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19:59 30.05.2014
kriebitzsch

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Von marlies Neumann

Davon, dass hier über mehrere Jahrhunderte die Landwirtschaft der bestimmende Faktor war, zeugen heute nur noch die Felder, die den Ort von allen Seiten umschließen. An den Bergbau, der das Leben und die Entwicklung des Dorfes im 19. und 20. Jahrhundert nachhaltig prägte, vor allem aber an die Bergleute, die ihr Leben unter Tage verloren haben, erinnert ein Denkmal.

Rollt man von der B 180 in den Ort, sind nach wenigen Metern die Bahngleise zu überfahren. Doch ein Zug verkehrt hier längst nicht mehr und auch der einstige kleine Bahnhof ist verschwunden.

Verschwunden sind im Ort, der seit 1993 zur Verwaltungsgemeinschaft Rositz gehört, vor mehr als zehn Jahren aber auch die schlechten Straßen und Gehwege. "Durch umfangreiche Straßenbauarbeiten, die mehrere Jahre dauerten, hat sich Kriebitzsch zu einem ansehnlichen Dorf mit sicheren Fußwegen, Straßenbeleuchtung und Parkflächen und Grün entwickelt. Möglich wurde das durch Gelder aus dem Dorferneuerungsprogramm", berichtet Bürgermeister Bernd Burkhardt (Linke).

Neben mehreren Mehrfamilienhäusern entlang der Hauptstraße, in denen einst viele Bergleute wohnten, prägen vor allem neue oder sanierte Ein- und Zweifamilienhäuser das Bild des Ortes. So stehen in der Kurzen Straße gleich mehrere solcher schmucken Wohnhäuser mit gepflegten Vorgärten. In einem wohnen Sven Verch mit seiner Frau und den beiden Töchtern sowie seine Eltern. "Wir sind ein Drei-Generationen-Haus", meint der 43-Jährige, der ebenso wie seine Mutter Sabine Werner in Kriebitzsch geboren ist. "Ich bin, solange ich lebe, in Kriebitzsch. In eine Stadt möchte ich gar nicht ziehen", sagt die 64-Jährige, die sich mit ihrem Mann Bernd hier sehr wohl fühlt. Dabei stört es sie auch nicht, dass es im Dorf außer zwei Friseuren und einer Arztpraxis mittlerweile nicht einen einzigen Laden mehr gibt. Als Letzter hat der Getränkehandel Anfang des Monats geschlossen. Die anderen schon vor Jahren. "Wir fahren nach Meuselwitz oder Altenburg einkaufen. Für die älteren Bürger ist das zwar schwierig, doch mehrmals in der Woche kommen mobile Händler mit Lebensmitteln", erzählt sie.

Als Familienvater schätzt Sven Verch die Ruhe und Sicherheit im Ort. Aber auch die vielen schönen Häuser. "Unsere Nachbarn, die in den letzten Jahren neu gebaut oder saniert haben, sind zum Teil aus anderen Kommunen hierher gezogen. Das spricht doch für Kriebitzsch", sagt er voller Überzeugung. Das sei aber nicht nur in seiner Straße so. Zum Beispiel seien die neuen Besitzer des Pfarrhauses aus Leipzig.

Dass es im Dorf und unter den Zugezogenen zahlreiche junge Familien mit Kindern gibt, zeigt die große Nachfrage nach Kindergartenplätzen. Erst im vergangenen Jahr ist deshalb ein Anbau für die Kleinsten errichtet worden. Gegenüber der idyllisch gelegen Kita befindet sich das ehemalige Schulgebäude, in dem seit 20 Jahren nicht mehr gelernt wird. Leer steht das Haus zum Glück dennoch nicht. Hier haben Vereine und Nachwuchsbands ihr Domizil gefunden.

Im Ortszentrum steht das Gemeindeamt, in dem sich ein Teil des Vereinslebens abspielt und sich die Arztpraxis befindet. Nur ein Stückchen weiter stößt man auf den Dorfteich, auf dem zwei schwarze Schwäne und zahlreiche Enten leben. Am Ufer laden Bänke zum Verweilen ein. Gleich neben dem Teich steht das neue Feuerwehrgerätehaus.

Rund um dieses Areal feiern die Kriebitzscher an diesem Wochenende das 800-jährige Bestehen ihres Dorfes.

Und die Werners und Verchs sind mitten drin. Wer Glück hat, entdeckt Sabine Werner als Marktfrau auf dem Handwerkermarkt. Ihr Mann ist bei der Feuerwehr zu finden. Und die vier Verches, die alle zum Zechauer Karnevalsverein gehören, wirken im großen Festzug mit.

Neumann, Marlies

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