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Altenburg Doping, Schmerzen und eine einzigartige Erinnerung - Geschichten rund um den 6. Skatstadt-Marathon
Region Altenburg Doping, Schmerzen und eine einzigartige Erinnerung - Geschichten rund um den 6. Skatstadt-Marathon
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17:45 16.06.2014

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Doch die Altenburgerin ist Jahrgang 1973 und geht daher nicht in die Gesamtwertung des Schülerlaufs ein. Das korrigierte Firmenchef Andreas Bär gestern umgehend. Gewonnen hat somit Paula Barthel vom LSV Schmölln vor ihrer Klubkameradin Ada Junghannß und Natalie Kaufmann aus Schwarzenberg.

Während andere schon auf der Strecke waren, stand André Neumann noch entspannt im Start-Ziel-Bereich. In der Hand hatte der CDU-Fraktionschef des Altenburger Stadtrates eine Dose Energy-Drink. "Das ist Doping", erklärte der 36-Jährige mit einem Augenzwinkern und in Bezug auf seinen Halbmarathon-Lauf. "Das habe ich auch nötig, weil ich keine Zeit zum Trainieren hatte."

Kurz vor viertel zwölf kündigte Moderator Stefan Bräuer den Führenden im Halbmarathon, Lars Rößler, an: "Ist das Streckenrekord? Das wird eine ganz knappe Kiste." Es war keiner. "Das ist aber nicht schlimm", sagte der gebürtige Skatstädter, der 1:14:24 Stunden lief. "Für einen Rekord fehlten die Läufer, die von hinten drücken." Toll fand der 30-Jährige die Schilder im Schlosspark. Auf denen war unter anderem zu lesen: "Umkehren lohnt jetzt auch nicht mehr" oder "Es ist wie Urlaub nur mit Schmerzen." Das entlockte vielen ein Lächeln und half beim Meistern des Anstiegs.

Für Aufbau-Chef Sten Wagner und seine sieben Mitstreiter, die erneut die Begleitung der Führenden mit dem Rad absicherten, war der Einsatz mehr als eine Entspannungsfahrt. "Besonders an den Bergen muss man ganz schön in die Pedale treten", sagte der 37-Jährige. Das konnte Kollege Steffen Papke, der vor Marathon-Sieger Vincent Hoyer fuhr, nur bestätigen: "Der läuft ziemlich gleichmäßig, weshalb man am Berg schon mal ein paar Meter rausfahren muss."

Neben den Schildern stehen am Anstieg im Schlosspark auch die Cheerleader der Flying Eagles aus Schmölln und Karl-Heinz Wolf und feuern die Läufer an. "Ich muss ja was machen, wenn ich schon nicht mitlaufen kann", so der Mittsiebziger, der krankheitsbedingt passen musste. "Es ist tolles Laufwetter." Das war der bedeckte Himmel bei 17 Grad Celsius in der Tat - auch wenn die Siegerehrungen aufgrund des ab 12.30 Uhr einsetzenden Regens buchstäblich ins Wasser fielen.

Begeistert war nach seiner Altenburg-Premiere André Böhmer. "Ein toller Lauf mit einer schönen Strecke", sagte der stellvertretende LVZ-Chefredakteur nach seinem Halbmarathon in 2:05:59 Stunden. Besonders habe ihm die gute Stimmung gefallen. "Aber so schön die Strecke ist, so hart sind die Berge. Besonders die Schlossauffahrt."

Für Furore sorgten einige Jugendweihe-Teilnehmer, als sie die letzten Hundert Meter auf dem Markt in ihren schicken Monturen absolvieren. "So ein Jugendweihe-Foto ist einmalig, deswegen haben wir's gemacht", begründete der 14-jährige Joe Henschel den Gag.

Etwas außer Atem, aber ziemlich locker war Marius Neinert drauf, als er nach gut 57 Minuten die 13,3 Kilometer als Gesamt-15. beendete. Das Bemerkenswerte daran: Der Junge ist erst zwölf Jahre alt und damit einer der jüngster Starter über diese Distanz. "Voriges Jahr bin ich noch 5,4 Kilometer gerannt", erzählt er wie ein Profi. "Diesmal war es schon extrem, aber auf den flachen Stücken konnte ich genügend Kraft für die Anstiege sammeln." Entsprechend stolz war Papa Dirk Neinert, der mit seinem zweiten Sprößling Luca hinzustieß, der die 3,6 Kilometer absolvierte. "Leider konnte ich nicht laufen, weil meine Frau nicht da ist", so der Altenburger. "Vielleicht starte ich nächstes Jahr über 13,3 Kilometer, aber ich fürchte, mein Sohn läuft mir davon."

Hoch ist auch die Leistung von Lennart Bettels zu bewerten. Der 13-jährige Sohn von Altenburgs Pressechef Christian Bettels spielt eigentlich Handball bei Aufbau, lief noch nie eine längere Strecke, ließ sich aber von Kumpel Lars Reinstein zu den 13,3 Kilometern überreden. Sie starteten in der Gruppe mit Jens Weißflog und packten den Lauf besser als der Olympiasieger. Während der Ex-Skispringer nach 1:32:37 Stunden geschafft eintrudelte, sprinteten die Youngster fast sieben Minuten zuvor gemeinsam über die Ziellinie. Weißflog war's egal. "Auch wenn es die längste Strecke war, die ich je am Stück gelaufen bin, hat's Spaß gemacht", beteuerte er. Aber noch gestern tat ihm alles weh, was schmerzen kann.

Thomas Haegeler

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