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Altenburg Diebstahl aus Windpark Thonhausen: Junkie bekommt ein Jahr Haftnachschlag
Region Altenburg Diebstahl aus Windpark Thonhausen: Junkie bekommt ein Jahr Haftnachschlag
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18:15 16.10.2017
Das Amtsgericht Altenburg hat einen 38-Jährigen wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Während Staatsanwalt Klaus Schurwanz die Anklage verlas, schüttelte Carsten J. immer wieder mit dem Kopf. Einen Kilometer Kabel im Wert von 3800 Euro soll der 38-Jährige im Sommer vorigen Jahres von der Baustelle des Windparks in Thonhausen gestohlen haben. Zudem soll er dort in ein Trafohaus eingebrochen sein und daraus Kupferplatten und andere Dinge entwendet haben. Gesamtschaden: 15 000 Euro. Zudem warf ihm Schurwanz vor, im September 2016 in ein Haus in Gößnitz eingebrochen zu sein und dem Besitzer Technik, Werkzeuge und ein Auto abgenommen zu haben.

„Das war ich nicht“, erklärte der Angeklagte zur Verhandlung am Amtsgericht Altenburg. „Mehr kann ich dazu auch nicht sagen.“ Das überlegte sich Carsten J. aber noch einmal, nachdem ihm Richter Alexander Reichenbach ins Gewissen geredet hatte: „Die Beweislage ist keine ganz schlechte, weil DNA-Spuren von ihnen gefunden wurden.“ Und ergänzte: „Wie es zur Verurteilung kommt, macht einen Unterschied für das Strafmaß.“ So gestand der gebürtige Köthener einen Teil der Vorwürfe und bekam dafür ein Jahr Haftnachschlag. Denn er sitzt bereits wegen Drogendelikten und Diebstahls, Fahren ohne Führerschein und Urkundenfälschung.

Glaubwürdig gestand der Angeklagte, Anfang August 2016 mit einem Komplizen ein paar hundert Meter Kabel und vier bis fünf Kupferplatten im Gesamtwert von 2000 bis 3000 Euro in sein Auto geladen zu haben. „Ich wollte sie für Drogen verkaufen“, begründete J. das krumme Ding, das unter dem Duo hälftig aufgeteilt werden sollte. „Ich habe zu der Zeit Crystal konsumiert, bin abhängig.“ Der Junkie, der schon Heroin und Kokain konsumierte, wollte aber weder gewusst haben, dass die Sachen gestohlen waren, noch Einbrüche begangen haben. Das Auto habe er sich nur geliehen, so J. „Im Haus war ich nicht drin.“ Den Namen seines Komplizen, der weglief, als die Polizei kam, blieb er aber schuldig.

Da das Schöffengericht dem 38-Jährigen den Einbruch in Gößnitz ebenso wenig nachweisen konnte wie den in das Trafohaus, blieb es bei einem Jahr Freiheitsstrafe. „Der Schaden ist deutlich geringer als in der Anklage geschildert“, begründete Richter Reichenbach das Urteil. Zudem sei unklar, ob die Tür der Trafostation bei dieser Tat geöffnet wurde und – selbst wenn – ob der Angeklagte davon gewusst habe. Denn es sei auch möglich, dass der Komplize oder jemand anderes bereits vorher eingebrochen sei.

Reichenbach aber sah gewerbsmäßigen Diebstahl, weil sich J. damit monatelang eine Einnahmequelle geschaffen habe. „Aber Sie sind therapiewillig, zeigen Einsicht und tragen familiäre Verantwortung“, so der Richter. „Das unterscheidet Sie von anderen Straftätern.“ Über Bewährung brauche man jedoch nicht zu reden. Weder Schurwanz, der für ein Jahr und zwei Monate plädiert hatte, noch Verteidiger Karl-Larsen Suttner hatten diese in Betracht gezogen. Letzterer wollte nur „eine deutliche Sanktion“, legte dann aber Berufung ein. Deshalb ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Von Thomas Haegeler

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