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Durchbruch bei Schloss Tannenfeld

Umbaupläne Durchbruch bei Schloss Tannenfeld

Eine siebenköpfige Investorengruppe will bis Ende August die Schloss- und Parkanlage Tannenfeld für 280 000 Euro kaufen. Von Mai 2018 bis 2022 soll sie für zwölf Millionen Euro zu einem Pflegezentrum für Demenzkranke umgebaut werden. Die ersten Patienten könnten schon Mitte 2019 einziehen.

Schloss Tannenfeld liegt seit Längerem im Dornröschenschlaf.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Tannenfeld. Es scheint so, als ob die über 220-jährige Schloss- und Parkanlage Tannenfeld schon bald aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Eine siebenköpfige Investorengruppe will das historische Kleinod, das sich im Besitz des Landkreises befindet, bis Ende August für 280 000 Euro kaufen. Das kündigte deren Sprecher, Burkhardt Schreiber, am Mittwoch im Beisein von Landrätin Michaele Sojka (Linke) auf einer Pressekonferenz an. Im Mai 2018 soll die Sanierung der Anlage und der Umbau zu einem Zentrum für Demenzkranke beginnen. Die Kosten dafür und für die gesamten Planungen betragen laut Schreiber rund zwölf Millionen Euro.

Er räumte ein, dass er sich in seinem anfänglichen Zeitplan geirrt habe. In der Tat hatten die Investoren ihren ersten Plänen zufolge Anfang 2016 als Baustart angekündigt. Seit Ende 2014 besitzen sie die exklusive Kaufoption für das 15 000 Quadratmeter große Areal unweit der Autobahnanschlussstelle Ronneburg, was im Kreistag seit Monaten bereits zu mehreren ungeduldigen Anfragen führte, warum Kauf und Baustart denn so lange auf sich warten lassen.

Allerdings mussten die Investoren eine ganze Reihe Hausaufgaben erledigen, die aufwendig waren, viel Zeit kosteten, jetzt aber offenbar erledigt sind. Erstellt worden sind unter anderem eine Machbarkeitsstudie, die Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Löbichau und ein Bebauungsplan, in dem vor allem diverse Belange des Denkmalschutzes eingearbeitet werden mussten. Denn gerade für die in staatlichen Diensten stehenden Bewahrer alter Bauten ist die Schloss- und Parkanlage von herausragender Bedeutung.

Den Grundstein legte 1794 die Goethe-Freundin Anna-Dorothea von Kurland mit dem heute noch bestehenden Schlösschen, die auch den Landschaftspark im englischen Stil anlegen ließ. 100 Jahre später erweiterte ein Nervenarzt aus Leipzig das Areal zu einer Pflegeanstalt. Mit der nun geplanten Nutzung als Demenzzentrum würde die Tradition einer Kureinrichtung fortgesetzt und der vor dem Verfall stehende und thüringenweit einzigartige Komplex erhalten. Nicola Damrich vom Landesamt für Denkmalpflege würdigte die Investition am Mittwoch daher auch als herausragend und beispielgebend.

Die im Mai 2018 beginnende Bauphase beinhaltet die Sanierung fünf historischer Gebäude und die Erschließung des Geländes, zu der eine zentrale Kläranlage und eine Trinkwasserleitung gehören. Nach einer einjährigen Bauzeit sollen schon die ersten Patienten einziehen. Letztlich können bis zu 170 demente Menschen betreut werden, unter anderem auch in der Kurzzeitpflege, bei der es aktuell eine äußerst starke Nachfrage gibt.

Als Phase zwei folgt die Errichtung eines dreigeschossigen Neubaus mit 1300 Quadratmetern Fläche in moderner Architektur. Dem schließt sich die Sanierung des Schlösschens an, das zu gastronomischen Zwecken, zur Beherbergung von Angehörigen und zur Unterbringung eines Teils der Pflegekräfte dienen soll. Etwa Mitte 2022 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Investoren und Landrätin hoffen insbesondere durch die Gaststätte und die einzigartige Parkanlage auf eine touristische Vermarktung und deshalb auf die finanzielle Unterstützung durch die Landesregierung. Michaele Sojka zeigte sich am Mittwoch froh und erleichtert darüber, dass die Pläne nun umgesetzt und zuvor die vielen Probleme geklärt werden konnten. Angesichts dessen könne keine Rede davon sein, dass dafür zu viel Zeit benötigt wurde.

Von Jens Rosenkranz

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