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Dörfer kämpfen gegen Niedergang

Dörfer kämpfen gegen Niedergang

Leere Häuser, verrammelte Läden, verwaiste Spielplätze - der demografische Wandel trifft viele Dörfer ins Mark. Für etliche Gemeinden gerade in Ostdeutschland sind die Perspektiven düster.

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Ein Wegweiser zeigt in Richtung Kindergarten in Saara bei Gera. Die Einrichtung ist ausgebucht.

Quelle: dpa

Saara/Ettersburg. Nicht nur, dass mit der sinkenden Zahl der Einwohner die Pro-Kopf-Kosten für Wasser- und Abwasserversorgung steigen. Auch das Eigenheim als Altersvorsorge verliert angesichts wachsenden Leerstandes an Wert. "Wir haben in ganz vielen ländlichen Regionen bereits eine stille Immobilienkrise", konstatiert der Bevölkerungsforscher Wulf Bennert von der Stiftung Schloss Ettersburg bei Weimar. Nach dem Abriss von Plattenbauten in den Städten müsse verstärkt über den Rückbau von Dörfern auf ihren Kern nachgedacht werden. Manche Siedlung müsse eventuell komplett aufgegeben werden.

 

 

In einer Studie hat die Stiftung gemeinsam mit dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung die Zukunftsfähigkeit der Dörfer im ostthüringischen Kreis Greiz und dem hessischen Vogelsbergkreis untersucht. Das Ergebnis: Im Osten folgt die Bevölkerungsentwicklung anderen Regeln. Gilt in dem hessischen Landkreis, dass kleine Dörfer stärker schrumpfen, gab es im Kreis Greiz keinen klaren Zusammenhang zwischen Ortsgröße und Einwohnerschwund. Zugleich zeigte sich, dass die nahen Oberzentren Gera, Plauen und Zwickau keine Strahlkraft für die Umlandgemeinden haben. Beispiel Saara: Die Einheitsgemeinde liegt vor den Toren Geras, das selbst knapp 100 000 Einwohner zählt. Doch die lange zweitgrößte Stadt Thüringens - deren Industrie nach 1990 großteils zusammenbrach und die selbst mit Abwanderung und Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat - erweist sich nicht als Lokomotive für das Umland. So zeigt die Studie für die Saaraer Ortsteile Kleinsaara und Geißen von 2004 bis 2009 einen Bevölkerungsschwund von 19,1 und 14,3 Prozent; Tendenz weiter stark negativ.

Andreas Hummel

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