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Altenburg Dürre Äcker brennen wie Zunder
Region Altenburg Dürre Äcker brennen wie Zunder
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17:50 10.07.2018
Die Feuerwehr Windischleuba kam am Montag bei einem Brand zum Einsatz, bei dem rund 2000 Quadratmeter Feld und Wald in Flammen standen. Quelle: Feuerwehr Windischleuba/Facebook
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Altenburg

Endlich Regen! Fröhlich platschten am Dienstag Kinder durch die Pfützen, eingehüllt in Regenmäntel, die sie zuvor lange nicht mehr in der Hand hatten. Und zahlreiche Feuerwehrleute im Altenburger Land atmeten erleichtert auf. Die wochenlange Hitze und Trockenheit hat den Landkreis ausgezehrt – und den Floriansjüngern mit Feld- und Ödlandbränden viel Arbeit beschert. „Der Regen war unbedingt notwendig. Nicht nur, weil alles verdorrte, sondern weil die Brandgefahr immer größer wurde“, sagte Luckas Stadtbrandmeister Svend Kunze. Die Kameraden aus der Schusterstadt haben in den zurückliegenden Tagen fünf Einsätze auf Feldern gefahren. „Das hielt sich zwar noch in Grenzen und meist waren es Amtshilfen für die sächsischen Kameraden. Aber solche Feldbrände fordern die Einsatzkräfte extrem und nehmen schnell mal mehrere Stunden in Anspruch“, betonte Kunze.

„Wir waren nahezu jeden Tag gefordert. Um die zehn Brände hatten wir zu bekämpfen“, bilanzierte der Meuselwitzer Wehrleiter Marcel Jankowski. Immerhin liegt Meuselwitz umgeben von weitläufigen Schlägen. „Bei Falkenhain, in Braunshain und Waltersdorf/Pflichtendorf waren die größten Einsätze. Hinzu kam eine Hilfeleistung für die Kameraden in Langendorf im Burgenlandkreis“, zählte Jankowski auf.

Tückischer Wind als zusätzliches Problem

Größter Feind für die Feuerwehr sei bei solch einem Feuer der Wind. „Es ist nicht nur einmal passiert, dass der Wind plötzlich umschlug und das Feuer dann sogar Einsatzfahrzeuge bedrohte. Glücklicherweise sind wir mit unserer Schnellangriffseinheit an Bord sehr flexibel und müssen nicht mühselig Schlauchbahnen ziehen“, schilderte der Feuerwehrchef.

Dennoch: Ohne die Unterstützung durch die betroffenen Agrarbetriebe gehe es nicht. „Die müssen mit dem Pflug eine Schneise ziehen, damit das Feuer gestoppt wird. Das gelingt auch meistens“, sagte Jankowski. Manchmal habe bei Erntearbeiten sogar schon ein Pflug am Feldrand für den Fall der Fälle in Bereitschaft gestanden. „Aber leider klappt das nicht immer.“ Mitunter sind die Kameraden auf weiter Flur auf sich allein gestellt.

Feuerwehrleute auf das Äußerste gefordert

Diese Erfahrung machte auch Windischleubas Feuerwehrchef Holger Naumann. Er und seine Kameraden waren erst am Montag am sogenannten Katzenbuckel bei Pöppschen gefordert. „Wir hatten dabei eine sehr gute Unterstützung durch benachbarte Freiwillige Wehren und durch die Berufswehr aus Altenburg. Doch so ein Brand bei so einer Hitze fordert jeden Feuerwehrmann auf das Äußerste.“ Früher, zu DDR-Zeiten, seien Pflüge in Bereitschaft sowie Löschwassertanks für die Agrarbetriebe gesetzlich vorgeschrieben gewesen. „Nach der Wende wurde das abgeschafft, obwohl diese Regelung viel Sinn machte und in benachbarten Bundesländern auch wieder eingeführt werden soll“, erzählte Naumann.

Grundsätzlich zeige sich bei solchen Ereignissen, wie wichtig auch im ländlichen Raum die Ausstattung der Feuerwehren mit Tanklöschfahrzeugen ist, obwohl es auch dafür keine gesetzliche Vorgabe gebe. „Wir haben es am Montag erlebt, wie gut es ist, auf Anhieb 2500 Liter gleich vor Ort zu haben. Ein weiterer Tanker ist dann immer gependelt, damit wir genug Wasser haben“, berichtete Naumann vom jüngsten großen Feldbrand, bei dem rund 2000 Quadratmeter und ein Stück Wald in Flammen aufgingen.

Versorgung mit Löschwasser häufig problematisch

Stephan Penndorf, Chef der Starkenberger Feuerwehr, pflichtet seinem Amtskollegen bei. „Wir haben in unserer Gegend ohnehin ein Problem mit der Löschwasserversorgung. Deshalb haben wir uns in Abstimmung mit den Landwirten selbst organisiert. Die Bauern haben an ihren Feldern vorsorglich Wassertanks mit 10 000 Litern Fassungsvermögen aufgestellt, auf die wir mit unserer Pumpe zugreifen können.“ Dass diese Vorsorge gut funktionierte, liegt nicht zuletzt an den schnellen Kontakten zwischen dem Landratsamt und dem Landwirtschaftsamt, welches die Agrarunternehmen um Mithilfe bat.

Mit dem Regen am Dienstag ist die größte Gefahr auf den Feldern nun – vorerst – gebannt. Das gilt im Übrigen auch für die Waldgebiete im Altenburger Land, wo am Montag noch die Waldbrand-Gefahrenstufe 4 herrschte und am Dienstag auf 1 zurückgestuft wurde.

Von Jörg Wolf und Kay Würker

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