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Ein bisschen wie früher: Monokel rocken Altenburg

Jazzklub Ein bisschen wie früher: Monokel rocken Altenburg

„Was geh’n Euch meine Lumpen an, da hängen Freud’ und Tränen dran.“ Diese Zeilen avancierten Ende der 1970er schnell zur Hymne einer unangepassten Jugend in der DDR. Ihr Markenzeichen waren lange Haare, Jeansklamotten und Parkerkutten. Abwertend wurden die Jugendlichen damals gern als Gammler bezeichnet. Bekanntermaßen trafen sie sich 1976 Hundertfach in Altenburg zur 1000-Jahrfeier.

Rockten Altenburg zum 40-Jährigen der 1000-Jahrfeier: Speiches Monokel.
 

Quelle: Jörg Reuter

Altenburg.  „Was geh’n Euch meine Lumpen an, da hängen Freud’ und Tränen dran.“ Diese Zeilen avancierten Ende der 1970er schnell zur Hymne einer unangepassten Jugend in der DDR. Ihr Markenzeichen waren lange Haare, Jeansklamotten und Parkerkutten. Abwertend wurden die Jugendlichen damals gern als Gammler bezeichnet.

Bekanntermaßen trafen sie sich 1976 Hundertfach in Altenburg zur 1000-Jahrfeier. Die Massen in der Stadt sowie das Woodstock-Feeling das sie mitbrachten und auslebten, sorgten für Entsetzen in Teilen der Bevölkerung und auf Seiten der Staatsmacht. Auf der anderen Seite hinterließ das Festival bei den Teilnehmern einen bleibenden Eindruck. Kein Wunder also, dass das 40. gefeiert wurde.

Dazu hatte der Jazzclub Altenburg am Wochenende zwei Tage Party organisiert. Am Freitagabend ging’s mit einer Lesung und Berichten von Beteiligenten zurück zu den Ereignissen im Jahr 1976 in Altenburg. „Wir hatten 160 zahlende Gäste. Für eine Lesung finde ich das stark“, zieht Jazz-Club-Chef Jörg Neumerkel zufrieden Bilanz. Und auch am Sonnabend hatte er nichts auszusetzen. Nach Veranstalterangaben kamen rund 300 Besucher, um sich auch musikalisch in die 70er zurückzuversetzen. Dazu war die Berliner Band Monokel eingeladen. „Es war der reine Zufall. Als wir letztes Jahr überlegten, was wir zu der Jubiläumsveranstaltung machen könnten, hat just der Manager von Monokel angerufen und gemeint die Band toure anlässlich 40 Jahre Monokel und 70 Jahre Speiche“, erzählt Neumerkel, wie sich alles fügte.

Vier Jahrzehnte Gammlertreffen, vier Jahrzehnte Monokel, dass passte gut zusammen und was bei einem Konzert noch wichtiger ist: Es rockte. Daran hatten Sebastian „Buzzdee“ Bauer und Peter Schmidt eine große Aktie, die diesmal die Gitarren bei Speiches Monokel spielten. Während der East-Blues-Experience-Chef Peter Schmidt seit etwa zwei Jahren Monokel unterstützt, gehört Buzzdee Bauer zwar neben Bassist Jörg „Speiche“ Schütze zu den Gründungsmitglieder der Band. Dennoch gehört er zu den eher seltenen „Gastmusikern“ bei Monokel.

Lange vor der Wende war er ausgestiegen, um in anderen Bands zu spielen. Seinen vielleicht größte Hit zu DDR-Zeiten war der „(Der Koch mit der) Heavy Mörtel Mischmaschine“, den er mit seiner damaligen Metal-Band MCB aufnahm. Nach der Wende startet „Buzzdee“ dann richtig mit dem Trio Knorkator durch. Seine Liebe zu den eher harten Gitarrenriffs harmonierte beim Monokel-Auftritt in Altenburg hervorragend mit dem Blues von Klampfer Peter Schmidt und Speiches Bassspiel. Gepaart mit Olaf Becker, der seit den 80er bei Monokel hinterm Schlagzeug sitzt und den Sängerurgesteinen Frank Gahler und Bernd Buchholz entfalteten Songs wie das „Lumpenlied“, „Spannersau“, „Schwarze Marie“ oder „Nie wie Vater“ und „Rettungsboot“ voll ihre rockende Überzeugungskraft, die auch die Altenburger mitriss.

Freilich, die Rebellen von einst sind in die Jahre gekommen. Und so brauchten die ehemaligen Blueser oder Gammler, von denen heute inzwischen einige liebevolle Großväter sind, ein paar Lieder um warm zu werden. Aber dann war es fast schon ein bisschen wie früher.

Von Jörg Reuter

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