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Mario Platz wird bei Benefiz-Boxnacht in Altenburg Europameister

Rositzer Eurofighter Mario Platz wird bei Benefiz-Boxnacht in Altenburg Europameister

Zum dritten mal hieß es zur Benefiz-Boxnacht in Altenburg „Ring frei für den guten Zweck“. Lokalmatador Mario Platz vom Fightclub Rositz holt sich durch technischen Ko. den Europameistertitel im K1. Rund 800 Zuschauer verfolgten das Sportevent am Wochenende.

Trainer Peter Petzold mit seinem frisch gebackenen K1-Europameister Mario Platz (3. und 4. v.l.) wie das ganze Team im siebenten Himmel. Mario hat auch die Gürtel des Deutschen sowie Internationalen Deutschen Meisters inne.

Quelle: privat

Altenburg. Der Sonntag war schon gut eine halbe Stunde alt, als in der Altenburger Stadthalle Goldener Pflug der Stimmungspegel nochmals so richtige Höhepunkte erreichte. Denn bei der dritten Altenburger Benefiz-Boxnacht machte sich Lokalmathador Mario Platz vom gastgebenden Fightclub Rositz daran, den bisher größten Triumph seiner zwölfjährigen Karriere als Boxer und K1-Kämpfer einzufahren: In der Gewichtsklasse bis 77 Kilogramm erwartete im Ring Edis Dzambas aus Bosnien den 26-Jährigen, um mit ihm im K1 um den Titel des Europameisters zu kämpfen.

Und nach nicht einmal sechs Minuten dieses eigentlich über drei Runden zu jeweils drei Minuten angelegten Fights tobte die Menge aus gut 800 Zuschauern euphorisch: Mit harten Kicks hatte Mario seinen Gegner derart zermürbt, dass der Kampf nach technischem Ko in der zweiten Runde beendet wurde. Mario ist Europameister.

„Das war zweifellos die Krönung dieser ohnehin auf einem sehr gutem sportlichen Niveau stehenden Veranstaltung“, konstatierte ein sichtlich geschaffter, aber glücklicher Promoter und Trainer Peter Petzold. Auch für den 55-Jährigen ist der Titelgewinn seines Schützlings wohl der größte Erfolg in seiner Trainerlaufbahn. Hinzu kommt die außerordentlich gute Resonanz an diesem Kampfabend mit insgesamt 16 Gefechten im klassischen Boxen, im K1 sowie im Kickboxen der Damen.

Fünf Stunden zuvor - 19.30 Uhr: Die Betriebstemperatur in der Stadthalle ist schon ordentlich, noch bevor der erste Gong der Nacht ertönt. In diese sowohl mit reichlich Adrenalin und Testosteron geschwängerten Atmosphäre passen auch trefflich die Auftritte aller Kämpfer. Harte Beats, Kunstnebel und natürlich grelle Lichteffekte rücken jeden der Athleten ins gewünschte Licht. Und im Ring gibt es auch die vor jedem Gong mittlerweile fast schon obligatorische Nabelschau junger Damen, die leicht bekleidet per Schild die anstehende Runde ankündigen. Die Mädels sichern sich Szenenapplaus quasi im Minutentakt. Die Akteure haben für derlei keinen Blick, sind ganz auf sich, Betreuer und Gegner fixiert. Da ist er wieder dieser schon martialisch anmutende Tunnel, in dem man vor solchen Auseinandersetzungen Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau steckt.

Neben Mario Platz hat Peter Petzold mit seinen Rositzer Kämpfern noch zwei weitere Pferdchen im Rennen: Der 14-jährige Noah Krause kämpft im K1 gegen Artem Mushinskiy aus Plauen und im Superschwergewicht tritt im Boxen Chris Schlegel gegen den Bitterfelder Florian Hesse an. Beide holen jeweils ein Unentschieden. Und Petzold kann, ja muss damit eben leben.

Am Rande des Ringes verfolgt auch so mancher Prominente die Feuerwerke: Die Oberbürgermeisterin von Borna, Simone Luetke von den Linken ist da ebenso dabei, wie ihr Parteifreund und Bundestagsabgeordneter Frank Tempel sowie das Rositzer Gemeindeoberhaupt Steffen Stange (parteilos). „Wir sind ja eine Stadt mit großer Boxtradition“, meint Luetke. Und Tempel ist sogar Fachmann, hat selber mal geboxt. „Aber nie auf so einem Level“, versichert der Zehmaer, schätzt aber ein, dass hier „sehenswerte Kämpfe zu sehen sind“. Und Steffen Stange weilt bei der Benefiz-Boxnacht nicht nur, weil auch er gern Boxen sieht, sondern der Veranstalter Boxstall wie auch die Oase, der die Erlöse der Nacht zugute kommen sollen, in seiner Gemeinde liegen und von Peter Petzold betrieben werden. „Ich finde die Arbeit, die dort gemacht wird, schon gut“, so Stange.

Und was die gut 800 Boxnacht-Besucher dann für Peter Petzolds Oase zusammenbringen, lässt den 55-jährigen Promoter auch am Ende der Veranstaltung strahlen: „Einerseits gab es von allen Seiten viel Lob für die Veranstaltung, was guttut. Weiter lief alles glatt. Und dann kam auch etliches Geld für unsere Oase zusammen. Bestimmt einige tausend, aber genau müssen wir das erst ermitteln“, bittet er um etwas Geduld.

Von Jörg Wolf

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