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Altenburg Ein Fest ohne Baum: Radsport-Familie Andrä/Saro feiert Weihnachten etwas anders
Region Altenburg Ein Fest ohne Baum: Radsport-Familie Andrä/Saro feiert Weihnachten etwas anders
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18:48 23.12.2013
Ohne Baum, aber mit Weihnachtsdekoration macht es sich Familie Andrä/Saro dieses Jahr daheim gemütlich. Ein Kartenspiel vorm Kamin gehört für Janka (l.), Vivian und Yannick Andrä sowie Thomas Saro (2.v.r.) unbedingt zum Fest dazu. Quelle: Mario Jahn

Dennoch ist der Radsport-Familie das Fest der Feste wichtig, weil sie gemeinsam Zeit verbringt und sich den angenehmen Dingen des Lebens widmet. Bewegung wird über die Feiertage trotzdem groß geschrieben.

"Ein Baum würde sich bei uns nur einsam fühlen und frieren", sagt Thomas Saro (46) und liefert damit gleich den Grund für das Fehlen desselben. Als er und Janka Andrä (44) sich vor fünf Jahren - übrigens übers Internet - kennenlernten, entdeckten sie schnell eine gemeinsame Leidenschaft: den Wintersport. Dabei ist es ihnen egal, ob mit den Langlauf-Skiern oder auf der Abfahrtspiste. Somit geht es jedes Jahr pünktlich zu Weihnachten raus aus dem Alltag und rauf auf die Berge.

"Das liegt daran, dass unsere Geschäftsjahre abgeschlossen sind und der Radsport Pause macht", erklärt die freiberufliche Bausparfachfrau, deren Lebenspartner als Handelsvertreter für Dental-Artikel ebenfalls selbstständig ist. "Dadurch haben wir Zeit und den Kopf frei." Nur eben dieses Jahr nicht. Denn die beiden Radsport-Trainer des SV Aufbau, die im vergangenen Jahr die C-Lizenz gemacht haben, bauen seit September für sich und die Kinder Vivian (15) und Yannick Andrä (11) ein neues Nest, sprich eine Wohnung, aus.

"Der Urlaub war schon gebucht, weil ich das immer gleich im Anschluss an den vorherigen mache", erinnert sich Janka Andrä und Thomas Saro ergänzt: "Und dann haben wir uns entschlossen, die Wohnung auszubauen." Daher werde es diesmal eher ein arbeitsintensives Weihnachten, an dem es die Wohnung in den Griff zu kriegen gilt. "Denn in fünf Wochen ziehen wir um."

Das Paar schenkt sich nichts, weil beide finden, dass sie sich selbst das größte Geschenk sind. "Da ticken wir gleich", sagt Saro, während Andrä nickt. "Bei uns gibt es für die Kinder auch keine Berge von Süßigkeiten und Geschenken. Schließlich bekommen sie von den Großeltern schon genug und das Jahr über von uns alles, was sie brauchen. Vivian zum Beispiel ein Wochenende allein mit Mutti und Yannick viel für den Radsport."

Zudem seien die Kinder inzwischen raus aus dem Alter, wo der Weihnachtsmann und die Bescherung mit Spannung erwartet werden, meint die Mama. "Mit Yannick gab es deswegen auch schon Stress, weil er sich einen fernsteuerbaren Outdoor-Hubschrauber wünscht, aber Angst hat, dass ich etwas Falsches kaufe, und er es deswegen lieber gleich selbst besorgen will." Vivian hingegen verbringe die Feiertage bei ihrem Vater in Bremen. "Wir sind eine Patchwork-Familie."

Dementsprechend verbringt man Heiligabend viel Zeit zusammen, redet und spielt, wofür angesichts von mindestens 20 Radsport-Wochenenden im Jahr sonst wenig Raum bleibt. Dabei darf dann auch das kulinarische Vergnügen nicht fehlen. Deshalb gibt es mittags Ente, nachmittags ohne Ende Eis und dafür abends nicht mehr viel. Am ersten Feiertag zerstreut man sich. Während Vivian im Norden weilt und Yannick die Familie väterlicherseits besucht, gastieren die Erwachsenen bei Mama Saro, wo zusammen mit Bruder und Schwester erneut Geflügel verspeist wird. Tags darauf geht es zu Mama Andrä, bei der traditionell ein Brunch auf dem Programm steht, zu dem auch die Familien von Jankas beiden Geschwistern etwas beisteuern. "Da wird viel gequatscht, gelacht, gegessen und getrunken", sagt die gebürtige Frohburgerin. "Dort sind die Kids dann auch beim Dart und Billard mit eingespannt."

Schon deswegen wird es zwischen den Schlemmereien nicht an Bewegung mangeln. Darüber hinaus steigt Yannick, der in der U13/U15 bei Thomas Saro fährt, sowohl heute als auch am 27. und 31. noch für jeweils zwei Stunden aufs Rad und gemeinsam geht man am 28. beim Silvester-Crosslauf in Gera an den Start. "Das ist aber eine Ausnahme, weil wir sonst ja nicht da sind", sagt der Altenburger Saro. Die anderen Kinder ihrer Gruppen bekommen für die Feiertage einen Trainingsplan, in dem die Athletik im Vordergrund steht. "Denn was sie im Winter nicht machen, fehlt ihnen dann im Sommer", erklärt Janka Andrä, die die U11 und die Minis betreut, wobei ihre Tochter ihr gelegentlich hilft.

Doch bevor die neue Rennsaison so richtig Fahrt aufnimmt, gilt es, die kommenden Tage zu genießen. In der neuen Wohnung überlegt Familie Andrä/Saro übrigens, Weihnachten auch wieder mit einer geschmückten Tanne oder Fichte zu feiern. Allerdings nur, wenn sich ein anderer Termin für den Wintersport-Urlaub findet. Jetzt gibt es aber erst mal ein etwas anderes Fest ohne Baum.

Thomas Haegeler

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