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Ein Leben für den Judosport - Werner Dumschat

Ein Leben für den Judosport - Werner Dumschat

Auf 50 Jahre Judo kann Werner Dumschat zurückblicken. Neben zahlreichen Geschichten hat der 70-Jährige dabei auch von vielen sportlichen Erfolgen zu erzählen.

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70 Jahre und immer noch dabei: Judoka Werner Dumschat.

Quelle: Reinhard Weber

Eine derartig lange aktive Zeit dürfte im Judo einmalig sein. Zumal diese auch etwas über die Entwicklung des japanischen Kampfsports im Altenburger Land verrät.

 

1963 begann Dumschat in Meuselwitz, das damals dem Judo-Stützpunkt von Dynamo Altenburg unterstand, den der heutige Rentner wiederum leitete. Zuvor hatte er neun Jahre Handball, bis er 18 war sogar noch die Freiluftvariante Feldhandball gespielt. Da es zu dieser Zeit im Handball nicht besonders lief, suchte der begeisterte Sportler eine neue Herausforderung - und kam so zum Judo. "Ich wollte eine Einzelsportart machen, bei der ich mich selbst beweisen konnte", sagt Dumschat.

 

Den Anfang nahm alles in einem Nebenraum der Sporthalle am Rathenau-Platz. 15 Sportfreunde hatten sich dort versammelt. Der damalige Übungsleiter verließ aber bald den Verein. Doch die Gruppe wollte weitermachen. Da Werner Dumschat mit 19 Jahren der Älteste war, übernahm er notgedrungen das Amt. Er kaufte sich Fachbücher, wurde Autodidakt in Sachen Judo. 1964 folgte dann ein Trainer-Lehrgang in Weißenfels, bei dem er die Stufe I ablegte. Das Training machte Spaß, Erfolge stellten sich bald ein. Des Öfteren standen die Meuselwitzer auf dem Siegertreppchen - so auch Dumschat.

 

Dabei war es Mitte der 1960er-Jahre alles andere als leicht, zu den Wettkämpfen zu kommen. Mit einem Planwagen der Feuerwehr ging es meist los - auch bei minus 15 Grad Kälte. Der Judoka wohnte damals in Wintersdorf, fuhr zweimal wöchentlich mit dem Moped nach Meuselwitz zum Training. Als er 1972 nach Altenburg umzog, schloss sich Dumschat dem Stützpunkt Dynamo Altenburg an, wurde Leiter und trainierte zweimal pro Woche in der Turnhalle Nansenstraße. Inzwischen hatte er die Bezirkskampfrichter-Prüfung abgelegt.

 

Elf Jahre nach seinem Einstieg bereitete er sich bereits auf den 1. Dan vor, als in der Skatstadt Wismut Altenburg aus der Taufe gehoben wurde. Als Wismut-Angehöriger wurde Dumschat angetragen, dort eine Judo-Abteilung zu gründen. Er überlegte nicht lange und sagte zu, wenn es ihm auch schwer fiel, Dynamo den Rücken zu kehren. Am 1. September 1974 wurde Wismut Altenburg gegründet - und damit auch die Judo-Sektion. "Ich hatte im damaligen Vorsitzenden des Deutschen Turn- und Sportbundes, Reinhard Beer, gute Unterstützung", merkt der Kampfsportler an.

 

Gut waren die Bedingungen im Keller der Zetkin-Schule aber nicht. Denn Matten waren schwer beschaffbar. Zum Glück konnte man bald in die Sporthalle Südost umziehen. Die ersten Gürtelprüfungen fanden statt, die Judoka kamen zu Erfolgen, sodass Wismut expandierte. 1977 eröffnete man einen Stützpunkt in Altenburg-Nord, wo Dumschat als Übungsleiter fungierte. Die Mitglieder nahmen rasch zu. Der einstige Autodidakt hatte inzwischen mehrere Trainerscheine bis zur Stufe vier (B-Lizenz) abgeschlossen, bildete nun selbst Trainer aus, erhielt dabei vom heutigen Geschäftsführer des Kreissportbundes, Horst Gerth, viel Hilfe.

 

Die besten Judoka zeigten oft auch in Show-Programmen ihr Können - Werner Dumschat war immer dabei. Unter der Leitung von Dietmar Brandl gehörten die Judoka zur Sportwerbegruppe des Kreises, die DDR-weit auftrat. Den Höhepunkt stellte eine Reise in die damalige Sowjetunion dar, wo die Kämpfer den sanften Weg, was Judo übersetzt heißt, an der Baikal-Amur-Magistrale demonstrierten.

 

Als einige Zeit später das Trainingszentrum (TZ) für Kinder gegründet wurde, kümmerte sich Werner Dumschat um die Viertklässler. Die Besten wurden dann zur Sportschule in Leipzig delegiert, wobei Werner Dumschat einigen den Weg im "Vor-TZ" ebnete. In Absprache mit dem DTSB begann er mit Selbstverteidigungslehrgängen, an denen jeder teilnehmen konnte. Der engagierte Trainer erhielt zu dieser Zeit viele Ehrungen und Auszeichnungen, wurde als technischer Leiter in den Kreisfachausschuss berufen.

 

Mit der Wende gab es Veränderungen. Kurz danach gastierte man bereits bei einem Freundschaftskampf in den alten Bundesländer. Doch dann löste sich die BSG Wismut auf, ging am 26. Juli 1990 im SV Einheit Altenburg auf. An der Abteilungsspitze stand: Werner Dumschat. Nach diesem Schritt musste er allerdings einen noch schwereren gehen. Denn der Judo-Narr zog 1993 berufsbedingt nach Reichenbach bei Hermsdorf. Dort fand er in Harpersdorf, einem Judo-Zentrum, aber sofort wieder Anschluss, arbeitete als Trainer. In Jena legte er zu dieser Zeit den 1. Dan im Jiu-Jitsu ab, bestand auch erfolgreich die Prüfung zum 4. Dan des Deutschen Judoverbandes - und das mit 58 Jahren.

 

Als Werner Dumschat 2006 Rentner wurde, zog es ihn wieder in seine Heimat zurück - zu Einheit, wo er Ehrenmitglied wurde. Und auch von der Trainerarbeit konnte er nicht lassen, musste aber nach einer Knie-Operation etwas kürzer treten. Doch nach wie vor ist Dumschat donnerstags in der Sporthalle zu finden, hilft gern und gibt seine Erfahrungen weiter. Große Unterstützung hatte er in all den vielen Jahren durch seine Frau, die sein Hobby und die ehrenamtliche Arbeit akzeptierte.

 

Im nächsten Jahr feiert die Judoabteilung von Einheit Altenburg ihr 40-jähriges Bestehen. Besonders dem Cheftrainer Klaus Weidner wünscht Werner Dumschat dafür alles Gute. "Mein Wunsch ist, dass auch künftig der Judosport weiterlebt", sagt der 70-Jährige. Mit ihm ganz sicher.

Reinhard Weber

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