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Altenburg Ein Riss geht durch den SV Rositz:Zwei Abteilungen wenden sich ab
Region Altenburg Ein Riss geht durch den SV Rositz:Zwei Abteilungen wenden sich ab
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00:36 21.09.2015
Ein Riss geht durch den SV Rositz: Die Leichtathleten und Kunstradfahrer kehren dem fußball-dominierten Verein den Rücken. Grafik: Patrick Moye
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Jetzt kommen die Abteilungen Kunstradfahren und Leichtathletik abhanden. Zumindest personell, wie die Kunstrad-Abteilungsleiterin Sylvia Kummer sowie Leichtathletik-Chefin Sandra Kramer gegenüber der OVZ bestätigen.

"Die Chemie hat einfach nicht mehr gestimmt. Unter anderem haben wir trotz der großen Erfolge unserer Kinder und Jugendlichen die Anerkennung der Vereinsleitung vermisst", klagt Kummer. Ein weiteres Problem sei die finanzielle Ausstattung, fügt die 51-Jährige hinzu und meint damit, dass Zuwendungen für die Fahrtkosten seit Jahresbeginn vom Verein nur noch bei der Teilnahme an Meisterschaften, nicht mehr aber für Starts bei Vergleichswettbewerben gewährt werden. Stattdessen fließe sehr viel Geld in die Abteilung Fußball. "Wir sind derzeit dabei, den Kunstradfahrverein Rositz zu gründen, in dem ab 1. Januar 2016 unsere zehn Nachwuchssportlerinnen sowie alle Unterstützer aufgehen sollen", bekräftigt Kummer.

Genau die gleichen Probleme benennt Leichtathletikchefin Sandra Kramer. Die meisten der von ihr betreuten 15 jungen Athleten haben sich abgemeldet und wechseln fast komplett zum SV Lerchenberg. "Ich sah mich außer Stande, so weiterzumachen und habe die Eltern gefragt, ob sie mit mir den Verein verlassen wollen. Was einhellig bei den 15 betroffenen Sportlern geschah", schildert Kramer.

Der Rositzer Bürgermeister Steffen Stange (parteilos) kennt die Absetzbewegungen. "Ich habe immer versucht, alles zusammenzuhalten und bedauere das zutiefst", so der Gemeindechef, der von 1992 bis 2008 die Geschicke des SVR leitete.

Das Bedauern teilen Präsident Jörg Meuschke und Schatzmeister Michael Söllner. Beide verhehlen auch nicht, dass es seit Jahresbeginn finanzielle Einschnitte im Verein gibt, die vor allem die Fahrtgelder zu Vergleichswettbewerben betreffen, aber für sämtliche Abteilungen gleichermaßen gestrichen wurden. "Und alle haben diesem Schritt bei der entscheidenden Vorstandssitzung zugestimmt", merkt Jörg Meuschke an. Auch der Behauptung, dass die Fußballer den Großteil der Gelder schlucken, widersprechen beide vehement.

"Der SV Rositz befindet sich zwar nicht in einer Finanzkrise, aber in einem Konsolidierungsprozess", sagt Cheffinanzer Söllner. In diesem Zusammenhang nennt er eine Zahl: "Allein 2014 mussten wir aus eigener Kraft rund 160 000 Euro aufbringen, um den Sportbetrieb mitsamt genutzter Anlagen und Betriebskosten zu sichern. Und dieses Jahr dürfte die Summe gleich hoch, wenn nicht noch höher ausfallen." Wäre der SVR seinen bisherigen Weg weitergegangen, "dann hätten wir in vier bis fünf Jahren nur das Geld für einen Sportplatz und einen wesentlich reduzierten Sportbetrieb gehabt". Um zu "agieren statt nur zu reagieren", so Söller, habe man den schweren Weg der Konsolidierung eingeschlagen und erschließe sich weitere Betätigungsfelder. So gibt es jetzt eine enge Kooperation mit dem Klinikum für ambulante Rehabilitation des Medicums sowie dem Klinikum für den Reha-Bereich. "Damit lassen sich Einnahmen generieren und für neue Mitglieder attraktive Angebote machen", ergänzt Meuschke.

Aus der Osterländer Volkszeitung vom 19.09.2015

Jörg Wolf

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