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Altenburg Ehrenamt macht das kulturelle Leben erst bunt
Region Altenburg Ehrenamt macht das kulturelle Leben erst bunt
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07:46 27.11.2018
Mit rund 15 000 Besuchern war die Rositzer Kirmes die mit Abstand größte Veranstaltung im Ort und ohne die Unterstützung der Vereine undenkbar. Quelle: Mario Jahn
Rositz

Mit 27 Vereinen ist das sportliche und kulturelle Leben in Rositz äußerst reich. Ohne dieses immense ehrenamtliche Engagement wäre das Leben in der Ex-Chemiearbeitergemeinde bedeutend farbloser. Das weiß auch Bürgermeister Steffen Stange (parteilos), weshalb er einer schönen Tradition folgend die Vereinschefs zum Jahresende zu einer großen Runde bittet. Einfach, um über weitere Pläne zu berichten und Zurückliegendes nochmals Revue passieren zu lassen.

„Dass dies sehr gut angenommen wird, zeigt allein die Tatsache, dass von den 27 Vereinen beim jüngsten Treffen im Kulturhaus 19 anwesend waren“, so Stange, der ebenso nicht vergaß, den Vereinen zu danken. „In unserer Gemeinde gibt es ein sehr hohes Maß an Bürgersinn und aktiver Bürgerhilfe. Das Fundament hierfür bilden die Vereine und deren aktive Mitglieder, die dafür gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr, den beiden Kirchengemeinden, den Schulen und den gemeindlichen Einrichtungen dafür Sorge tragen“, so das Gemeindeoberhaupt.

Fehlender Nachwuchs macht Vereinen Sorgen

Allerdings sparte Stange auch die nachdenklichen Töne nicht aus: „Es wird sehr schwierig, dieses aktive lebendige Gemeindeleben zu erhalten. Denn das große Problem, das wir schon haben, was sich noch massiv verstärken wird, ist, neue aktive Mitglieder zu gewinnen, ganz besonders Nachwuchs zu finden. Aber auch junge aktive Mitglieder, die mehr Verantwortung übernehmen, die in den Vorständen mitarbeiten oder spezielle Aufgaben übernehmen wie die Chorleitung im Gesangsverein, um so dem Verein eine Zukunft zu sichern. Doch diese Mitglieder fehlen ihnen leider.“

Das zeige sich vor allem im ländlichen Raum – und zwar deutschlandweit. „Seit 2006 haben sich in diesen Regionen über 15 000 Vereine aufgelöst.“ Dabei sparte Stange auch nicht mit Kritik an Land wie an Bund. „In unserem Land sprudeln die Steuereinnahmen, doch in den Städten und Gemeinden kommt davon nicht allzu viel an. Und darum fehlen natürlich auch finanzielle Mittel, um die Vereine besser zu unterstützen. Wir haben eine sehr gute Infrastruktur als ehemalige große Industriegemeinde, auch im Vereinsbereich. Und wir versuchen als Gemeinde mit jetzt nur noch circa 2890 Einwohnern, das alles auch zu erhalten, was ein enormer Kraftakt ist.“

Ambitionierte Pläne für die Zukunft

Trotz der sinkenden Einnahmen erhalte man das Kulturhaus, eine Turnhalle, eine Kegelbahn, zwei Sportplätze, zwei Heimatmuseen, eine Bibliothek, einen Jugendclub, einen Seniorenclub, den Bernsteinhof und ein Freibad. Allein letzteres koste pro Jahr um die 60 000 Euro – und Rositz habe keinerlei Unterstützung durch Stadtwerke. „Das große Engagement der Vereine wird in einer tollen Jugendarbeit sichtbar, speziell in den vier Sportvereinen, aber auch bei Feuerwehr und im Karnevalclub“, hob Stange hervor. Hinzu kommen Feste und andere Veranstaltungen – im vergangen Jahr waren das wieder weit über 30.

Höhepunkt war dabei die 27. Rositzer Kirmes, zu der über 15 000 Besucher kamen. Ein weiteres Fest am Sonntag wirft bereits seine Schatten voraus: Erstmals sind in die Durchführung des Adventsfestes am 2. Dezember fünf Vereine involviert, federführend der Karnevalclub, der Heimatverein, der Kunstradsportverein, Judosportverein und der Angelsportverein. Dort sollen die Einnahmen übrigens komplett in die Sanierung der Orgel in der evangelischen Kirche fließen.

Weitere Pläne aus den Vereinen klingen für die Zukunft ebenso ambitioniert: Die Kegler planen beispielsweise den Neubau eines Mehrzweck- und Funktionsgebäudes sowie den Umbau auf LED für die gesamte Anlage. Und runde Jubiläen bereiten die Bergbrüder (10 Jahre) sowie der Heimatverein (25 Jahre) für 2019 vor.

Von Jörg Wolf

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