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Ein Ort für die Erinnerung

Ein Ort für die Erinnerung

Der im März 2010 gegründete Altenburger Geschichtsverein (AGV) will in der Skatstadt Flagge zeigen: Anlässlich des fünfjährigen Bestehens soll am 16. März ein Informations- und Dokumentationszentrum (Infodok) am Markt 12 eröffnet werden.

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Vereinschef Wolfgang Böhm ist schon beim Einräumen.

Quelle: Mario Jahn

"Damit erfüllt sich für uns der Traum, einer breiten Öffentlichkeit in einer Ausstellung einen Querschnitt aus unseren Forschungen und Zeitzeugnisse präsentieren zu können", sagt Wolfgang Böhm, der gemeinsam mit Heinz-Dieter Plötner die Geschicke des 20-köpfigen Vereines leitet.

 

Im Markt 12 fanden sich nun geeignete Räumlichkeiten. Was der Verein dort präsentieren wird, dürfte zweifelsfrei keine leichte Koste werden. Denn seit seiner Gründung hat sich der AGV besonders der Erforschung einer Epoche angenommen. "Konkret jene Zeit zwischen 1933 bis 1945 mitsamt ihren Vorläufern und Nachwirkungen. Denn vor allem über diesem dunklen Kapitel, in dem die Nazis auch in Altenburg herrschten, gab es sehr viele weiße Flecken, war vieles unbekannt oder wurde lieber mit einem Mantel des Schweigens bedeckt", erklärt Böhm.

 

Die Suche nach geeigneten und vor allem finanzierbaren Räumlichkeiten erwies sich aber als "sehr schwierig und von vielen Rückschlägen geprägt", wie sich der Vereinschef erinnert. In den gewölbeartigen Räumlichkeiten gleich auf der unteren Seite des Hauptmarktes, in denen einst ein Lokal einlud, fand sich endlich etwas Geeignetes und vor allem Finanzierbares. Für den Verein bezahlbar wird diese neue dauerhafte Heimat auch durch eine Kooperation, die die Geschichtsforscher mit dem Optikermeister und Galeriebetreiber Gebhardt Berger eingingen. Denn der nutzt diese Räumlichkeiten mitten im Zentrum künftig ebenfalls für seine Ausstellungen.

 

Wolfgang Böhm ist wie seine Mitstreiter nun sehr gespannt, was auf sie an öffentlicher Wahrnehmung zukommen wird. "Wir werden hier auf jeden Fall dauerhaft einen Querschnitt aus unseren Forschungsarbeiten präsentieren." Grundlage werde dafür die schon in der Sparkasse gezeigte Exposition "Vergessene und verdrängte Jahre" sein, in denen die Geschehnisse in und um Altenburg in den Jahren 1933 bis 1945 schon erhellt wurden. "Wir sehen unser Informations- und Dokumentationszentrum als einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur, die ab Mitte März vorerst an den Markttagen Samstag und Mittwoch zugänglich ist.

 

Aber dort ist auch jedermann dazu aufgerufen, sich mit einzubringen", betont der Vereinschef. Persönliche Erinnerungen und Zeitzeugnisse jeglicher Art werden dort laufend gesucht. "Wir sind bei unseren Recherchen zwar schon ein ganzes Stück weitergekommen. Aber Lücken gibt es noch genügend", sagt Böhm. Und er verweist auch auf das Potenzial, dass in so einem Zentrum liegen kann: "Es kann wie eine Art Keimzelle sein, aus dem viele Projekte wachsen können, die beispielsweise Interessierte zu den Orten führt, wo einst Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge oder Kriegsgefangene auch in Altenburg missbraucht wurden."

 

Vorerst aber fiebert nicht nur der Vereinschef der Eröffnung des Zentrums entgegen. "Die Handwerker sind durch, vom Schloss haben wir die notwendige Bestuhlung erhalten, und jetzt bauen wir alles auf", bedankt sich Böhm bei allen Unterstützern. Bereits am 25. Februar, rund drei Wochen vor der offiziellen Eröffnung, wird es die erste Veranstaltung im neuen Infodok geben: Dann will der AGV unter dem Titel "Die Einordnung der Hasag im System des NS-Regimes" über den Stand der eigenen Forschungsarbeiten informieren. © Kommentar

Jörg Wolf

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