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Ein Hauch von Hollywood: Oskar-Verleihung im Altenburger Landestheater

Glanzvolle Gala Ein Hauch von Hollywood: Oskar-Verleihung im Altenburger Landestheater

Es gab wieder Theater-Oskars am Sonntag in Altenburg, acht an der Zahl, und sie wurden vergeben an Künstler und Inszenierungen, die in den beiden letzten Jahren das Publikum in Altenburg und Gera und eine Jury am stärksten überzeugt haben. Die Möglichkeit dafür schuf das Theater mit einer festliche Gala und Beiträgen aus allen fünf Sparten.

Die diesjährigen Publikumslieblinge der Theatervereine mit der Altenburger Vereinsvorsitzenden Barbara Grubitzsch (l.): Puppentheaterchefin Sabine Schramm, Solocellist Nico Treutler, Akiho Tsujii, Philipp Reinheimer alias Dame Edna, Ballettdirektorin Silvana Schröder, Hudson Oliveira und Ouelgo Téné (v.l.n.r.).

Quelle: Sabina Sabovic

Altenburg. Es gab wieder Theater-Oskars am vergangenen Sonntagnachmittag in Altenburg, acht an der Zahl. Sie wurden vergeben an Künstlerinnen und Künstler sowie an Inszenierungen, die in den beiden letzten Jahren das Publikum in Altenburg und Gera und eine Jury am stärksten überzeugt haben.

Die Möglichkeit dafür schuf das Theater mit einer festliche Gala und Beiträgen aus allen fünf Sparten, in der die Nominierten sich noch einmal dem Publikum präsentieren konnten. Das ergab einen künstlerisch hochwertigen bunten Mix, der die Zuschauer begeisterte. Wann hat man je so eine glanzvolle Bühne mit so viel Gold und Glitzer gesehen? Thomas Wicklein leitete das Orchester und gab den musikalischen Glanz, den die Gala verdiente.

Das Theater schuf den Theatervereinen in Altenburg und Gera, von denen diesmal der einheimische unter Leitung seiner Vorsitzenden Barbara Grubitzsch federführend war, in Verantwortung des Schauspieldirektors Bernhard Stengele einen Rahmen, der auch in Hollywood nicht durchgefallen wäre – und mit einer ungewöhnlichen Moderatorin. Dame Edna ist ihr Name, eine in Australien kreierte weibliche Kunstfigur, die von einem Mann gestaltet wird. Beim vorjährigen Geraer Theaterball brillierte der Schauspieler Philipp Reinheimer damit. Warum sollte man das in Altenburg nicht wiederholen? Nun mag so etwas nicht jedermanns Sache sein. Der ungarische Dramatiker und Theaterleiter George Tabori sagte: „Das Gewöhnliche ist der Tod des Theaters. Nur das Ungewöhnliche erhält es am Leben.“ Dieses Ungewöhnliche zelebrierte Reinheimer so gekonnt, so geistreich schnoddrig und ex tempore, dass es die reine Freude war. Aber nicht nur deswegen erhielt er den Oskar als beste Leistung im Schauspiel.

Das Programm begann so, wie eine Gala gewöhnlich beginnt: musikalisch klassisch – hier mit dem 1. Satz aus Mozarts Quintett A-Dur, kammermusikalisch gekonnt interpretiert von Hendrik Schnöke, Judith Eisenhöfer, Egbert Funda, Robert Hartung und dem jungen Violoncellisten Nico Treutler, der den Oskar als Orchestermitglied erhielt.

Zweimal wurde das Thüringische Staatsballett oskar-verwöhnt: einmal mit Hudson Oliveira, der die Ehrung erhielt als bester Einzeltänzer und dann das Ballett „Keimzeit“, das als eine der beiden besten Inszenierungen der letzten zwei Jahre mit dem Oskar ausgezeichnet wurde. Ballettdirektorin und Chefchoreografin Silvana Schröder zeigte sich hocherfreut über die Auszeichnung und brachte einen kleinen Schuss Hollywood auf die Bühne, als sie erwähnte, dass ihre Mutter an diesem Tag ihren 80. Geburtstag begehe.

Den Oskar für die andere beste Inszenierung erhielt das Musical „Jekyll & Hyde“ in der Inszenierung des Generalintendanten und Operndirektors Kay Kuntze, der leider verhindert war. Danach folgten die beiden Programmhöhepunkte der Gala: Akiho Tsujii sang die große Arie der Gilda „Caro Nome“aus Verdis „Rigoletto“ und Manuel Struffolino sprach Charlie Chaplins denkwürdige „Rede an die Menschheit“ mit der Musik „Time“ von Hans Zimmer als Untermalung. Da gingen große Gesangs – und Redekunst Hand in Hand. Erstere berührte das Herz ungemein, das zweite Herz und Verstand. Das waren die großen Momente, die deutlich machen, was Theater vermag: große Kunsterlebnisse schaffen und Menschen emotional wie verstandesmäßig erfassen und mobilisieren.

Neben den Oskars für ausgezeichnete Leistungen in den einzelnen Sparten gab es vom Altenburger Theaterverein zwei weitere Preise: einen Innovationspreis an das Puppentheater für Projekte für Erwachsene wie das Stück „Die große Reise“ oder für das lyrische Erzähltheater „Seide“, von dem es einen Trailer als Videoeinspielung gab, und für die Zusammenarbeit mit anderen Sparten.

Barbara Grubitzsch überreichte einen Oskar als Integrationspreis an den Schauspieler Ouelgo Téné aus Burkina Faso, das übersetzt „Land des aufrichtigen Menschen“ heißt. Téné lebt seit einigen Jahren in Altenburg und hat im Theater wichtige Rollen im Schauspiel übernommen.

Die Gala lief flüssig ab und hatte die richtige Balance zwischen den Auszeichnungen mit dem Verlesen der jeweiligen Laudatio und den künstlerischen Beiträgen.

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Von Manfred Hainich

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