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Altenburg Ein Ort gegen die Einsamkeit
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00:31 25.03.2018
Jacqueline Freier ist in der Begegnungsstätte Langenleuba-Niederhain nicht nur für alles Mögliche zuständig, sondern auch die gute Seele der Einrichtung. Quelle: Jörg Reuter
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Langenleuba-Niederhain

Bereits seit Tagen bastelt Jacqueline Freier an Oster-Körbchen. Immer wenn sie ein wenig Zeit nebenher hat, schneidet und klebt sie. „Na klar macht das Spaß und meine Frauen sollen nächsten Donnerstag ja eine Kleinigkeit zum Osterfest bekommen“, sagt die Verantwortliche der Begegnungsstätte Langenleuba-Niederhain. 2015 bekam die gelernte Näherin und Verkäuferin hier eine Bundesfreiwilligen-Stelle. Im Folgejahr dann einen Ein-Euro-Job und dann einen Drei-Jahres-Vertrag vom Verein Naterger.

Es sei ein Traumjob, in der Begegnungsstätte zu arbeiten, sagt die 50-Jährige, während sie weiter an den Körbchen werkelt. „In die kommen Süßigkeiten, bestimmt auch eine Kleinigkeit für die Wohnung, Osterschmuck und natürlich ein Ei“, erklärt Jacqueline Freier. Es sei doch ganz normal, findet sie, dass die Besucher der Begegnungsstätte zu solchen Anlässen etwas bekommen. Kürzlich zum Frauentag etwa, da gab es für alle eine Rose, zur Weihnachtsfeier kommt der Weihnachtsmann.

Treffpunkt für ältere Leute

Aber solche Feiern oder auch die jährliche Ausfahrt sind gewissermaßen nur die Spitze des Eisbergs, denn die Begegnungsstätte, die vor reichlich zwei Jahren mit der Verwaltung ins Rittergut umzog, ist immer die Anlaufstelle und Treffpunkt, vor allem für ältere Leute. Gerade das empfindet die gute Seele der Begegnungsstätte als besonders wichtig. Die Frauen und zwei Männer unter den Stammgästen würden sonst Gefahr laufen zu vereinsamen. „Viele sind ja nicht mehr so mobil.“ Viele hätten ihr gesagt: Ehe sie allein vorm Fernseher sitzen, kämen sie lieber ein paar Stunden zu ihr, erzählt Jacqueline Freier.

Offen ist die Niederhainer Begegnungsstätte außer mittwochs täglich. Montags und freitags am Vormittag und dienstags und donnerstags am Nachmittag. Besonders beliebt sind die festen Veranstaltungen, wie die wöchentlichen Kaffee- und Spielenachmittage. Bei Kaffee und Kuchen wird dann Rommé gespielt, gewürfelt und vor allem miteinander geplauscht. Den Kuchen backe sie übrigens meist selbst zu Hause, erzählt sie ganz nebenbei. „Ach ja, das mach ich gern auch jetzt für die Osterfeier, zu der es ab 13 Uhr noch selbst gemachten Eierlikör gibt“, berichtet Jacqueline Freier, die gerade vom Basteln zum Putzen gewechselt hat, was sie immer freitags erledigt, weil da meist niemand komme.

Betreuerin wünscht sich mehr Gäste

Überhaupt wünscht sich die Betreuerin in der Begegnungsstätte noch ein paar Gäste mehr. „Es ist doch viel schöner, wenn das Haus voll ist.“ Und es gebe bestimmt noch viele Leute, die oft alleine sind. Mal sind es 16 Besucher im Alter zwischen 58 und 88 Jahren, dann wieder mal nur sechs, plaudert Freier aus dem Alltag in der Begegnungsstätte, zu dem auch das Frauenfrühstück alle zwei Wochen oder die regelmäßigen Kegelnachmittage zählen. „Etwas mehr Leute kommen meist zu den Buchlesungen, die nächste ist am 25. April.“ Die Veranstaltungspreise in der Begegnungsstätte seien seit Jahren stabil auf niedrigem Niveau, dass sich jeder den Besuch leisten könne. Zwei Euro zum Beispiel inklusive Imbiss und Sekt kostet die Buchlesung.

Zu der es natürlich nicht nur den selbst gebackenen Kuchen gibt, sondern wie immer auch etwas Herzhaftes. Aber Freier hat nicht nur das leibliche Wohl der Gäste im Blick, sie richtet den Raum auch je nach Anlass her. „Kürzlich war hier eine Geburtstagsfeier, da habe ich den Tisch mit weißem Tischtuch und Kerzen gedeckt. Ach, ich denke den Leuten gefällt es, sonst würden die, glaube ich, nicht immer wiederkommen“, meint die Frohnatur ganz bescheiden.

Von Jörg Reuter

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