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Altenburg Druckleitung wirbelt Leben in Knau und Gerstenberg durcheinander
Region Altenburg Druckleitung wirbelt Leben in Knau und Gerstenberg durcheinander
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00:33 05.05.2018
Die Baustelle der Abwasserdruckleitung vom Gewerbegebiet Poschwitz zur Kläranlage befindet sich derzeit in der Knauschen Straße in Altenburg und wird demnächst die ländlichen Bereiche durcheinanderwirbeln. Quelle: Thomas Haegeler
Altenburg

Seit gut drei Wochen wird die Abwasserdruckleitung vom Altenburger Gewerbegebiet Poschwitz zur Kläranlage nach Primmelwitz weiter gebaut. Derzeit befindet sich die Baustelle hauptsächlich auf der Knauschen Straße in Altenburg. Bis auf eine Ampel, die mit Countdown-Zähler ausgestattet ist, halten sich die Verkehrseinschränkungen derzeit in Grenzen. Schließlich gibt es dort relativ wenige betroffene Anlieger. Das ändert sich aber bald. Den Informationen einer Einwohnerversammlung zufolge, die jüngst im Altenburger Rathaus stattfand, wird der nächste Bauabschnitt das Leben im Ortsteil Knau und der benachbarten Gemeinde Gerstenberg ziemlich durcheinanderwirbeln.

Trasse führt entlang von Hauptstraßen

Laut den zuständigen Planern führt die Druckleitung von der Knauschen Straße über den Denkmalring entlang der Gerstenberger Straße bis zur Knauschen Straße in Gerstenberg. Dort quert sie den Gerstenbach und führt anschließend weitgehend über freies Gelände bis zur Kläranlage nach Primmelwitz. Sieht der Zeitplan vor, bis Mitte Juni das Gebiet Altenburgs zu verlassen und die Grenze Gerstenbergs zu erreichen, will man dort bis Anfang/Mitte August innerorts arbeiten. Ende August soll dann offenes Gelände erreicht sein und im September geht es schließlich ans letzte Stück Richtung Kläranlage, wo man im Herbst ankommen will.

Während der Bauzeit kommt es entlang der skizzierten Route zu weiter reichenden Verkehrsbehinderungen. „Optimal wäre eine Vollsperrung, aber wir wissen um die Anwohner“, beruhigte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) die Volksseele. „Ähnlich wie in Rasephas wird durch Ampelschaltungen wechselseitiges Befahren möglich sein.“ Auch könne man den Denkmalring einseitig nutzen, zunächst von Gerstenberg nach Rasephas, später solle sich die Fahrtrichtung dann drehen.

Eine mehrwöchige Vollsperrung droht

Entgegen des Versprechens, ohne Vollsperrung auszukommen, muss man dennoch dazu greifen. Allerdings wird diese laut Planern auf zwei bis drei Wochen begrenzt. Hierbei verspricht Doris Seidemann von der federführenden Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) unbürokratische Hilfe: Neben öffentlichen Infos wolle man ein bis zwei Wochen vorher bei den betroffenen Grundstückseigentümern klingeln und sie informieren. „Wir werden uns das von Baugrube zu Baugrube anschauen und sehen, ob wir bei Härten fünf Meter vor oder zurück gehen können.“ Sie bitte allerdings, Lieferungen und Umzüge vorher anzuzeigen.

Darüber hinaus wird die Müllabfuhr anders geregelt. Wie Wolf sagte, fahre Remondis den Müll in einer Testphase nun bereits über Rasephas ab. „Wenn das gut läuft, will man künftig generell so fahren, um den Schwerlastverkehr über Knau zu reduzieren“, ergänzte der OB. Damit würde sich für viele Bewohner Knaus ein lang gehegter Wunsch erfüllen. Zudem bat eine Mutter darum, bei der halbseitigen Sperrung des Denkmalsrings den Fußweg klar von der Fahrbahn abzugrenzen, weil dort die Kinder zum Schulbus gehen. Auch dieser Forderung wollen die Verantwortlichen nachkommen.

Kein Anschluss an Kläranlage für Privatleute

Andere Dinge, die einige der rund 30 Anwohner bei der Versammlung aufmachten, aber nicht. Sie wollten etwa wissen, warum die Leitung überhaupt entlang der Straßen auf Umwegen und nicht direkt von Poschwitz nach Primmelwitz führe oder warum sie nicht gleich mit an die Abwasserleitung angeschlossen würden. Beides hat mit Zeit und Geld zu tun. Wie die Planer erklärten, hätte man beim direkten Verlegen zu viele Grundstücke gequert und entsprechend viele Eigentümer fragen und einbinden müssen. Ein langwieriger Prozess. Würden zudem alle Anlieger an die Druckleitung angeschlossen, wäre diese nicht mehr förderfähig, erklärte OB Wolf. Die Leitung werde mit 90 Prozent gefördert, weil sie dem Gewerbegebiet diene. „Daher können wir das nicht vermischen.“

Bis spätestens Jahresende muss die 7,4 Kilometer lange und rund 5,7 Millionen Euro teure Druckleitung funktionieren. Denn dann endet die zwischenzeitlich von Ende 2017 auf Ende dieses Jahres verlängerte Ausnahmegenehmigung des Schlachthofs, mit der er seine Abwässer über das Mischwassersystem der Stadt und über die Blaue Flut entsorgen darf. Insbesondere die Entsorgung in den Bach ist umstritten und eine Ursache für die latente Gesundheitsgefahr in Rasephas (die OVZ berichtete). Ziel der separaten Druckleitung ist es, die Abwässer vor allem des Schlachthofs, der Senffabrik und weiterer Firmen im Gewerbegebiet Poschwitz aus den öffentlichen Gewässern und dem Mischwassersystem zu entfernen.

Von Thomas Haegeler

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