis ist. "Unser ältester Kamerad ist erst Mitte 40", so die Wehrleiterin.

 

Seit sie mit 16 Jahren von der Jugendabteilung in die Ehrenhainer Feuerwehr wechselte, ist Anne Schaller die einzige Frau in der aktiven Truppe. Probleme habe sie nie gehabt, die Männer respektieren sie - erst als Kameraden und später als Chefin. "Aber diesen Respekt muss man sich natürlich durch Wissen und Können verdienen", meint die junge Frau. Sie sei eben feuerwehrbegeistert, sie sitze oft und gern zu Haus und bilde sich weiter. Am Ende wisse sie so immer einen Ticken besser Bescheid als die anderen. "Aber es ist egal, ob Mann oder Frau, entscheidend ist vielmehr der Mensch und wie er zu der jeweiligen Sache steht", findet Anne Schaller. Man müsse mit Herzblut dabei sein und beispielsweise als Wehrleiterin 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehen, egal zu welcher Uhrzeit das Telefon klingelt. Natürlich wird von einem Feuerwehrchef auch ein gewisser Ausbildungsstand gefordert. Selbstredend, dass Anne Schaller all diese Lehrgänge besucht hat. Sie ist Truppfrau, Truppführerin, Gruppenführer und die Anmeldung zur Ausbildung "Leiter Feuerwehr" hat sie vor wenigen Tagen abgeschickt. Und am Maschinisten-Lehrgang will sie auch noch unbedingt teilnehmen.

 

Doch lernen ist nur ein Teil, als Wehrleiterin hat sie in erster Linie die Aufgabe, die Feuerwehr zu organisieren. Sie muss die Brand- und Sicherheitswachen absichern, sie muss darauf achten, dass die Atemschutzgeräteträger an den vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchungen teilnehmen und sie ist für die jährlichen Übungen verantwortlich. Dazu kommen zahlreiche Ausbildungsstunden für die Kameraden, die sie meist selbst hält.

 

Und weil das alles noch nicht reicht, hilft sie nebenbei bei der Jugendwehr in Lehndorf, den Feuerwehrnachwuchs fitzu machen. Außerdem sie ist Mitglied in der Feuerwehrsport-Mannschaft der Burkersdorfer. Beruflich jedoch möchte Anne Schaller nicht zu den Floriansjüngern wechseln. "Dafür liebe ich meinen Job viel zu sehr", sagt die Ergotherapeutin, die in der Behindertenhilfe in Schmölln tätig ist. Feuerwehr sei für sie nur eine Freizeitbeschäftigung.

 

Aber nicht die einzige. "Ich habe auch noch ein richtiges Mädchenhobby, ich reite", erzählt sie lachend. Darüber hinaus organisiert sie als Mitglied im Rock- und Folk-Verein unter anderem das Ehrenhainer Sommerkino mit. Und wenn sie dann noch Zeit hat, genießt sie es, sonntags einfach nur auf dem Sofa zu liegen. "Natürlich, solche Wochenenden gibt es", bestätigt Anne Schaller, die bis zur Kommunalwahl auch im Gemeinderat saß.

Jörg Reuter

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