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Dreiste Holzdiebe im Leinawald

Dreiste Holzdiebe im Leinawald

Es müssen Profis sein, das steht für Revierförster Jörg Zippel fest. Seit Monaten hat er im Leinawald ein schwerwiegendes Problem. Und das ist sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinn zu verstehen.

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Ob große oder eher kleine Stämme wie hier - im Leinawald verschwindet seit Monaten immer wieder Holz.

Quelle: Mario Jahn

Holzdiebe treiben ihr Unwesen. In Größenordnungen verschwinden Stämme aus dem Wald. In dieser Woche gab es für Zippel einen weiteren negativen Höhepunkt.

 

Holzklau kommt immer mal wieder vor, das weiß der Revierförster des Leinawaldes. Doch im vergangenen Jahr nahm die Anzahl der Raubzüge signifikant zu, erklärt Zippel gegenüber der OVZ. Von rund 150 Kubikmetern weiß der verantwortliche Waldpfleger, die insgesamt im Herbst 2012 weggekommen sind. Größtenteils waren es Buchenstämme. Der Wert des gestohlenen Holzes geht an die 10 000 Euro. "Aber das ist nur das, was wir gemerkt haben", so Zippel. Es sei nicht auszuschließen, dass die Dunkelziffer höher ist.

 

Während das Buchenholz mit einem Kubikmeterpreis ab 50 Euro eher preiswertes Bau- und Brennholz ist, ließen die Langfinger am Mittwoch wertvolles Kernholz, wie der Fachmann sagt, mitgehen. Etwa sieben Festmeter Eichenstämme verschwanden. Der Preis liegt hier bei 300 Euro pro Kubik- beziehungsweise Festmeter. Zippel ist genervt: "Wenn es sich rumspricht, bei uns kann man nicht kaufen, dort wird nur geklaut, ist das nicht gut für unseren Ruf,." Denn das Diebesgut ist in aller Regel verkauftes Holz und die Kunden bekommen nicht die vereinbarte Menge. Dem Freistaat Thüringen als Eigentümer des Waldes und als Verkäufer der Stämme gehen Einnahmen verloren.

 

Aber wieso merkt so etwas niemand, fragt sich der Laie? Schließlich wiegt ein Baumstamm bis zu einer Tonne. Der verschwindet nicht einfach mal wie eine Schachtel Streichhölzer unauffällig in der Hosentasche. Dafür braucht es einen Kran zum Aufladen und einen LKW zum Abtransportieren. "Deswegen bin ich mir sicher, es handelt sich um Profis", meint Zippel. Noch mehr, der Förster vermutet dahinter eine Bande, die sich auf das lukrative Geschäft spezialisiert hat.

 

Mit viel Dreistigkeit und Nervenstärke nutzen die Diebe ganz offensichtlich die Schwächen im System. Da ist zum einen die Größe des Leinawaldes - auf rund 1800 Hektar verteilen sich die zum Abtransport bereitliegenden Stapel. Es sei praktisch unmöglich, das alles im Blick zu behalten, räumt Zippel ein, der schon von Berufs wegen ständig im Wald ist. Zum anderen gibt es eine Vielzahl von Abnehmern des Holzes, von denen jeder mit eigenen Leuten und eigener Technik kommt, um vor Ort das erworbene Holz abzuholen. "Auch die Polizei hat da kaum eine Chance, beim Kontrollieren herauszubekommen, ob der LKW-Fahrer berechtigt ist und ob der dann auch den richtigen Stamm auflädt", beschreibt der Förster das Problem. Wenn dann noch unter den Käufern ein schwarzes Schaf ist und einfach mehr aufgeladen wird als vereinbart, gestaltet es sich noch schwieriger.

 

Aber so leicht gibt sich Zippel nicht geschlagen. "Wir werden jetzt die Baumstämme mit kleinen Sendern versehen", kündigt er an. Außerdem ist auch die Polizei eingeschaltet. "Bei uns liegen derzeit drei Anzeigen vor", bestätigt Frank Hummel, Leiter des Ermittlungsdienstes bei der Polizeiinspektion (PI) Altenburg. In einem Fall sei über ein Nummernschild der Täter ermittelt worden. "Der Fall ist jedoch noch nicht abgeschlossen, deshalb kann ich nichts weiter dazu sagen", so Hummel. In den beiden anderen Fällen gebe es noch keine Anhaltspunkte, sagt der stellvertretende PI-Chef auf OVZ-Anfrage.

Jörg Reuter

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