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Altenburg Ehrenhainer diskutieren über Flüchtlinge
Region Altenburg Ehrenhainer diskutieren über Flüchtlinge
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12:09 28.10.2015
Um über Probleme und Lösungen bei der Unterbringung der Asylbewerber zu informieren, hatten Land und Gemeinde zur Bürgerversammlung in die Fuchsbaude geladen.   Quelle: Mario Jahn
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Ehrenhain

 Sehr gut besucht war am Dienstagabend die Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlinge und Asyl in Ehrenhain. Rund 80 Personen hatten sich im Saal der Fuchsbaude eingefunden, um sich über die aktuelle Situation im Landkreis informieren zu lassen. Landrätin Michaele Sojka (Linke), Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) und Daniela Diersch vom Ordnungsamit Nobitz stellten sich den Fragen.

 Die Sorgen der Ehrenhainer waren groß. Viel Kritik wurde am derzeit unkontrollierten Zustrom der Flüchtlinge laut. Die gewählten Volksvertreter hätten hier über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden. „Die Flüchtlingsströme machen auch mir Angst“, gab Sojka zu. Trotzdem könne der Landkreis selbst die Einwanderung nicht beeinflussen, sondern lediglich reagieren. Auch Hendrik Läbe zeigte Verständnis für die Bürger. In dieser Frage solle man sich direkt an die Entscheider auf Bundesebene wenden, so der SPD-Politiker. „Geht zu den Sprechstunden eurer Abgeordneten und macht denen die Hölle heiß“ riet er den Ehrenhainern.

Dass sicherlich nicht alle Flüchtlinge auch im Landkreis bleiben dürfen, stellte Sojka klar. Und fand deutliche Worte zur Frage, wie mit abgelehnten und zur Abschiebung vorgesehenen Asylbewerbern verfahren werde. „Eine begründete Abschiebung wird auch durchgesetzt“, so die Landrätin. Gleiches gelte für Asylbewerber, die Straftaten begehen. „Wer die Gesetze nicht einhält, wird abgeschoben.“ Gleichzeitig forderte Sojka eine Aufstockung der Polizei, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Ergänzend dazu nahm Daniela Diersch Stellung zu den zur Zeit kursierenden Gerüchten über Asylbewerber. Weder wären diese übermäßig gewaltbereit, noch müssten Frauen Angst vor Übergriffen haben. Stattdessen sei die Mehrheit der Neuankömmlinge friedlich und zurückhaltend. Das habe auch von ihren Kontakten in ganz Thüringen bestätigt bekommen. „Die Angst im Altenburger Land ist unbegründet.“

Die wohl drängendste Frage des Abends, war allerdings nicht abschließend zu beantworten: Wie viele Flüchtlinge nach Ehrenhain kommen werden. Das hänge letztlich davon ab, wie viele Flüchtlinge der Gemeinde zugewiesen werden und wie viel Wohnraum zur Verfügung gestellt werden könne. Beides stehe noch nicht fest. Die Bürger sollen aber rechtzeitig informiert werden. „Wenn eine Unterbringung stattfindet, gehen wir auf die Einwohner zu – wir verheimlichen nichts“, stellte Daniela Diersch klar.

Einigkeit herrschte über die geplante Unterbringung der Flüchtlinge. Wichtig sei hier laut Sojka, dass diese so dezentral und flächendeckend wie möglich geschehe. Man wolle die Flüchtlinge lieber in Wohnungen unterbringen und keine Flüchtlingssiedlungen am Rand der Gemeinden entstehen lassen. Bei immerhin knapp 15 Prozent Leerstand im Altenburger Land sei dieses Ziel sicherlich auch zu erreichen, so Sojka.

Von Bastian Fischer

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