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Discounter Aldi krempelt in Altenburg alles um

Schließung und Neubau Discounter Aldi krempelt in Altenburg alles um

Der Discounter Aldi strukturiert in Altenburg mächtig um. Wie Regionalgeschäftsführer Rüdiger Tix auf OVZ-Nachfrage bestätigte, schließt die Filiale im Osterland-Center 2017. Dafür will der Handelsriese parallel dazu und entgegen seiner bisherigen Pläne den Markt nahe des Bahnhofs nicht nur erweitern, sondern neu bauen.

Im Aldi im Osterland-Center geht noch bis in die zweite Jahreshälfte 2017, danach schließt der Markt.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Greiz. Aldi stellt sich in Altenburg neu auf. Wie der Discounter auf OVZ-Nachfrage bestätigte, macht der Markt im Osterland-Center spätestens Ende 2017 zu. Bis dahin soll nach den Plänen des Handelsriesen auch eine neue Filiale an der Offenburger Allee gebaut und eröffnet werden. „Der Markt in der Geraer Straße schließt in der zweiten Jahreshälfte 2017“, sagte Rüdiger Tix, Geschäftsführer der Regionalgesellschaft Aldi-Nord in Greiz. „Wann genau hängt von der Eröffnung in der Offenburger Allee ab.“

Die Entscheidung erklärte Tix mit einer geänderten Strategie bei Aldi und mit Blick auf die Gesamtentwicklung. „Es gibt eine Neuausrichtung mit großflächigeren Märkten, die großzügiger gestaltet sind“, so der Geschäftsführer. „Auch die Sortimente sind breiter und tiefer geworden.“ Heißt: Man braucht mehr Platz für mehr Auswahl, ein insgesamt größeres Angebot und ein besseres Einkaufsgefühl. „Es ist total schlecht für die Bevölkerung und wir werden uns mit der Entscheidung keine Freunde machen“, erklärt Tix weiter. „Aber wir haben uns die demografische Entwicklung der nächsten zehn, 15 Jahre in Altenburg und Umgebung angeschaut und sind in der Gesamtbetrachtung zu dem Schluss gekommen, dass wir drei große Märkte auf Dauer nicht wirtschaftlich betreiben können.“ Hier zählen für ihn nicht nur die Filialen in Altenburg, sondern auch die 2014 in Nobitz neu gebaute.

Angst vor Kündigung muss aber keiner der aktuell zwischen zehn und zwölf Aldi-Beschäftigten im Osterland-Center haben. „Wir versetzen alle Angestellten und werden einen Großteil des Umsatzes künftig in der Offenburger Allee und in Nobitz mit machen“, prognostiziert Tix. Außerdem habe man eher Personal-Bedarf als -Überfluss.

Nicht erfreut reagierte Altenburgs Stadtoberhaupt Michael Wolf (SPD) auf den Weggang des Discounters. „Das ist sehr ärgerlich, weil ein Lebensmittelmarkt für diesen Stadtteil notwendig ist“, sagte der Oberbürgermeister. „Die Stadt hat ihr Bestmögliches getan, aber es war eine globale Entscheidung von Aldi.“ Diese sei das Ergebnis verfehlter Einzelhandelspolitik im Altenburger Land. „Hier zeigt sich, wie wichtig und richtig die Bekämpfung von Ansiedlungen im Umland war. Wenn es den Aldi in Nobitz nicht gäbe, würde es jetzt den im Osterland-Center geben.“ Es sei ein Fehler, in Konkurrenz zur zentralen Stadt zu treten und die Leute aufs Land umzuleiten.

Das bestätigt Tix indirekt. Schließlich läuft der Markt im Osterland-Center nicht schlecht. „Es gab Rückgänge, aber es ist unsere älteste Verkaufsstelle in der Region“, sagt der Geschäftsführer. Allerdings würde man sich, wenn man frisch in die Stadt käme, nicht für einen so weit außerhalb liegenden Standort entscheiden. Daneben sei auch das Umfeld schwierig. „Im Osterland-Center herrscht eine völlig unbefriedigende Situation. Vielleicht hätte uns ein rascher Erfolg dennoch ermutigt, dort zu bleiben.“

Hier klingt an, dass die Entscheidung Aldis gegen das Osterland-Center auch damit zusammenhing, dass es zu lange dauerte, bis die eigenen Expansionspläne dort umsetzbar waren und es keine neuen Mieter für das zu zwei Dritteln leerstehende Center gibt. Eigentümer Josef Hoffmann bestreitet das nicht, sieht aber „viele Faktoren“ als ursächlich an. Die Planung des Neubaus an der Sternstraße (die OVZ berichtete) habe sich aber „gigantisch verzögert“, weswegen es Unsicherheiten bei Interessenten gab.

Ursprünglich 2014 für Frühjahr 2015 angekündigt, verschob sich das Ganze immer weiter. Zuletzt, weil das Landesverwaltungsamt laut Hoffmann auf einmal ein Umweltgutachten forderte. Den Kopf in den Sand stecken will er aber nicht. „Keineswegs“ betont der Geschäftsmann aus Bayern, spricht nun von Planungssicherheit und laufenden Gesprächen mit alternativen Mietern. „Ich bin sehr zuversichtlich.“

Das ist auch Aldi hinsichtlich des Neubaus an der Offenburger Allee. Um diesen bis Ende 2017 realisieren zu können, befinde man sich in Gesprächen mit der Stadt, sagt Tix. Das bestätigte OB Wolf. Hintergrund: Aldi hat dort bisher nur eine Genehmigung, sich um 200 Quadratmeter zu vergrößern. Für einen noch größeren Neubau braucht es eine Änderung des Bebauungsplans.

Von Thomas Haegeler

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