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Ein Jahr Umleitung für Hunderte Ziegelheimer

Brückensanierungen Ein Jahr Umleitung für Hunderte Ziegelheimer

Vielen Worten sollen nun Taten folgen. Ab voraussichtlich Ende Juli werden in Ziegelheim vier Brücken über das Dorfbächlein saniert beziehungsweise gleich komplett neu gebaut. Für die Anwohner bedeutet das vor allem eins: Elf Monate Verkehrsbehinderungen.

Eine der vier Ziegelheimer Brücken, die jetzt erneuert werden.

Quelle: Mario Jahn

Ziegelheim. Vielen Worten sollen nun Taten folgen. Ab voraussichtlich Ende Juli werden in Ziegelheim vier Brücken über das Dorfbächlein saniert beziehungsweise gleich komplett neu gebaut. Ist der winzige Wasserlauf normalerweise kaum mehr als ein Rinnsal, schwoll der Ziegelheimer Bach im Juni 2013 kräftig an, überschwemmte den halben Ort und bewies an den Brücken, welche Kraft im Wasser steckt. Seitdem steht deren Reparatur mit ganz oben auf der Vorhabenliste der Gemeinde Ziegelheim (die OVZ berichtete).

Mit einer Bauzeit von mindestens elf Monaten und erheblichen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Denn die drei Brücken sind für ein ganzes Viertel in Ziegelheim die einzige Zufahrt. Bürgermeister Mario Rohr (CDU) schätzt, dass etwa ein Drittel der Ziegelheimer direkt betroffen sein werden. Wer am Kirchberg, in der Post- oder Schulgasse sein Haus oder Geschäft hat, muss rund ein Jahr mit Umwegen rechnen. „Um das zu koordinieren, denn eine Brücke muss immer offen sein, wollen wird den Auftrag auch möglichst an nur eine Firma vergeben“, so Rohr.

Die Ausschreibung dafür startet am 28. April, die Submission wird dann Ende Mai sein, nennt Rohr (CDU) die ersten feststehenden Termine und fügt ein erleichtertes „Gott sei dank geht es endlich los“ an. Es habe schließlich lange genug gedauert und die Leute im Ort würde auch immer ungeduldiger werden. Zum einen, weil der bauliche Zustand der Brücken inzwischen an der Grenze des Verträglichen angelangt sei. Zum anderen aber auch, weil die leeren Ziegelheimer Kassen diesmal nicht von Bedeutung sind und kein eigenes Geld benötigt wird. Schließlich handele es sich um Wiederaufbauarbeiten, deren Kosten zu 100 Prozent vom Bund übernommen werden, so der Bürgermeister.

Mit rund 800 000 Euro Gesamtkosten für drei die Ersatzneubauten und eine Komplett-Reparatur wird derzeit kalkuliert, jedoch stünden auf dem bereits erteilten Zuwendungsbescheid erst einmal „nur“ 725 000 Euro, heißt es aus dem Bauamt. Fördermittel für inzwischen gestiegene Kosten seien aber beantragt. Überhaupt hatte Ziegelheim anfangs mehr auf der Reparaturliste stehen und weit über eine Million Euro beantragt. Doch ein Teil des Geldes wurde kurz nach der Flut bereits bei Sofortmaßnahmen ausgegeben, anderes erkannte der Fördermittelgeber nicht als 100-prozentigen Hochwasserschaden an. Und Vorhaben, die auch nur mit einem kleinen Eigenanteil verbunden sind, kann Ziegelheim nicht bezahlen.

Überhaupt ist es in der Gemeinde etwa zehn Jahre her, dass ein größeres Bauprojekt – zuletzt wurden Feuerwehr und Bauhof gemacht – umgesetzt wird. Hoffnung auf Straßenbau im Zug der Arbeiten erteilt Bürgermeister Rohr eine Absage. Zwar weiß auch er, dass der Asphalt gerade in dem Teil des Dorfes teilweise ziemlich ramponiert ist, doch dafür ist einfach kein Geld da. „Bedarf gibt es an vielen Stellen im gesamten Gemeindegebiet, aber es ist illusorisch, dass zu bezahlen“, meint Rohr. Hoffnung auf Besserung verbindet er nur mit der Fusion mit Nobitz. Dann, hofft er, ergeben sich in Zukunft Möglichkeiten, die Straßen wenigsten zu reparieren. „Aber eins ist auch klar: Kaputte Straßen so wie bei uns sind auch nichts anderes als Staatsschulden“, meint er in Richtung Thüringer Finanzministerium, das strikt an der schwarzen Null des Landesetats festhält.

Von Jörg Reuter

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