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Altenburg "Ein Kompromiss ist keine Ideallösung"
Region Altenburg "Ein Kompromiss ist keine Ideallösung"
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19:28 30.01.2014
Quelle: Mario Jahn

OVZ sprach mit Michael Wolf über die Hintergründe.

OVZ: Haben Sie Windischleuba nun den Investor abgeworben oder nicht?

Michael Wolf: Sagen wir mal so, ich habe ihn auch für Altenburg interessieren können. Die Initiative dafür ging übrigens vom Freistaat aus, der hier eine Möglichkeit sah, unseren Streit mit der Nachbargemeinde beizulegen. Wie Herr Saller zudem inzwischen selbst erklärte, will er sich von seinem Projekt in Windischleuba ja nicht verabschieden.

Der dortige Bürgermeister ist trotzdem aus allen Wolken gefallen. Er wirft Ihnen vor, dass Sie ihn über Ihre Absichten nicht informiert hätten.

Es ist ziemlich naiv anzunehmen, dass ich über Verhandlungen mit einem potenziellen Investor den Mitbewerber informiere. So etwas verlangt immer Diskretion. Außerdem setze ich mich natürlich zuallererst für die Interessen der Bürger von Altenburg ein. Wir wollen in Windischleuba bekanntlich nicht alles verhindern, sondern es geht nur um die innenstadtrelevanten Produkte. Denn mir liegt die Aufwertung und Belebung der Innenstadt, wie man weiß, ganz besonders am Herzen. Dafür lasse ich mich auch beschimpfen. Man kann seine Ziele nun mal nicht umsetzen, indem alle miteinander lieb sind.

Nun geht es beim Saller-Projekt aber nicht nur um Einzelhandel und Parkflächen direkt gegenüber dem Areal am Markt, sondern auch um das Gewerbegebiet an der Leipziger Straße mit einem vermutlich ebenfalls innenstadtrelevantem Sortiment. Das ist doch ein ziemlicher Widerspruch. Sind Sie zudem nicht in Sorge, dass der Streit mit den City-Händlern neu aufflammt?

Ich bin dabei, einen Kompromiss möglich zu machen. Und ein Kompromiss ist nun mal keine Ideallösung. Es ist anzunehmen, dass Herr Saller nur in die Innenstadt kommt, wenn er auch im Gewerbegebiet Nordost etwas machen kann. Wir sind aber mittlerweile so weit, dass es sich dort um Angebote im niedrigen bis mittleren Preissegment handeln soll, die im Gegensatz zum Modepark Röther weniger mit den Geschäften in der Innenstadt konkurrieren. Details möchte ich im Moment aber nicht nennen. Das wäre kontraproduktiv. Wenn wir nachweisen können, dass wir dafür in der Innenstadt keine entsprechenden Flächen haben, sehe ich gute Chancen bei der Genehmigungsbehörde. Und: Wenn die Handelseinrichtungen schon genehmigt werden, dann sollten sie doch wenigstens auf unserem Territorium stehen.

Für das Gewerbegebiet an der Leipziger Straße ist von einem weiteren größeren Supermarkt die Rede. Finden Sie nicht, dass Altenburg inzwischen genug davon hat?

Nicht die Stadtverwaltung reguliert die Anzahl der Verkaufseinrichtungen, sondern die Wirtschaft selbst. Wenn ein Geschäftsmann der Meinung ist, dass es sich für ihn rechnet, dann werden wir ihn nicht daran hindern. Im konkreten Fall beim Saller-Projekt können wir aus diesem Grund dem Investor auch nicht vorschreiben, was er machen soll. Denn auch hier gilt: Es muss sich für ihn rechnen. Er denkt nicht in raumordnerischen Vorstellungen von Landesplanern.

Wie geht es denn im konkreten Fall nun weiter?

Als Erstes will ich den Stadtrat auf den von mir angedachten Weg mitnehmen und die Abgeordneten für das Vorhaben gewinnen. Denn es müssen im Stadtrat die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden. Danach gehen die entsprechenden Anträge wieder ans Landesverwaltungsamt, um nur mal die wichtigsten Schritte zu nennen. Es steht uns also noch eine ziemliche Tippeltappeltour bevor, und man kann bei jedem einzelnen Schritt noch stolpern.

Warum haben Sie denn dann schon zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich die Katze aus dem Sack gelassen?

Weil mir wichtig war, die Bevölkerung zu informieren, welch große Chance sich hier für uns auftut, die wir unbedingt nutzen sollten.

Interview: Ellen Paul

Ellen Paul

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