Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Drama im Kammerforst: Kolkrabe stirbt bei Rettungsaktion
Region Altenburg Drama im Kammerforst: Kolkrabe stirbt bei Rettungsaktion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:35 09.05.2016
Mit diesem Bindegarn verheddert sich der Kolkrabe an den Krallen. Quelle: Torsten Pröhl
Anzeige
Wintersdorf

Drama im Kammerforst. Im Nest auf einer 20 Meter großen Rotbuche flatterte am Wochenende ein junger Kolkrabe um sein Leben. Er hatte sich mit Bindegarn verheddert, das in der Landwirtschaft zum Einsatz kommt. Darüber informierten die Schmöllner Naturfreunde Kathrin und Torsten Pröhl die OVZ. Die Rabeneltern hatten das Nestinnere, nicht wie üblich mit Tierhaaren, sondern mit dem Bindergarn ausgepolstert. Mit diesem Material werden Heu- und Strohballen verschnürt, es wird aber nach Auffassung der Naturschützer oft direkt vor Ort liegengelassen.

Vogelkundler finden jährlich in Deutschland viele hundert junge Vögel, die sich in diesem Garn verstrickt haben und ohne fremde Hilfe jämmerlich zu Grunde gehen. Und genauso erging es auch dem jungen Kolkraben, den die Naturfreunde am Sonnabend retten wollten. Zunächst versuchten sie, selbst den Horst hoch oben im Baum zu erreichen, mussten aber wegen fehlender Kletterausrüstung aufgeben. Die um Hilfe gebetene Feuerwehrleitstelle in Gera stellte danach den Kontakt zur Schmöllner Feuerwehr her, die zwar helfen wollte, aber nicht durfte, weil Wintersdorf außerhalb ihres Befugnisbereichs liegt.

Dafür sprangen die Kameraden aus Meuselwitz ein, die mit einer Drehleiter und einem Mannschaftswagen Richtung Kammerforst ausrückten. Leider vergeblich. Denn das Gelände um den Nistbaum war zu unwegsam, abgelegen und deshalb für die Feuerwehrtechnik nicht zu erreichen. Mittlerweile war es Samstagabend, und der junge Rabe flatterte immer noch gefesselt in der Hitze um sein Leben.

Weil es dunkel wurde, musste die Rettung eingestellt und konnte erst am Sonntagmorgen fortgesetzt werden. Nun half der professionelle Baumpfleger Florian Seifarth aus Sommeritz, der keine Probleme mit seiner Klettertechnik hatte, den Horst in über 20 Meter Höhe zu erreichen. Leider war der junge Rabe bereits tot. Er hatte sich kopfunter hängend zu Tode geflattert. Seine Eltern hatten bis zuletzt in der Nähe ausgeharrt und immer wieder versucht, ihn durch Rufe zum Ausfliegen zu bewegen.

Trotz des erfolglosen Ausgangs der Rettungsaktion heben Kathrin und Torsten Pröhl die Hilfsbereitschaft jener Menschen hervor, die ohne große Diskussion den Vogel retten wollten, auch wenn es aussichtslos erschien. Kritik üben die Naturschützer an dem zurückgelassenen Bindegarn. Es werde zur Gefahr für Vögel, die auf die Nachnutzung von Rabenvogelnestern angewiesen sind, wie Eulenarten und Falken. Der Plastestrick sei auch für andere Wildtiere gefährlich, wie Rehböcke, die sich mit ihrem Gehörn im Bindegarn verheddern und elend verhungern.

Von Jens Rosenkranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Sonntag auf der Landestraße zwischen Göllnitz und Lumpzig im Altenburger Land. Dabei wurde ein junger Motorradfahrer so schwer verletzt, dass er mit einem Hubschrauber in eine Klinik nach Leipzig geflogen werden musste.

09.05.2016

Es hat nicht sollen sein: Der Ex-Wilchwitzer Thomas Katrozan hat beim DSDS-Finale „nur“ den Bronzerang geholt. Beim Public Viewing fieberte der ganze Ort mit dem 36-Jährigen mit. Doch alles Daumendrücken half nichts – den Sieg holte sich ein anderer.

09.05.2016
Altenburg Thüringen sucht den besten Rasenmäher - Sensenmeisterschaft in Rositz wird zum Volksfest

Zum 13. Mal fanden am Sonntag in Rositz die Thüringer Meisterschaften im Einzelmähen mit der Sense statt. Insgesamt hatten 49 Teilnehmer gemeldet – vier Kinder, elf Frauen und 36 Männer. Bei den Männern wurde der amtierende Meister André Schneider seinen Titel los. Dennoch hatte er einen Grund sich zu freuen.

09.05.2016
Anzeige