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Altenburg Druck auf Druckleitung in Altenburg: Verzug, Mehrkosten und fehlende Feuerwehrzufahrt
Region Altenburg Druck auf Druckleitung in Altenburg: Verzug, Mehrkosten und fehlende Feuerwehrzufahrt
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12:23 30.03.2018
Auf der Baustelle in der Remsaer Straße in Altenburg geht es zwar voran, aber langsamer als geplant. Das führt zu weiteren Problemen für die betroffenen Anlieger. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Neben dem Regenüberlaufbecken am Teichknoten gibt es auch bei der zweiten Großbaustelle in Altenburg Probleme. Wie der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg (Waba) nun auf Nachfrage bestätigte, ist beim Bau der Druckleitung im Gewerbegebiet Poschwitz ein Verzug von sechs Wochen eingetreten. Dabei wird dort erst seit Anfang Mai gebaut. Zudem können mit dem Start der zweiten Bauphase Ende September (siehe Beitrag unten) weder Lkw noch Feuerwehr einen Teil der Remsaer Straße direkt anfahren. Um die Auswirkungen für ansässige Firmen dennoch so gering wie möglich zu halten, entstehen Mehrkosten.

Der Verzug liegt daran, dass man an der Kreuzung Remsaer Straße/Lindenweg auf bisher unbekannte Leitungen stieß, als die im Plan verzeichneten verlegt werden sollten. Es folgten tagelange Prüfungen und zusätzliche Ausschachtungen. Das wiederum machte eine Verlängerung der Sperrung dieses Bereichs um anderthalb Monate nötig. Der Endtermin für die Druckleitung, der jetzt auf den 9. Oktober 2018 festgesetzt ist, sei dadurch aber nicht in Gefahr, versicherte der Waba gegenüber Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) per E-Mail. Grund: Man konnte Arbeiten vorziehen, arbeitet im Fortgang parallel und mit dem Staukanal geht es gut voran. Vor fünf Monaten wollte man aber noch bis September 2018 fertig werden.

Immerhin gewährleistet man, wie versprochen, bisher uneingeschränkt die Zufahrt zu allen Firmen. Auch deswegen musste bis jetzt kein Unternehmen aufgeben. Allerdings beklagen ansässige Unternehmer bis zu einem Drittel Umsatzrückgang. Mit dem nächsten Bauabschnitt ändert sich nun die Erreichbarkeit – zumindest für die Senffabrik. Dass diese im Weihnachtsgeschäft aus Richtung Altenburg gar nicht mehr erreichbar ist, sondern nur noch über die Umleitung über die Ortsumfahrung, konnte der Waba jedoch abwenden. Allerdings nur, weil man einem Vorschlag von Senffabrik-Geschäftsführerin Helga Jungbeck folgte und eine drei Meter breite und 50 Meter lange Baustraße über das ebenfalls der Senffabrik gehörende Gelände der ehemaligen Disco „Crash“ baut.

Fehlende Feuerwehrzufahrt

Problem: Dieser Weg ist maximal für Kleintransporter ausgelegt, nicht aber für Lkw und damit auch nicht für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr. „Bis die dann einen Schlauch verlegt haben, sind wir im Ernstfall abgebrannt“, befürchtet Helga Jungbeck, die zugleich zu bedenken gibt, dass sich selbst durch diese Lösung der Zeitaufwand bei Anlieferungen erhöht. Deshalb will der Waba die dafür anfallenden Kosten auch übernehmen. Alles Mehrkosten, auf denen das kommunale Unternehmen sitzen bleibt, weil diese nicht durch die knapp fünf Millionen Euro Förderung des Landes gedeckt sind. Wie viel zusätzliches Geld zu den kalkulierten 5,6 Millionen Euro für die 7,4 Kilometer lange Druckleitung vom Schlachthof zur Kläranlage hinzu kommt, ist jedoch unklar. Dazu, zur fehlenden Feuerwehrzufahrt und zu anderen Fragen wollte Waba-Geschäftsführer Martin Wenzel am Freitag jedoch gegenüber der OVZ nichts sagen. „Ich habe keine Zeit“, lautete seine Antwort, ehe er genervt auflegte.

Auch dem Pressegespräch des OB am Mittwoch, in dem die Druckleitung neben dem Teichknoten ebenfalls Thema war, war Wenzel bereits ferngeblieben. Dort ließ er sich von Projektleiter Ulrich Vanheiden vertreten, der zur Druckleitung jedoch nur begrenzt auskunftsfähig war. Dass untergeordnete Mitarbeiter zu solch kritischen Themen Rede und Antwort stehen sollen, stieß auch beim Waba selbst auf Kritik. Zumal Wenzel eine Zeit lang parallel zum Pressegespräch in Wolfs Vorzimmer gesessen hatte.

Auf Autofahrer kommen Einschränkungen zu

Für Autofahrer ist die Abwasserbaustelle mit Behinderungen verbunden. „Wir wissen, dass wir die Anwohner einer Belastung aussetzen, die sie einschränken wird“, sagte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) bei einer Informationsveranstaltung im großen Ratssaal. Er stellte heraus, dass vor allem die Geruchsbelästigung deutlich weniger wird. „Außerdem schaffen wir mit dieser Leitung auch Planungssicherheit für den Schlachthof und andere Unternehmen in dem Gewerbegebiet und so auch für Altenburg.“ Denn der Schlachthof sei ein wichtiger Betrieb für die Stadt.

Betroffen werden sein: Kauerndorfer Allee, Rasephaser Straße, Alte Poststraße, Knausche Straße, Auenstraße und Denkmalring bis zur Kläranlage in Primmelwitz. Damit die Einschränkungen so gering wie möglich sind, gibt es keine Vollsperrungen. Stattdessen wird es einseitige Straßenführungen mit Ampeln, Einbahnstraßen und Umleitungen geben.

Ende September geht es in der Remsaer Straße auf Höhe Am Poschwitzer Weg los. Die Bauarbeiten schreiten dann weiter Richtung Westen voran. In der ersten Oktoberwoche will man die Kreuzung Remsaer Straße/Kauerndorfer Allee/Leipziger Straße erreichen. „Die Kauerndorfer Allee wird bis auf Höhe der Rasephaser Straße als Einbahnstraße stadtauswärts geleitet“, sagte Anke Schuhknecht, Leiterin der Straßenverkehrsbehörde. Als Alternative kann dann der Weg über die Leipziger Straße stadteinwärts genommen werden. Lkw müssen über die Ortsumfahrung nach Altenburg fahren.

Im Oktober soll es dann über die Kauerndorfer Allee bis zur Kreuzung der Rasephaser Straße weiter gehen. „Hier werden wir Ende Oktober, Anfang November beginnen“, so Schuhknecht. An dieser Stelle wird auch eine Vollsperrung nötig. „Diese wird aber maximal zwei Wochen dauern.“ Dabei wird über die Kopernikusstraße umgeleitet. In der Rasephaser Straße wird mit einer Ampel gearbeitet, so dass der Verkehr in beide Richtungen fahren kann.

Von Thomas Haegeler, Tatjana Kulpa

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