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Ehekrise fünf Jahre nach Eingemeindung von Wintersdorf nach Meuselwitz

Ehekrise fünf Jahre nach Eingemeindung von Wintersdorf nach Meuselwitz

Für eine Bürgerbefragung zum Verbleib von Wintersdorf in der Stadt Meuselwitz hat sich der Ortsteilrat ausgesprochen. Nach fünf Jahren kommunaler Ehe zog Klaus-Peter Liefländer (50, UWW) ein Resümee, das darauf schließen lässt, dass die Wintersdorfer mit ihrem Partner nicht glücklich sind.

Meuselwitz. Von Marlies Neumann

Die Wintersdorfer seien 2007 frohen Muts und freiwillig zur Stadt Meuselwitz gekommen. Und das sei nicht mit leeren Händen geschehen. Als Geschenk habe man eine Million Euro mitgebracht, so Klaus-Peter Liefländer, der im Ortsteil Wintersdorf wohnt. "Wir Wintersdorfer hatten die Vorstellung von einem finanzkräftigen großen Partner, mit dem sich vieles bewegen lässt, zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger. Wir hatten die Vision von der Nordregion, die wir gelebt und gepflegt haben, bis wir uns eingemeinden ließen", so der Fraktionsvorsitzende. Nach der Eingemeindung sei die Arbeit in der Nordregion mangels neuer Ideen jedoch eingestellt worden, stellte er fest.

Dann erhob er den Vorwurf, Meuselwitz hätte gar nicht die Absicht gehabt, die Wintersdorfer mit offenen Armen zu empfangen. Die Aufzählung der Nackenschläge, die der kleine Ehepartner in den vergangenen fünf Jahren hinnehmen musste, war lang. Sie reichte von der Auflösung der Wassereinsatzgruppe über die Ausgliederung Lehmas und dessen Gewerbegebiet, die Abschaffung der Bauhoffeuerwehr bis hin zur immer wieder aufkeimenden Diskussion über die Finanzierung des Dorffestes und Fehlentscheidungen zum Haselbacher See. Das Vertrauen in eine gemeinsame Zukunft in Meuselwitz sei derzeit auf dem Nullpunkt angekommen.

Weil ihnen die Ausführungen Lief-länders "zu polemisch" wurden, verließen die gesamte Fraktion Bürger für Meuselwitz/SPD, zwei Stadträte der Linken und der CDU-Fraktionschef demonstrativ den Sitzungssaal. Und Bürgermeisterin Barbara Golder (64, CDU) kommentierte Liefländers Ausführungen so: "Es sei Ihnen gegönnt, dass sie heute ein Podium gefunden haben. Wir sind ja noch in der Faschingszeit."

Davon ließ dieser sich nicht beeindrucken und kündigte eine Bürgerbefragung an, bei der die Wintersdorfer sagen sollen, ob sie weiter bei Meuselwitz bleiben oder sich neu orientieren wollen.

"Dafür hatte sich der Ortsteilrat erst vor wenigen Tagen einstimmig ausgesprochen", sagte Ortsteilbürgermeister Thomas Reimann (57, UWW) gegenüber der OVZ. "Unser Gang nach Meuselwitz war das einzig Richtige für die Region, dazu stehe ich heute noch", betonte er. Doch seit dem Zusammengehen seien viele Fehlentscheidungen in Meuselwitz getroffen worden. Er mache sich deshalb Sorgen um die Zukunft der Stadt.

"In welche Richtung die Suche nach einem neuen Partner geht, das lasse ich offen. Erst müssen unsere Bürger befragt werden. Vielleicht wollen die meisten gar nicht wieder weg von Meuselwitz", so Reimann, der sich nicht aus der Reserve locken lassen wollte.

Zur Erinnerung: Vor der Eingemeindung nach Meuselwitz hatte es keine Bürgerbefragung gegeben. Damals entschied der Gemeinderat allein.

Nach nochmaliger Nachfrage wollte sich der Ortsteilbürgermeister zwar nicht auf eine Kommune festlegen, die für Wintersdorf nach einem Austritt aus Meuselwitz als Alternative in Frage käme, doch er nannte wenigstens einige Beispiele: Altenburg, Rositz oder vielleicht Kriebitzsch. Doch so weit sei es noch lange nicht, hofft er immer noch auf eine Überwinden der Krise.

Zu den Stadträten, die den Sitzungssaal nicht verließen, gehörte Antje Ulich (40, CDU). "Mich hat die gesamte Situation sehr bewegt, sowohl das Gesagte als auch die Reaktionen einiger Stadträte." Jörg Zöbisch (Linke) haben nach OVZ-Informationen die Ausführungen Liefländers zum Nachdenken angeregt.

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