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Eigentümer möchte Meuselwitzer Heizkraftwerk wieder anfeuern

Neue Anträge gestellt Eigentümer möchte Meuselwitzer Heizkraftwerk wieder anfeuern

Es ist ein Reizthema für die Schnauderstadt: Das seit mehr als drei Jahren abgeschaltete Heizkraftwerk Meuselwitz-Lucka soll nach dem Willen des Eigentümers womöglich noch dieses Jahr wieder in Betrieb genommen werden. Ein entsprechender Antrag wird derzeit beim Landesverwaltungsamt geprüft – der Landkreis indes sperrt sich gegen das Vorhaben.

Das Meuselwitzer Heizkraftwerk soll nach dem Willen des derzeitigen Eigentümers noch in diesem Jahr wieder den Betrieb aufnehmen.

Quelle: Mario Jahn (Archiv)

Meuselwitz. Es war eine kurze Anfrage, die Ralf Plötner, Linken-Fraktionschef im Kreistag, vor kurzem im Gremium vorbrachte – aber eine, die durchaus Sprengstoff beinhaltete. Ob dem Landratsamt bekannt sei, dass es Pläne gebe, das Heizkraftwerk Meuselwitz-Lucka (HKW) wieder in Betrieb zu nehmen, wollte er wissen.

Die gibt es tatsächlich, steht nun fest. Ein entsprechender Antrag zur Wiederaufnahme des Betriebs bis zum Jahresende 2017 sei am 20. Februar beim Thüringer Landesverwaltungsamt eingegangen, bestätigt die Behörde auf OVZ-Anfrage. Dieser sei, so habe man dem derzeitigen Eigentümer – der DIT Verwaltungs GmbH – mitgeteilt, jedoch mit Blick auf die alte Anlagentechnik nicht umsetzbar. „Daraufhin wurde am 6. März ein weiterer Antrag auf wesentliche Änderungen der Anlage im Einklang mit neuen Verordnungen gestellt“, berichtet Pressesprecher Adalbert Alexy. Um das HKW wieder in Betrieb zu nehmen, müssten erhöhte Anforderungen, insbesondere bei der Messtechnik und der Einhaltung der Grenzwerte bei Stickoxid, Rauch und Ammoniak erfüllt werden. Die entsprechende Umsetzung werde nun vom Verwaltungsamt geprüft. An der Art der zu verbrennenden Stoffe, so Alexy, habe sich hingegen nichts geändert, sie seien daher auch nicht nochmals zu genehmigen. Gefährliche Stoffe sollen aber keine verheizt werden, betont er.

Anders sieht man die Sache indes beim Landratsamt. „Aus unserer Sicht ist kein wichtiger Grund für die Wiederinbetriebnahme erkennbar“, teilt Birgit Seiler, Fachdienstleiterin für Natur- und Umweltschutz, mit. Ein solcher müsse aber für die beantragte Verlängerung zwingend gegeben sein. Zudem habe die DIT nach dem Betriebsstopp drei Jahre Zeit gehabt, die Anlage nach den laut Betreiber erfolgten intensiven Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten wieder anlaufen zu lassen – diese Möglichkeit jedoch nicht genutzt. Diesen Standpunkt habe man auch bereits in einer Stellungnahme an das Landesverwaltungsamt deutlich gemacht.

Dass die finale Entscheidung rund um die Schnauderstadt mit Spannung erwartet werden dürfte, zeigt auch ein Blick auf die kontroverse Geschichte der Anlage, die immer wieder in der Kritik stand. Ursprüngliche Pläne, gemeinsam mit dem HKW auch eine Konservenfabrik zu errichten, die mit im Kraftwerk erzeugtem Dampf versorgt werden sollte, wurden nie umgesetzt. Auch, dass zusätzlich zur zunächst vorgesehenen Verbrennung von nicht oder leicht kontaminierten Hölzern bald auch andere Stoffe und Abfälle – etwa Schredderleicht- und Spuckstoffe – verfeuert wurden, beunruhigte die Bürger.

Der Sorge vor möglichen Umweltbelastungen trug das Landratsamt damals mit intensiver Überwachung der ausgestoßenen Rauchgase Rechnung. Die entsprechenden Daten wurden beständig per Datenfernübertragung kontrolliert.

Bereits 2009 musste die Anlage Insolvenz anmelden, der Betrieb lief jedoch weiter. Ende 2013 wurde das Kraftwerk schließlich abgestellt, den verbliebenen 20 Mitarbeitern zur Jahresmitte 2014 gekündigt. Grund für die Entscheidung war nicht zuletzt der intensive Verschleiß des Kraftwerks, der kosten- und zeitintensive Arbeiten nach sich zog, hieß es. Auch die Besitzer wechselten über die Jahre immer wieder. Seit Februar 2016 ist die DIT Verwaltungs GmbH Eigentümerin des Kraftwerks.

Von Bastian Fischer

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