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Eckgrundstück an der Neuen Sorge in Altenburg verkommt zur Mülldeponie

Bauruine Eckgrundstück an der Neuen Sorge in Altenburg verkommt zur Mülldeponie

Da sich der Eigentümer des Grundstücks im Ausland aufhalte, habe die Stadt nur wenig Handlungsspielraum, um gegen die Vermüllung vorzugehen. Das stört die Anwohner – und auch für Besucher des Schlosses ist es kein guter Eindruck von Altenburg.

Das Grundstück an der Gabelentzstraße Ecke Neue Sorge wird zunehmend zur Müllentsorgung missbraucht.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Das Eckgrundstück an der Gabelentzstraße Ecke Neue Sorge verwahrlost seit Jahren. Das ärgert nicht nur die Stadt, sondern auch viele Anwohner. Da es sich in privater Hand befindet, könne die Stadt aber nur wenig dagegen unternehmen.

Kinder spielen auf vermüllten Grundstück

„Es ist eine riesengroße Schweinerei“, sagt Anne Mateev, Anwohnerin der Neuen Sorge. Als „Mülldeponie mit Schlossblick“, beschreibt sie das Gelände. Doch nicht nur für die Anlieger sei es ärgerlich, auch für Touristen, die die Straße als Aufgang zum Schloss nutzen, sei das Grundstück kein guter Eindruck von Altenburg. „Es ist interessant, immer wieder zu hören, wie der Tourismus in Altenburg angekurbelt werden soll. Ganz naheliegende Dinge werden aber komplett missachtet“, gibt die Altenburgerin zu bedenken. „Im Seitengebäude des Grundstücks spielen sogar trotz einstürzender Decken Kinder – mitten in einer Müllhalde.“

Die zunehmende Vermüllung auf dem Grundstück ist der Stadtverwaltung bekannt. Da es sich aber um ein Privatgrundstück handele, könne man die Fläche nicht einfach beräumen, heißt es aus dem Rathaus. Der Kontakt zum Besitzer sei bereits erfolgt, „der Eigentümer hält sich derzeit im Ausland auf, daher ist er für die Stadt schwer haftbar zu machen“, sagt Christian Bettels, Sprecher der Stadt Altenburg.

Stadtverwaltung sieht keine Gefahr für die Öffentlichkeit

Ein weiteres Hindernis sei, dass bei einer Räumung durch die Stadt Gelder aus Steuermitteln verwendet werden würden. Dies hätte dann zur Folge, dass weitere private Flächen im Stadtgebiet auf Kosten der Steuerzahler gesäubert werden müssten.

„Die Vermüllung des Grundstückes an der Neuen Sorge ist leider nicht das einzige Problem der Stadt“, sagt Christian Bettels. Es gäbe auch andere Ecken, mit anderen Problemen. „Das kann ich so nicht akzeptieren“, hält Anne Mateev dagegen. „Da muss die Stadt in den sauren Apfel beißen, so viele in diesem Ausmaß vermüllte Grundstücke haben wir in der Innenstadt nicht.“

Für die Stadt sei es ein „Ärgernis“ und ein „ungünstiger Fall“, denn das Betreten von Privatgrundstücken ist für die Behörde nur möglich, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung besteht, beispielsweise bei einstürzgefährdeten Häusern oder Dachziegeln, die herunterzufallen drohen. Das sei für die Stadt hier nicht der Fall. Auch die im Haus spielenden Kinder habe die Stadt so nicht wahrgenommen. „Für uns wäre aber mal interessant zu wissen, warum sich der Besitzer das Grundstück angeeignet hat und was er damit vor hat“, heißt es weiter aus dem Rathaus.

Und so bleibt es wohl vorerst bei dieser innenstädtischen Schmuddelecke.

Von Mathias Schönknecht

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