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Ein Quantensprung für die Helfer in Blau

Ein Quantensprung für die Helfer in Blau

Normalerweise ist Ronald Reiß ein recht sachlicher Mensch, von dem Gefühlsausbrüche nicht zu erwarten sind. Als der 49-jährige Altenburger Ortsbeauftragte vom Technischen Hilfswerk (THW) aber zum exklusiven Rundgang im neuen Domizil an der Julius-Zinkeisen-Straße im Gewerbegebiet Altenburg-Nordost bittet, sprudelt es nur so aus ihm heraus: "Ich, nein wir alle sind vollkommen begeistert von dem, was hier entstanden ist.

Altenburg.

Von jörg Wolf

 

"

 

Am zurückliegenden Sonnabend haben die Helfer die letzten Umzugskisten und Ausrüstungsgegenstände aus dem nur ein paar hundert Meter entfernten alten Stützpunkt im Gewerbegebiet Weißer Berg geholt. Die war wie die neue Immobilie von der Bundesbehörde THW nur angemietet und wurde 1996, also erst vor 16 Jahren, errichtet. "Aber räumlich platzte sie aus allen Nähten", erklärt Reiß. Sowohl für die Technik als auch für die dort eingesetzten Helfer. "Wir hatten im alten Domizil nur drei Stellplätze für die Fahrzeuge, jetzt sind es sieben. Damit können wir die wertvolle Technik sicher unterstellen. Und mindestens ebenso beengt waren die Unterbringungen für das Personal - derzeit aktuell 35 Helfer in Blau zuzüglich 20 Jugendlicher. "Im Vergleich zur alten Unterbringung haben wir jetzt rund 100 Quadratmeter im Verwaltungsgebäude mehr."

 

Ausreichende Umkleide- und Sanitärbereiche für Frauen und Männer finden sich dort jetzt ebenfalls. Und Büros, in die sich einst bis zu fünf Helfer in Leitungspositionen gleichzeitig hineinteilen mussten. "Das war gerade bei längeren Einsätzen ziemlich belastend und einfach unzureichend", erinnert sich der Ortsbeauftragte. Vergessen ist auch der gut halbjährige Bauverzug, der zustande kam, weil die nötige Baugenehmigung ewig auf sich warten ließ.

 

Jetzt führen die THWler Niklas und Tim Backmann sichtlich stolz durch die neuen Räume, in denen es noch nach Farbe riecht. Kein Wunder: Erst gestern sind letzte Restarbeiten von den Malern erledigt worden. "Willkommen in der wohl einzigen tapezierten Werkstatt vom Hilfswerk", flachsen die Brüder beim Rundgang. Gut, da waren die Maler vielleicht ein wenig übereifrig, als sie Raufasertapete an die Wände klebten. Das scheint aber der einzige Luxus in dem reinen Zweckbau zu sein: Im großen wie hellen Schulungsraum erinnert nur eine ältere Sitzecke an das alte Domizil. Sonst herrscht in den Räumen eine nüchterne Sachlichkeit.

 

"Die Ecke kam wie unsere Kaffeebecher als Andenken mit und ist außerdem recht gemütlich", erklärt Reiß. Völlig neu ist eine eigene Einsatzzentrale, von der aus bei aufwendigeren und länger dauernden Einsätzen die Helfer gelenkt werden. "Für unsere Arbeit kommt dies einem Quantensprung gleich", meint der 49-Jährige. Zeitintensive Einsätze hatten die Altenburger THWler schon etliche, wie der seit dem Jahr 2000 dem Ortsverband vorstehende Reiß aufzählt: Da hielten unter anderem die Hochwasser 2002 und 2013 die Helfer tagelang auf Trab, kamen zahllose Unterstützungen von Polizei sowie Feuerwehr bei größeren Katastrophen oder Hilfseinsätzen in ganz Sachsen und Thüringen hinzu.

 

Insgesamt 15 Jahre läuft jetzt der Mietvertrag für den Neubau zwischen der Bundesbehörde und dem privaten Investor. So verfahre das Hilfswerk bundesweit und miete sich in benötigte Immobilien ein, erörtert Reiß. Für die Altenburger Helfer in Blau erhofft sich der 49-Jährige dank der jetzt herrschenden Idealbedingungen einen neuen Mitgliederschub. "Wir sind zwar personell recht gut aufgestellt, aber Reserven nach oben sind noch immer da."

 

Auf eine hoffentlich große interessierte Öffentlichkeit freut sich das THW am 27. September. Denn dann steht am Vormittag erst die offizielle Einweihung für geladene Gäste auf dem Plan und am Nachmittag ist jedermann zum Tag der offenen Tür willkommen.

Jörg Wolf

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