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Altenburg Dünne Personaldecke:Meuselwitzer Schule sucht Alternativen
Region Altenburg Dünne Personaldecke:Meuselwitzer Schule sucht Alternativen
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00:30 12.06.2015
Schulleiterin Dagmar Diewald sucht Lösungen, um dem Lehrermangel zu begegnen. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Das stieß zwar nicht bei allen Eltern auf Verständnis, doch für Schulleiterin Dagmar Diewald und ihr Team war das die bessere Lösung.

"Sicherlich ist das Zusammenlegen der Klassen eine Belastung für die Kinder und die Lehrer, sitzen doch bis zu 30 Mädchen und Jungen in einem Raum. Doch so haben wir die Möglichkeit geschaffen, den Schülern den Stoff ohne Unterbrechung zu vermitteln", sagt die Chefin der musikalischen Grundschule. Dass für überschaubare Zeit aus drei Klassen zwei wurden, sei selbstverständlich mit dem Schulamt in Gera abgestimmt und mit den Lehrkräften der Schule beraten worden, betont sie. "Den Eltern haben wir das ebenfalls schriftlich mitgeteilt", so Diewald.

Zugespitzt hatte sich der Lehrermangel an der zweitgrößten Grundschule des Landkreises, an der 222 Kinder unterrichtet werden, als von den 13 Lehrern zeitgleich vier durch Krankheit ausgefallen waren. Bei elf Klassen geht die Rechnung dann nicht mehr auf.

"Aus pädagogischer Sicht war es in dieser Situation das Beste, die Klassen aufzuteilen. Sicherlich gibt es auch noch die Möglichkeit der Selbstbeschäftigung. Das mag in den oberen Klassenstufen funktionieren, in der Grundschule ist das nicht umsetzbar", sagt die Schulleiterin.

Die Schulleitung hätte vor der Zusammenlegung der Klassen nach anderen Wegen gesucht. "Das Schulamt konnte uns mit Lehrern ebenso wenig aushelfen wie andere Schulen. Ich habe selbst mehrere Grundschulen angerufen. In vielen herrschte gerade zu der Zeit eine ähnliche Situation wie bei uns", berichtet Diewald.

In der größten Not sei dann sogar eine Lehrerin, die erst vor zwei Monaten in Ruhestand gegangen war, an die Schule zurückgeholt worden. "Hier hat das Schulamt sehr schnell reagiert und die Kollegin befristet bis zum Schuljahresende wieder eingestellt. Das hilft uns sehr, denn eine Lehrerin ist mindestens bis dahin krank. Die anderen sind inzwischen alle wieder an Deck und die Schüler in ihren gewohnten Klassenverbänden", erklärt die Schulleiterin.

Ähnliche Situationen könnten immer wieder eintreten, denn das Durchschnittsalter der Lehrkräfte liege weit über 50 Jahre. Das sei allerdings an vielen anderen Schulen ebenso der Fall, sind doch vom Stellenabbau in früheren Jahren vor allem die jüngeren Pädagogen betroffen gewesen.

Eine Vertretungsreserve für Lehrer, wie es sie bis vor ein paar Jahren gab, wäre aus Diewalds Sicht ebenfalls eine Alternative, um Unterrichtsausfall oder das Zusammenlegen von Klassen zu vermeiden. Bei ihrem Besuch in der Meuselwitzer Grundschule habe Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) kürzlich davon gesprochen, dass der Aufbau einer solchen Reserve angedacht sei.

Wie es im neuen Schuljahr weitergeht, wisse sie derzeit noch nicht, erklärt Diewald, denn dann gehe eine weitere Lehrerin in Rente. "Ich habe zwar beim Schulamt einen neuen Pädagogen beantragt. Bisher habe ich allerdings noch keine Rückmeldung", so die Schulleiterin.

Marlies Neumann

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