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Drogenhandel in Altenburg: Angeklagter geht LKA-Spitzel auf den Leim

Landgericht Gera Drogenhandel in Altenburg: Angeklagter geht LKA-Spitzel auf den Leim

Wegen Drogenhandels muss sich Stev K. seit Mittwoch vor dem Landgericht Gera verantworten. Er soll im August vorigen Jahres in Altenburg insgesamt fast 1,2 Kilogramm Crystal besessen und gewinnbringend weiterverkauft haben. Was der 38-Jährige jedoch zunächst nicht wusste: Sein Hauptabnehmer war ein Spitzel des Landeskriminalamtes.

Zum Prozessauftakt um Drogenhandel am Landgericht Gera bespricht sich der Angeklagte Stev K. mit seiner Verteidigerin Astrid Koch.

Quelle: Thomas Haegeler

Altenburg/Gera. Die Geschichte klingt wie ein Krimi: Zwei Männer treffen sich auf einem Parkplatz mitten in der Stadt. Die Stimmung ist konspirativ, die Uhrzeiten variieren. Der eine hat jedes Mal Päckchen mit einer kristallinen Substanz dabei, der andere Bargeld. Wenig später wechseln die mit Crystal gefüllten Tüten gegen Bündel aus Scheinen den Besitzer. Was der mutmaßliche Drogenverkäufer aber zunächst nicht weiß: Sein vermeintlicher Geschäftspartner macht mit dem Landeskriminalamt (LKA) gemeinsame Sache. Und so geschieht das Unvermeidliche: Beim dritten Deal, bei dem es allein um ein Kilo Methamphetamin geht, klicken die Handschellen.

In diesen wird Stev K. am Mittwoch auch in den Verhandlungssaal des Landgerichts Gera geführt. Denn er sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Nun muss er sich vor der 11. Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Andrea Höfs wegen der Drogendeals verantworten. Routiniert eröffnet sie das Verfahren, hat allerdings einen Anschlusstermin, weswegen die Sache nach knapp zehn Minuten schon wieder vorbei ist. Mit wachem Blick verfolgt der Angeklagte das Geschehen. Aufmerksam, aber unbeeindruckt lauscht der kleine muskelbepackte Mann Staatsanwältin Jana Kohlros. Ihr zufolge soll der 38-Jährige im August vorigen Jahres in Altenburg im großen Stil mit Crystal gehandelt haben.

Stehen beim ersten Mal am 5. August 2016 auf dem Penny-Parkplatz in der Münsaer Straße in der Mittagszeit knapp 90 Gramm der synthetischen Droge, für die der Angeklagte 3860 Euro bekommen haben soll, zur Debatte, sollen es eine Woche später an selber Stelle schon 417 Gramm für 15 000 Euro gewesen sein. Jedoch traf man sich da am frühen Abend. Dabei soll K. dem Abnehmer, einem Kontaktmann des LKA, bereits signalisiert haben, dass er – bei Interesse – auch ein Kilogramm des verbotenen Aufputschmittels besorgen könne.

Darauf soll man sich laut Anklage am 27. August verständigt und dabei einen Kaufpreis von 29 Euro pro Gramm vereinbart haben– offenbar ein Rabatt wegen der größeren Menge. Die Übergabe soll dann wiederum zwei Tage später, kurz nach 19 Uhr, auf besagtem Parkplatz erfolgt sein. Jedoch soll K. dabei zunächst nur knapp 650 Gramm übergeben haben, weil der Rest noch im Anflug und erst gegen 20 Uhr lieferbar sei. So lange wollte das LKA aber nicht warten und griff vorher zu.

Abgesehen davon soll der Angeklagte aus Sachsen bereits vor den Deals, nämlich am 3. August, im Auto eines Kumpels, mit dem er zwischen Altenburg und der Spielothek in Nobitz unterwegs war, 21,5 Gramm dabei gehabt haben. Daher wirft ihm Staatsanwältin Kohlros in Summe vier Mal unerlaubten Besitz von und Handel mit Betäubungsmitteln vor. Sollte sich das bewahrheiten, drohen dem Familienvater mehrere Jahre Haft. Er kennt das Prozedere bereits, ist wegen Drogenhandels vorbestraft.

Zum Prozessauftakt schwieg er zu den Vorwürfen. Allerdings stellte seine Anwältin Astrid Koch für den Folgetermin am 26. April eine Erklärung dazu in Aussicht, die sie verlesen wolle. Dann sind auch eine ganze Reihe Zeugen geladen. Darüber hinaus hat die 11. Strafkammer drei weitere Verhandlungstage bis Ende Mai angesetzt.

Von Thomas Haegeler

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