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Drogen-Debatte: Schrade und Dorsch weisen Kritik zurück

Drogen-Debatte: Schrade und Dorsch weisen Kritik zurück

Sven Schrade und Nikolaus Dorsch haben die Kritik, dass sie die Drogenproblematik im Altenburger Land herunterspielen würden, zurückgewiesen. Dies hatte den beiden Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses eine betroffene Mutter nach der jüngsten Sondersitzung zum Thema vorgeworfen (OVZ berichtete).

Zudem dementierten beide SPD-Politiker, dass ihr Abstimmungsverhalten gegen die Empfehlung, mehr Geld für Prävention und Suchthilfe auszugeben, parteipolitisch und von Eigeninteresse geleitet war.

 

"Die stete Zunahme des Konsums der Droge Crystal im Altenburger Land ist jedem, der sich mit der Thematik intensiver befasst, bewusst", schrieben Schrade und Dorsch in einer gemeinsamen Stellungnahme. "Gerade weil an dieser Stelle verantwortungsbewusstes und sensibles Handeln der verantwortlichen politischen Akteure notwendig ist, müssen wir genau und mit aller gebotenen Sachlichkeit schauen, wo der Landkreis unterstützen und gegebenenfalls mehr Mittel bereitstellen kann."

 

Allerdings lehnten es beide - wie auch Uwe Werner (Johanniter), Andreas Kriesche (Kreisjugendring) und Klaus Börngen (Linke) - ab, über die von Ausschusschef Frank Tanzmann (CDU) eingebrachte Empfehlung an den Kreistag für mehr Geld für Drogenprävention und Suchthilfe abzustimmen. Zuvor hatte Innova-Geschäftsführer Dorsch davon gesprochen, dass man das Problem "nicht überdramatisieren" solle und Schrade hatte die Empfehlung Tanzmanns "einen Schaufensterbeschluss" genannt. Das stellten beide auf OVZ-Nachfrage auch nicht in Abrede. "Es geht aber nicht ums Augenverschließen, denn wir sind im Innova-Alltag mit dem Problem konfrontiert, sondern darum, es gemeinsam anzugehen", begründete Dorsch sein Verhalten. "Ich bin sehr wohl für mehr Prävention, aber nicht für den alleinigen Fokus darauf. Mir geht es um den Dreiklang aus Prävention, Repression und Aufklärung." Einen fachlich begründeten Beschluss würde er mittragen. Den Antrag von Tanzmann nannte er "aus dem Hut gezaubert und fachlich nicht begründet", die Abstimmung darüber war für ihn "eine verunglückte Aktion. Ich wollte kein Zeichen setzen, was kein richtiges ist." Darüber hinaus bestritt er aus parteipolitischen Gründen oder aus Eigeninteresse als Geschäftsführer eines anderen Trägers als der zur Debatte stehenden Suchtberatung der Diakonie gehandelt zu haben. "Das war kein Wahlkampf und als Innova sind wir nicht auf dem Gebiet aktiv."

 

Gleiches gilt für Schrade, der nach eigener Aussage weder aus Solidarität zu Dorschs möglichen Interessen noch aus parteipolitischem Kalkül abgestimmt haben will. "Mir war bis zu Beginn der Sitzung nicht bewusst, dass etwas beschlossen werden sollte", verweis der Schmöllner Stadrat außerdem auf Formfehler. "Da bin ich anderes Arbeiten gewöhnt." Abgesehen davon habe er es aufgrund "der umfangreichen Diskussionen zu den Themen Suchtprävention, Suchtberatung und Drogenkonsum insbesondere den Konsum des Methamphetamins Crystal abgelehnt, einen Beschluss zu fassen, dessen genauen Inhalt wir nicht kennen und der in der vom Ausschussvorsitzenden vorgetragenen Weise kaum konkreten Inhalt hatte."

 

Daher bekräftigten beide, dass der Beschluss in der Tat nichts weiter als ein Schaufensterbeschluss gewesen wäre, der vielleicht nur das Gewissen beruhigt, aber einen möglichen Lösungsweg nicht aufgezeigt hätte."

 

© Kommentar

Thomas Haegeler

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