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Dreimal zerstört: Schranke in Göhren alle vier Wochen abgefahren

Geraer Straße Dreimal zerstört: Schranke in Göhren alle vier Wochen abgefahren

Die Absperrung an der alten Geraer Straße in Göhren ist seit November bereits dreimal zerstört worden. Der Grund dafür ist, dass sich manche Verkehrsteilnehmer einfach nicht an die geltenden Verkehrsregeln halten. Bürgermeister Roberto Bauer hat inzwischen die Nase voll. Die Unvernunft der Autofahrer kostete seine finanziell klamme Gemeinde bis jetzt rund 1500 Euro nur für Reparaturen.

Die Gemeindemitarbeiter Frank Eichhorn kniet und Tino Hartmann mussten schon drei mal die Schranke austauschen, weil diese abgefahren wurde.

Quelle: Mario Jahn

Göhren. Nachdem Schilder, gute Worte, Ermahnungen und Polizeikontrollen wenig bis nichts gebracht haben, versucht es Roberto Bauer (FFW) nun mit Humor. Um die Verkehrsteilnehmer zur Vernunft zu bringen, erklärt der Göhrener Bürgermeister mit einem Augenzwinkern: Das runde Verkehrsschild mit dem rot umrandeten weißen Kreis ist eine Sperrscheibe. Sie bedeutet ein Fahrverbot für Fahrzeuge aller Art. Mit der launischen Bemerkung möchte Bauer noch einmal darauf hinweisen, dass die alte Geraer Straße an der Kompostieranlage vorbei nach Göhren keine öffentliche Straße und schon gar keine Rennstrecke ist.

„Doch in Wirklichkeit bin ich ziemlich sauer“, erklärt Bauer auf Anfrage der Osterländer Volkszeitung. Denn die Ende November an dem ländlichen Weg installierte Schranke ist seitdem bereits drei Mal abgefahren worden. Der Schaden summiert sich inzwischen auf rund 1500 Euro. Dies bloß, weil einige Autofahrer glauben, die Regeln im Straßenverkehr seien bestenfalls Empfehlungen, an die man sich hält oder auch nicht. Bei soviel Ignoranz und Unverständnis auf Seiten der Kraftfahrer kann Bauer nur noch mit dem Kopf schütteln.

Doch der Reihe nach: Seit über zehn Jahren informiert die Sperrscheibe mit der Einschränkung frei für Land- und Forstwirtschaft darüber, dass auf dem Weg normalerweise LKW und PKW nichts zu suchen haben. Doch das Verkehrszeichen hatte praktisch keine Wirkung. Über Jahre wurde die Straße ungeachtet der Beschilderung als öffentlicher Weg genutzt. Selbst regelmäßige Polizeikontrollen vermochten daran nichts zu ändern. „Das Drastischste, was ich in dem Zusammenhang gehört haben, war mal ein Autofahrer der gegenüber der Polizei meinte: Na und, dann bezahle ich eben die 20 Euro“, so Bauer.

Jedoch als noch schlimmer empfanden die Verantwortlichen in der Gemeinde, dass die schmale Asphaltpiste vielen wie eine Rennstrecke vorgekommen sein muss, denn Rasen und unangemessene Geschwindigkeit gehörten auf der alten Geraer Straße zum Alltag. Das zwang schließlich auch den Gemeinderat einzugreifen. Denn der Weg am Feldrand ist sehr beliebt bei Fußgängern und Radfahrern – für Radler wurde der Weg vor einiger Zeit freigegeben. „Da oben war es immer sehr gefährlich und auch die Landwirtschaft wurde durch den Durchgangsverkehr oft behindert“, sagt Bauer. Deshalb entschied 2015 der Gemeinderat, eine Schranke anzubringen, um ein für alle Mal das Problem zu lösen. Landwirt Wolfram Pohle übernahm 50 Prozent der Anschaffungs- und Installationskosten von rund 5500 Euro.

Am 21. November vormittags 10 Uhr nahm Bauer die Schranke in Betrieb. Die Landwirte hatten zuvor von der Kommune Fernbedienungen zum Öffnen erhalten. Diese war aber nur 20 Minuten nötig, dann raste der erste in und durch die Schranke. Am 19. Dezember krachte der nächste in die mittlerweile reparierte Absperrung. Der Zufall wollte es, das genau einen Monat später, am 19. Januar, das dritte Mal der Schlagbaum abgefahren wurde. Dieser Fahrer beging zudem auch noch Fahrerflucht, informiert Bauer enttäuscht.

Nun ist die Schranke fürs Erste wieder dran, und der Bürgermeister hofft, dass sie diesmal länger als vier Wochen hält. „Das ist zwar alles sehr ärgerlich, auf der anderen Seite hat es sich schon jetzt gelohnt. Wegen der Absperrung ist es inzwischen viel ruhiger und Spazierengehen oder Radfahren ist deutlich sicherer geworden“, bilanziert der Gemeindechef. Ebenfalls von Seiten der Landwirtschaft habe es nur positive Rückmeldungen gegeben, so Bauer weiter. Und er appelliert an die Vernunft der Bürger: „Jeder sollte das kommunale Eigentum so schätzt, als wäre es das eigene.“

Von Jörg Reuter

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