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Ein Déjà-vu nach dem anderen / Freiberger Sammler stellt im Lindenau-Museum "Kunst aus Siebenbürgen" aus

Ein Déjà-vu nach dem anderen / Freiberger Sammler stellt im Lindenau-Museum "Kunst aus Siebenbürgen" aus

Irgendwie kommt ihm das bekannt vor. Als hätte er das Gemälde schon einmal gesehen. Und doch unterscheidet es sich von anderen Werken desselben Stils.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Jenifer Hochhaus

Expressiv schlingen sich die blauen Linien ineinander, lehnen sich unruhig zwischen Orange, Weiß und Grün. Man spürt den Einfluss Kandinskys, diese Ausdruckskraft. Man sieht, dass der geborene Kronstädter Hans Mattis-Teutsch vom Expressionismus beeinflusst war, dass er auch in München studiert hat. Mattis-Teutsch ist beispielhaft für die Künstler des Landstrichs Siebenbürgen, der heute in Rumänien liegt. Mattis-Teutsch war einer jener Maler, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Siebenbürgen weggingen, Kontakte zur europäischen Avantgarde knüpften und die Erfahrungen mit in die Heimat nahmen. "Genau das sieht man den Werken an, sie sind von deutschen und französischen Kunstrichtungen beeinflusst", beschreibt Böhm. "Aber oft zeigen sie den Stil viel gemäßigter." Genau dieses Motiv des Bekannten, das in milderer Form wiederkehrt, ist desöfteren in der Ausstellung zu finden. Es vereint die Gemälde, Grafiken und Skulpturen, die sonst so unterschiedlich sind.

Das Lindenau-Museum widmet sich der Aufgabe, Künstler nahezu aller Strömungen und Schulen Siebenbürgens zu präsentieren. Neben den zeitgenössischen finden sich Werke der drei großen Künstlerregionen. In den Gemälden der Malerschule und Künstlerkolonie Frauenbach sind die fauvistischen Einflüsse zu erkennen. Immer wieder sind Motive aus der Landschaft dargestellt, "ganz typisch für siebenbürgische Kunst", erklärt Böhm. Bei den Kronstädter Künstlern spiegelt sich der deutsche Expressionismus wider. Und die Klausenburger sind realistischer, an Franzosen wie Cézanne orientiert. Trotz der Fülle: Einige Strömungen fehlen, surreale Bilder gibt es zum Beispiel nicht. "Damit kann ich nichts anfangen", erklärt der Freiberger Sammler.

Sein Sammlungsschwerpunkt ist ohnehin nicht auf Vollständigkeit der Stile ausgelegt. Als er begann, sich für Kunst zu interessieren, wollte er die Werke sammeln, die zu verschwinden drohten oder nicht wahrgenommen wurden. "Es war ein bisschen Patriotismus dabei. Denn Siebenbürgen gehörte zur Terra Incognita." Also zu einer Region im Osten, von der nur wenige Künstler auch international beachtet wurden. Genau das wollte der Arzt ändern. Mit der Ausstellung ist es ein Stück weit gelungen: "Sie gewährt einen interessanten Einblick in eine uns unbekannte Welt", sagt die neue Museums-Direktorin Julia Nauhaus, die das Projekt von ihrer Vorgängerin Jutta Penndorf weitergeführt hat.

Genau solche Sätze freuen Böhm, als am Sonnabend die Ausstellung eröffnet wird. Nicht nur, weil seine Sammlung nun Altenburg zu sehen ist, sondern auch weil die Vernissage auf den 79. Geburtstag seines Vaters fällt. Und er hatte schließlich in den 60er-Jahren in Rumänien damit begonnen, Kunst zu sammeln, später in Deutschland seinen Sohn für das Hobby begeistert. Dieser sammelt inzwischen auch Werke zeitgenössischer Künstler aus Rumänien, Ungarn, der Slowakei und seiner neuen Heimat Sachsen.

So wie die Hologrammkunst von Waldemar Mattis-Teusch, dem Urenkel des Kronstädters Malers. Werden die Werke richtig beleuchtet, funkelt das Licht in ihnen, lässt Formen erscheinen. Und erinnert an etwas, das einem irgendwie bekannt vorkommt.

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