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Ein Professor aus Altenburg

Ein Professor aus Altenburg

Erstmals seit der Wende ist ein Mediziner des Altenburger Krankenhauses zum Professor ernannt worden. Privatdozent Dr. Jörg Berrouschot, Chefarzt der Klinik für Neurologie und neurologische Intensivtherapie, erhielt schon am 3. Februar vom Rektor der Jenaer Universität seine Berufung.

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Blumen und Glückwünsche für den neuen Professor: Jörg Berrouschot im Gespräch mit Klinikum-Aufsichtsratschef Bernhard Blüher und Landrat Sieghardt Rydzewski (v.l.).

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Von Günter Neumann

"Das war echt hart", resümierte am Ende Berrouschot noch einmal in Kurzfassung seinen Weg zum Professor. Denn was zuvor Klinikum-Geschäftsführerin, Aufsichtsratschef und Landrat mit viel freundlicher Anerkennung würdigten, war für den 50-jährigen Leipziger eben nicht nur ein gerader und konsequenter, sondern auch steiler Weg zum wissenschaftlichen Ruhm.

Nach Studium und Approbation als Arzt folgten diverse Assistenten-Stationen, dann die Doktorarbeit über neurologische Komplikationen nach Operationen mit Herz-Lungenmaschinen, Facharzttätigkeit, Weiterbildungen, eine Habilitation über sein Spezialthema Schlaganfälle, Lehrberechtigungen und wissenschaftliche Publikationen.

Wobei mit seinem Wechsel von der Leipziger Uniklinik als Chef an die Altenburger Neurologie - übrigens gestern auf den Tag genau vor zehn Jahren - eine Weiche gestellt wurde. Denn das Klinikum begann damals, gerade diesen Bereich massiv auszubauen. So wurden unter Berrouschots Leitung nicht nur die Fallzahlen verdreifacht, wie Geschäftsführerin Dr. Gundula Werner erinnerte. Mit über 3000 Patienten im Jahr ist die Klinik inzwischen eine der größten ihrer Art Mitteldeutschlands. Und rund ein Drittel sind Schlaganfall-Patienten, für die mit entsprechenden Intensivstationen die Betreuung immer weiter verbessert wurde. Inzwischen ist Altenburg in ein Schlaganfall-Netzwerk eingebunden, das in Thüringen und Sachsen entsteht.

Parallel kümmerte sich der Chef um den Aufbau eines Studienzentrums, das nicht nur an über 25 internationalen Projekten mitwirkte, sondern auch sogenannte Drittmittel für die Forschung inklusive Personal einwirbt. "Das bezahlen nicht die Krankenkassen, das nützt ihnen nur", wie Aufsichtsratschef Dr. Bernhard Blüher nicht ohne Stolz betonte.

Berrouschot habe sich mit seinem Team zudem Krankheiten zugewandt, die ein wenig "an der Peripherie liegen", wie etwa Demenz oder Schlafstörungen, erläuterte Blüher. "Das sind zugleich aber Spezialisierungen, die es für Ärzte und Mitarbeiter attraktiv machen, hier zu arbeiten." Der gute Ruf Altenburgs sei dem Teamwork geschuldet. Das aber sei immer abhängig "vom Impulsgeber, vom Motor". Für ihn, so der Aufsichtsratschef, verkörpere Berrouschot "eine wunderbare Einheit: Er ist Arzt, sogar Notfallmediziner, Wissenschaftler, Teamworker und Leiter". Und Landrat Sieghardt Rydzewski meinte mit Blick auf diese Bilanz samt nagelneuem Professortitel: "Ein Ergebnis, das dem Haus gut tut."

Für den Inhaber ändert sich mit dem hohen Rang jedoch "gar nichts", wie er gestern klarstellte. Aber natürlich steige der Anspruch an die Klinik, doch das macht Berrouschot keine Sorgen. Auch nach zehn Jahren ist er immer noch begeistert vom Altenburger Krankenhaus, für das er inzwischen schon in zweiter Amtszeit auch Gesamtverantwortung als ärztlicher Direktor trägt. "Mein Herz liegt hier, hier fühle ich mich unwahrscheinlich wohl", bekannte er. "Hier begegnen sich alle auf Augenhöhe, man kann sich auf das Wesentliche konzentrieren, das Erwirtschaftete wird wieder im Haus investiert, es gibt keinen Ärztemangel und als akademisches Lehrkrankenhaus für die Unis in Leipzig und Jena ziehen wir junge Leute an."

In Zukunft sicher noch den einen oder anderen mehr, der bei seinem Neurologie-Professor weiterlernen will.

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