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Altenburg Eigentümer verschieben Beginn der Sanierung auf Anfang 2018
Region Altenburg Eigentümer verschieben Beginn der Sanierung auf Anfang 2018
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20:00 07.06.2017
Seit Ende 2015 ist der Altenburger Hof geschlossen. Das Hotel soll im kommenden Jahr umgebaut und saniert werden. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Umbau und Sanierung des seit Weihnachten 2015 geschlossenen Hotels Altenburger Hof lassen weiter auf sich warten. Die Eigentümer haben ihren Zeitplan nach hinten verschoben, wollen an der knapp fünf Millionen Euro teuren Investition jetzt aber nicht mehr rütteln. Das erklärte Eugen Höschele, der Berater der in Stuttgart ansässigen Eigentümer, gegenüber der OVZ.

Anfang dieses Jahres ging Höschele noch davon aus, dass im April klar sei, wie die Immobilie umgestaltet wird. Baustart sollte noch in diesem Jahr sein. Jetzt gab er als realistischen Zeitpunkt für den Baubeginn das Frühjahr 2018 an. Im Juli sollen – als unabdingbare Voraussetzung und als Signal für die Investitionsbereitschaft – die Fördermittelanträge bei der Thüringer Aufbaubank gestellt werden. Es handele sich keinesfalls um eine Verzögerungstaktik oder um Desinteresse an der Immobilie, sondern es müsse alles gut überlegt sein, sagte er. „Jetzt gibt es aber kein Zurück mehr.“

Entschieden ist offenbar, dass auf Einzelzimmer verzichtet und nur Doppelzimmer angeboten werden. Bis zu seiner Schließung besaß das Hotel 150 Zimmer, deren Anzahl allerdings reduziert wird, möglicherweise auf 120. Klärungsbedarf besteht nach wie vor, wie die Küche gestaltet und ob das Restaurant nicht nur für Hotelgäste, sondern auch von auswärtigen Besuchern genutzt werden kann. Fest steht, dass der Bau in zwei Abschnitten erfolgt. Der Neugestaltung der Zimmer folgen die Bereiche Rezeption und Gaststätte.

In den vergangenen Monaten fanden bereits Gespräche mit der Landesregierung wegen einer finanziellen Unterstützung statt. Das Wirtschaftsministerium wartet jetzt auf die Förder-Anträge, die allerdings noch mit Fakten und Zahlen untersetzt werden müssen. Dafür brauche es aber noch Zeit, sagte Höschele. Auch hänge die Höhe der Fördergelder vom jeweiligen Hotel-Betreiber ab, mit denen man ebenso seit geraumer Zeit in Verhandlungen stehe und auch das passende Konzept bespreche.

Der Altenburger Hof wurde jüngst ebenso im Stadtrat thematisiert, wobei sich speziell die CDU nach dem Stand der Dinge erkundigte. „Kein Signal steht auf Rot“, antwortete Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). Allerdings bestehe Klärungsbedarf zwischen den Investoren und den Geldgebern. Er erwartete wöchentlich das Signal, dass es losgehe, erklärte der Rathauschef.

Die Hotel-Besitzer selbst gelten als sehr scheu und haben um Anonymität gebeten. OVZ-Informationen zufolge handelt es sich um eine Investorenfamilie aus Stuttgart, die sich unter anderem bereits mit der Ortskernsanierung im Stuttgarter Stadtteil Weilimdorf einen Namen gemacht hat und ebenso im Wohnungsbau aktiv ist. Der Altenburger Hof ist allerdings das einzige Hotel in ihrem Besitz.

Wie dringend die Skatstadt das Hotel benötigt und wie sehr es ihr fehlt, verrät ein Blick auf die Statistik, die seit der Schließung einen dramatischen Rückgang der Übernachtungszahlen aufweist. Diese sanken im Vergleich von 2015 zu 2016 von 80 548 auf 36 949. Auch andere Hotels im Landkreis konnten den Verlust nicht kompensieren. Im Altenburger Land gingen die Übernachtungszahlen im Vergleichzeitraum von rund 140 000 auf 94 000 zurück. Es ist das schlechteste Ergebnis seit Beginn der statistischen Erhebungen für das Tourismusgewerbe auf Kreisebene im Jahr 2001.

Von Jens Rosenkranz

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