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Ein Abschied mit Wehmut -Pfarrer Herfurth geht in Ruhestand

Ein Abschied mit Wehmut -Pfarrer Herfurth geht in Ruhestand

Der Gottesdienst in der Trebener Kirche war am Sonntagnachmittag seine letzte Amtshandlung als Pfarrer in der Gemeinde. Danach verabschiedete die Kirchgemeinde Detlev Herfurth mit einer großen Kaffeetrinken in den Ruhestand.

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Für die Sanierung im Innenbereich der Trebener Dorfkirche hat sich Pfarrer Detlev Herfurth stark gemacht.

Quelle: Mario Jahn

Treben. Von Marlies Neumann

Er ist groß und eine stattliche Erscheinung, wenn er in seinem Talar in der Kirche steht. Das erste Gotteshaus, in dem Detlev Herfurth predigte, war das in Kosma. Doch das tat er erst nach seiner Ordination ab 1981. Gleich nach seinem Theologiestudium, das er 1973 in Halle abschloss, war der Mann mit der beruhigenden Stimme nicht als Pfarrer, sondern in der Bibelanstalt im Magdalenenstift in Altenburg tätig. "Ende der 70er-Jahre habe ich sogar eine Ausbildung zum Buchhändler gemacht", erzählt. Nach der Wende habe er in der Bibelanstalt nach und nach die Leute entlassen und die Liquidierung vornehmen müssen.

In Windischleuba bekam der nachdenkliche Mann dann 1993 eine Pfarrstelle. Zwei Jahre später wechselte sein Zuständigkeitsbereich nach Treben und Gerstenberg. 1997 zog er mit der Familie nach Treben, wo er bis jetzt im Pfarramt sein Zuhause hatte. Einige Jahre später kam zu seiner Pfarrstelle das ihm wohlbekannte Windischleuba hinzu, und vor zwei Jahren übernahm er auch noch die Verwaltung der Kirchgemeinde Rasephas. "Unterm Strich waren das 914 Kirchenmitglieder. Für eine ganze Pfarrstelle müssten es aber 1200 sein", meint Herfurth.

Als Pfarrer habe er in den vergangenen rund 30 Jahren für die Sanierung und Restaurierung der Gotteshäuser viel Geld ausgegeben, zieht er eine stolze Bilanz. "Ich habe aber auch viele Gelder beschafft und bin hartnäckig geblieben, wenn es nicht auf Anhieb klappte", versichert er. So hat die Sanierung des Inneren der Trebener Kirche einschließlich des Taufbeckens weit mehr als 100 000 Euro gekostet. "Dafür bin ich dem Pfarrer sehr dankbar, denn die Kirche ist das älteste Gebäude im Dorf", meint Trebens Bürgermeister Klaus Hermann (CDU), der auch voll des Lobes darüber ist, was Herfurth in der Kirchgemeinde sonst noch leistete.

Ob Gemeindefeste, Radtouren, Kindernachmittage oder lebendiger Adventskalender, überall engagierte sich der Wahltrebener. "Bei vielen Dingen hat mich meine liebe Frau Elisabeth unterstützt. Außerdem war sie im Kirchenchor aktiv oder hat bei Gottesdiensten die Orgel gespielt." Die Juristin, die seit Ende vergangenen Jahres im Ruhestand ist, war zuletzt am Amtsgericht in Altenburg tätig. Die beiden Pfarrerskinder, eine Tochter und ein Sohn, gehen längst ihre eigenen Wege.

Doch nicht nur in Treben hinterlässt der Pfarrer seine Spuren. Auch in Windischleuba ist es seinem großen Engagement zu verdanken, dass zum Beispiel der Kirchturm saniert und ein neuer Gemeinderaum geschaffen wurde. "An der Windischleubaer Kirche gibt es noch einiges zu tun. Ich hoffe nur, dass es weitergeht, wenn ich weg bin", sagt er. Sein Nachfolger hätte in der Gemeinde Windischleuba einen guten Partner, diese Erfahrung hat Herfurth selbst machen können.

Von dem, was er in den vielen Jahren in Angriff genommen hat, ist fast alles umgesetzt worden. "Was nicht verwirklicht werden konnte, ist das Projekt einer CD in der Windischleubaer Kirche. Schlossorganist Felix Friedrich wollte dort an der Trampeli-Orgel spielen. Das Vorhaben ist leider an fehlenden finanziellen Mitteln gescheitert", bedauert er zutiefst.

Die Restaurierung des Epitaphs in der Trebener Dorfkirche ist ebenfalls ein Vorhaben, welches noch nicht verwirklicht ist. "Doch die Fördergelder sind bewilligt und die Figuren beim Restaurator", berichtet er und strahlt übers ganze Gesicht. Allerdings schwingt dabei auch ein wenig Wehmut mit, weil er die Vollendung nicht mehr im Amt als Pfarrer erleben kann.

Traurig stimme ihn aber vor allem, dass die Amtsübergabe nicht an einen direkten Nachfolger möglich ist. Ein Jahr lang sei ohne Erfolg ein neuer Pfarrer gesucht worden. "Nun übernimmt Pfarrer Ulrich Storck aus Altenburg erst einmal die Vakanzverwaltung und wird einmal pro Woche in Treben sein", so Herfurth. Das sei enttäuschend für die Mitglieder der Kirchgemeinde.

Mit seiner Frau, die ihm in den ganzen Jahren eine große Stütze war, zieht Detlev Herfurth nun nach Leipzig - aus der riesigen Wohnung im Pfarramt in eine kleinere in einem frisch sanierten Mietshaus. "Es wird natürlich eine Umstellung für uns, mit 19 Mietparteien in einem Haus zu wohnen", meint der 62-Jährige.

Doch in der Wohnung versauern wollen er und seine Frau ohnehin nicht. "Wir möchten rauskommen und dafür bietet Leipzig genügend Möglichkeiten, wie das Gewandhaus oder die Oper. Meine Frau will weiter in einem Kirchenchor singen, und ich möchte mich in meiner Heimatstadt im Förderverein Naumburger Dom engagieren."

Bei der Frage, was er in der Großstadt vermissen wird, meint er nach kurzem Überlegen: "Dass einen die Leute auf der Straße grüßen. Hier im Dorf kannte mich jeder. Fehlen wird mir auch meine Autowerkstatt, die schon meinen Trabi repariert hat. Aber auch die Nachbarn, mit denen ich über den Gartenzaun oft ein Schwätzchen gehalten habe."

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