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?Dieses Theater ist eine Perle für die Region?

?Dieses Theater ist eine Perle für die Region?

Er ist der Dirigent des nächsten Konzertes des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera und damit der nächste Bewerber um die seit fast zwei Jahren vakante Stelle des Generalmusikdirektors - Christopher Ward.

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Foto Agentur

Quelle: Autor unbekannt

OVZ sprach mit dem 33-jährigen britischen Dirigenten über Musik, Kulturpolitik und die Erfahrung des Ortswechsels.

 

Mit welchen Erwartungen kommen Sie zum Konzert nach Altenburg und Gera?

 

Christopher Ward: Meiner Erfahrung nach sollte man Erwartungen am besten vermeiden. Mir ist es lieber, mit dem Vertrauen an die Arbeit heranzugehen, dass wir alle unser Bestes leisten werden.

 

Was verbinden Sie mit Ostthüringen?

 

Das ist eine Region mit einer langen Geschichte, geprägt von fürstlichen Residenzen und ein wichtiger Teil vom grünen Herzen Deutschlands.

 

Das Programm Ihres Konzertes ist "Apotheose des Tanzes" überschrieben. Sind Sie selbst ein Ballettfreund?

 

Während ich selbst nicht gern tanze oder nicht gut tanzen kann, besuche ich Ballettvorstellungen immer mit Bewunderung und Begeisterung.

 

Es erklingen Werke von Lully, Händel, Neruda und Beethoven - was verbinden Sie mit diesen Stücken?

 

In diesem Programm geht es für mich nicht nur um den Tanz, sondern um das Individuum, um die Gesellschaft, um Leben und Freiheit. Der Solist dieses Konzertes ist der gefragte Trompeter Gábor Boldoczki.

 

Sind Sie sich schon zuvor begegnet?

 

Es ist unsere erste Begegnung. Ich freue mich sehr, Herrn Boldoczki kennenzulernen und mit ihm musizieren zu dürfen.

 

Bleibt neben den beiden Konzerten Zeit, die Region kennenzulernen? 

 

Meine Neugier zwingt mich immer dazu, eine unbekannte Region so gut wie möglich zu entdecken. Schon am ersten Tag war ich in Gera unterwegs und habe eine Stadtrundfahrt mit den Straßenbahnen unternommen, um einen besseren Eindruck von der Stadt zu gewinnen.

 

Sie sind in London geboren, haben in Ihrer Heimat, in Schottland und in der Schweiz gearbeitet und sind gegenwärtig erster Kapellmeister an der Bayerischen Staatsoper München. Wo fühlen Sie sich zu Hause?

 

Eine gute Frage. Es gehört zu meinem Beruf, immer wieder die Wurzeln abzuhacken, und dabei verliert man natürlich ein richtiges Gefühl für "zu Hause". Aber man lernt dadurch, wie man das Leben wieder schnell aufbaut, und vor allem, wie spannend es sein kann, sich für neue Erfahrungen und Begegnungen zu öffnen.

 

Bleibt neben dem Beruf noch Zeit für Hobbys?

 

Wenn die Musik und die Kunst es erlauben, dann treibe ich gern Sport in meiner Freizeit. Es ist mir sehr wichtig, zum Beispiel regelmäßig schwimmen zu gehen.

 

Sie sind ein Bewerber um die vakante Stelle des Generalmusikdirektors in Altenburg und Gera. Mit welchen Gefühlen haben Sie im letzten Jahr die Diskussion um die Finanzen des Hauses beobachtet?

 

Jedes Theater muss im Moment um sein Leben kämpfen. Es scheint, als ob der Kampf für das Altenburg-Geraer sehr aktuell und kritisch bleiben wird. Es ist unsere Verpflichtung als Künstler, ein Solidaritätsgefühl zwischen den künstlerischen Institutionen und ihren Städten sowie der Umgebung zu fördern. Dies ermöglicht gemeinsame Ziele und ein geteiltes Gefühl von öffentlichem Geist und Vision. Nur dann kann eine Institution für sich beanspruchen, dass sie gesellschaftliche Relevanz hat, und so ihre wirtschaftliche Existenz rechtfertigen. Im Gegenzug wird das Publikum eingeladen und aufgefordert dazuzugehören. Es ist mir schon klar, dass Ostthüringen mit diesem Theater eine Perle für sich geschaffen hat. Mit so einem anspruchsvollen und vielfältigen Programm genießt die Region ein wirklich tolles kulturelles Angebot, und hat eine starke Präsenz nach außen.

Tatjana Böhme-Mehner

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