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Ein Schamane der Palette - Walter Libuda stellt in Garbisdorf aus

Ein Schamane der Palette - Walter Libuda stellt in Garbisdorf aus

Es ist ein tropischer Abend am vergangenen Freitag in Garbisdorf. Das Thermometer in der Galerie Pferdestall im Quellenhof zeigt noch 30 Grad an. Eine Ausstellung wird eröffnet.

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Maler Walter Libuda (l.) stellt in Garbisdorf aus - Kunsthistoriker Dieter Gleisberg (r.) hielt die Laudatio.

Quelle: Klaus Peschel

Garbisdorf. Zu sehen sind Werke des Malers Walter Libuda. Anlass ist sein 65. Geburtstag. Die Luft steht und sie riecht nach Ölfarbe. Die meisten der großformatigen Gemälde sind erst in diesem Jahr entstanden, die Farbe ist noch am Trocknen. Der Raum füllt sich, Künstlerkollegen und Galeristen treffen ein.

 

Walter Libuda ist ein weit über die deutschen Grenzen hinaus beachteter Künstler. Seine Arbeiten befinden sich in Sammlungen in London, Wien, Moskau, Peking, Altenburg. Und in Göpfersdorf. Im Sommer 1987 weilte er mit seiner Familie beim hiesigen Kunstsammler Günter Lichtenstein. Grundierte in Göpfersdorf nicht nur Leinwände, er malte auch eine Gesindestube aus. Zum Libudazimmer. Der enge Kontakt zum Dorf im Wieratal riss seitdem nicht ab.

 

Ein zweiter Grund, den Maler im Altenburger Land anlässlich seines Geburtstages mit einer Ausstellung zu ehren, ergibt sich aus seinem Geburtsort. Walter Libuda wurde 1950 in Zechau-Leesen bei Rositz geboren. Leesen, ein Ort, den es nicht mehr gibt, er musste der Braunkohle weichen. Libuda war mit Anfang 20 einer der ersten Nutzer des 1971 neu gegründeten Studios Bildende Kunst im Altenburger Lindenau-Museum. Danach studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Ein Jahr war er Meisterschüler bei Bernhard Heisig. Heute lebt und arbeitet er in Schildow bei Berlin.

 

Die Laudatio auf den Jubilar hält der Kunsthistoriker Dieter Gleisberg. Seine Rede ist kurz und voller Inhalt. Gleisberg spricht über das Evangelium des Lukas und Goethe, über Libuda und die Malerei und über den "Weinenden Mann". Eine Viertelstunde des gespannten Zuhörens. Das großformatige Gemälde "Weinender Mann" entstand 1987. An ihm erläutert der Laudator die "koloristische Meisterschaft, die das gesamte Schaffen dieses Schamanen der Palette kennzeichnet". Im Kontrast zu den anderen in der Galerie gezeigten Arbeiten macht der "Weinende Mann" aber auch deutlich, dass ein Malerleben Kontinuität und Wandlung ist.

 

Ein "Schamane der Palette" ist Libuda immer noch. Doch bei Weitem nicht mehr so expressiv wie in den wilden 80er-Jahren. In seiner Rede zitiert Gleisberg den Maler: "Ich beherrsche ja nicht allein die Malerei, die Malerei beherrscht mich ja auch, das ist wechselseitig." Was Walter Libuda auf die Leinwand bringt, mag ihn mitunter selbst überraschen. Aber nicht fremd sein. Seine Bilder sind keine Spiegel. Es sind neue Welten, die er entstehen lässt und denen er, nachdem sie entstanden sind, einen Namen geben muss. Und die Namen für die Bilder sind mitunter etwas seltsam: "Rübernüber", "Das versicherte Kaninchen", "Zweilos", "Knieblick" oder "Füße und Flaggen". So nennt sich auch die Ausstellung in Garbisdorf.

 

Mit seinen Ausstellungsnamen irritiert Libuda schon immer. Als er im Jahr 2000 den Gerhard-Altenbourg-Preis des Lindenau-Museums Altenburg erhielt, nannte er seine Retrospektive "Die Höhle füllt den Berg". Nach Carlfriedrich Claus war Walter Libuda der Zweite, der die begehrte Auszeichnung bekam, und er sei gewiss einer der würdigsten Preisträger, so Dieter Gleisberg in seiner Laudatio.

 

Zur Ausstellung in Garbisdorf ist ein Katalog erschienen. Er trägt die Nummer 10 der Göpfersdorfer Kunstblätter. Selbstaussagen von Walter Libuda sowie Texte von Günter Lichtenstein und Dieter Gleisberg beschreiben Leben und Werk eines Künstlers. Es gelingt den Autoren, das schier Unbeschreibbare, die Malerei, in Worte zu fassen. Die Auswahl Libudascher Bilder und Plastiken für den Abdruck im Katalog ist wohl getroffen. Ein kleines feines Büchlein ist entstanden, erschienen im E. Reinhold Verlag in Altenburg.

 

Dieter Gleisberg schließt seine Rede mit den Worten: "Sehen wir dem kommenden Alterswerk Walter Libudas mit gespannter Sympathie entgegen." Es gibt langen Applaus für den Künstler und seinen Laudator. Libuda bekommt Blumen, die Temperaturen sind noch hoch, dennoch gibt es die traditionellen Fettbemmen. Es wird der Geburtstag eines großen Malers gefeiert.

Klaus Peschel

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