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Altenburg Drama in Gorma: Trauerschwan duldet Höckerschwan nicht
Region Altenburg Drama in Gorma: Trauerschwan duldet Höckerschwan nicht
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18:22 16.06.2017
Eine Runde in Ruhe auf dem Löschteich schwimmen – das war für die Höckerschwanendame lange nicht möglich. Quelle: Mario Jahn
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Rositz

Nun ist die Schwanendame wieder allein. Die Liebe ist eben eine schwierige Materie. Das eine Mal fällt sie hin, wo es niemand erwartet, das andere Mal will es nicht funken.Das eine lässt sich nicht verhindern, das andere kann nicht erzwungen werden. Das haben jetzt auch die Bürgermeister der Gemeinden Rositz und Kriebitzsch erfahren müssen. Anlass war aber nicht die Gebietsreform, sondern Schwäne. Speziell die Tiere auf dem Löschteich im Rositzer Ortsteil Gorma.

Erst im Frühjahr bekam die verwitwete Schwanendame dort einen neuen Mann an die Seite. Die Rolle des Kupplers hatte Kriebitzschs Bürgermeister Bernd Burkhardt (Die Linke) übernommen. Denn in Kriebitzsch lebten bis dahin drei schwarze Trauerschwäne, zwei Männchen und ein Weibchen. Die Dreierbeziehung kam zustande, nachdem ein weiblicher Trauerschwan ausgebüxt war, und Burkhardt deshalb ein neues Pärchen besorgte. Weil sich aber auf dem Kriebitzscher Löschteich kein Kükensegen einstellte und in Gorma die Schwanendame allein war, brachte Burkhardt einen Erpel nach Rositz (die OVZ berichtete).

Doch zwischen Trauerschwanen-Mann und Höckerschwanen-Dame funkte es nicht. Statt Brutgeschäft und Lust gab es in Gorma nur Zickereien und Frust. „In der vergangenen Woche war es besonders schlimm. Kaum war das Weibchen auf dem Wasser, wurde es vom Männchen vertrieben“, berichtet Tom Richter besorgt der OVZ. Schließlich saß der Höckerschwan, der sich natürlicherweise vom Gründeln auf Gewässerböden ernährt, nur noch auf dem Trockenen. Richter und die Gormaer machten sich große Sorgen um die Schwanendame. „Die Anwohner haben ihr schon immer etwas zu fressen und Wasser hingestellt, aber im Sommer bei 30 Grad kann es ja so nicht weitergehen.“

Wird es auch nicht, entgegnet der Rositzer Gemeindechef Steffen Stange (parteilos). Am Montag ging es für den Rüpel-Erpel zurück nach Kriebitzsch. „Wir haben das auch gemerkt und wollte die beiden schon eher trennen, haben aber den schwarzen Schwan nicht erwischt. Das hat jetzt erst geklappt“, so Stange. Er weiß auch, dass die Anwohner das Tier gefüttert haben. „Die Leute haben gedacht, wir kümmern uns nicht, aber es war täglich jemand von der Gemeinde dort und hat dem Schwan Wasser und Futter gegeben“, betont Stange.

Doch kaum ist das eine Problem gelöst, taucht das nächste (wieder) auf. Denn nun ist die Schwanendame erneut allein. Was für vorwiegend monogame Tiere nicht unproblematisch ist. Erst recht, wenn die Tiere nur eingeschränkt in Freiheit leben. Eingeschränkt deshalb, weil Teichschwänen in aller Regel – wie bei Hühnern – die Schwungfedern gestutzt werden, damit sie nicht wegfliegen. „Ein neuer Partner, da müssen wir sehen. Wir haben es ja gerade versucht, aber es hat nicht geklappt. Und auch ein neues Männchen muss sich erst einmal mit unserem Weibchen vertragen“, so Stange.

Seit den 90er Jahren lebt die Schwanendame in Gorma. Einst war sie ein Geschenk des SPD-Partnervereins Welschen-Ennest. Die Genossen wollten zwar ein Männchen verschenken, versahen sich aber. Die Geschichte nahm wenig später ihr vorerst glückliches Ende, als Stange in einem Zoo unter rosa Flamingos einen einsamen Schwanenmann fand. Viel Jahre lebten dann die Tiere in Groma zusammen und sorgten fast jedes Jahr für Nachwuchs.

Vor etwa einem Jahren verstarb aber der Schwanenmann. Seitdem ist das inzwischen rund 20 Jahre alte Höckerschwanenweibchen allein. Übrigens: Die Vögel können doppelt so alt werden. Das wissen Ornithologen, seit 2009 in Dänemark eine Höckerschwan entdeckt wurde mit einem Vogelring von 1970.

Von Jörg Reuter

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