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Dirigent Lukas Beikircher liefert im Philharmonischen Konzert eine solide Leistung ab

Dirigent Lukas Beikircher liefert im Philharmonischen Konzert eine solide Leistung ab

Die Altenburger Frühlingsnacht fand ihre Opfer auch unter den ansonsten regelmäßigen Konzertbesuchern, schwemmte aber auch Besucher ins Theater, für die Kommerz und Kultur eine machbare und vielleicht auch notwendige Verbindung darstellen.

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Dirigent Lukas Beikircher (Mitte) erntet für seine Leistung lang anhaltenden Beifall.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Das veränderte Besucher-Bild passte durchaus in einen Abend, der etwas unüblich strukturiert war und mit dem Thema "Leipziger Begegnungen" wieder unendlich viele Möglichkeiten der Programmbildung bot. Das Thema bezog sich auf die Rolle Leipzigs ab dem 18. Jahrhundert als Zentrum der europäischen Musikkultur, in der es kaum einen Komponisten gab, der dort nicht vorbeischaute und für kürzere oder längere Zeit seine Studien betrieb. Natürlich kann man dabei die Einheimischen Schumann und Mendelssohn-Bartholdy nicht übergehen. Und es blieb interessant, was man von beiden ins Programm nahm.

Robert Schumanns Manfred-Ouvertüre als Auftakt und Felix Mendelssohn-Bartholdys 4. Sinfonie, die Italienische, als Schluss, bildeten so eine antagonistische, Spannung erzeugende Klammer für das ganze Konzert. Auch der Raum dazwischen wurde nicht mit Beliebigkeit, sondern mit Entdeckungen, denen man durchaus das Etikett "außergewöhnlich" umhängen durfte, gefüllt. Das galt sowohl für Leoš Janáceks "Idyll" für Streichorchester als auch für die "Idyllische Szene" für Bläserquintett und Orchester von Julius Rietz, einem Freund und Kollegen der beiden Großen.

Leoš Janáceks 1878 komponiertes "Idyll" liegt vor seiner eigentlichen Komponistentätigkeit und hat nichts gemein mit seinem späteren Musik-Profil. Das hier sind satztechnische Übungen voller eleganter und anmutiger Klangwirkung, die für den musikalischen Fachmann von hohem Interesse, für den normalen Musikhörer aber wegen der Länge eher ermüdend wirken können.

Rietz' "Idyllische Szene" ist eigentlich eine Wiederentdeckung, nachdem das Manuskript nach der Uraufführung verschollen ging. Bis zur Wiederaufführung in diesem Konzert, in dem das Ensemble Dix mit Andreas Knoop, Albrecht Pinquart, Hendrik Schnöke, Roland Schulenburg und Markus Künzig ein erhebliches Verdienst hatte, war es ein etwas abenteuerlicher Weg.

So besaßen die Aufführungen in Gera und Altenburg durchaus musikhistorischen Wert. Für den Dirigenten Lukas Beikircher als Vordirigat auf die Stelle des Generalmusikdirektors war es nicht einfach, völlig unbekannte Musik mit ihm bis dato unbekannten Musikern zu interpretieren. Das Orchester war aber bestens disponiert, sodass der Dirigent es problemlos auf die musikalische Höhe führen konnte, um der guten kammermusikalischen Tonkultur des Ensembles Dix und den exzellenten solistischen Leistungen adäquat zu entsprechen.

Der Beifall war stark und führte zu einer Zugabe in Form eines Tanzes aus Hawaii. Robert Schumann war wie viele seiner Zeit von dem englischen Dichter Lord Byron und dessen Kampf an der Seite der griechischen Patrioten hingerissen. Für dessen dramatisches Gedicht "Manfred" schrieb er eine Bühnenmusik, aus der nur die Ouvertüre Bedeutung für den Konzertsaal hatte. Diese Musik schildert kein Handlungsdrama, sondern die Stimmungen des Gedichts, die Schumann in einer Tiefe beschreibt, die er musikalisch selten wieder erreicht. Und der Dirigent tauchte tief ein in diese und gestaltete sie mit dem Orchester klar und faszinierend eindringlich.

Mendelssohn-Bartholdys "Italienische" gab dem Abend einen freudvollen Abschluss. Dirigent und Orchester liefen zu großer Form auf und bewiesen, warum diese Sinfonie die meistgespielte des Komponisten ist. Es folgte als Belohnung lang anhaltender und verdienter Beifall.

Manfred Hainich

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