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Altenburg Ein frisches Bier für die Meuselwitzer Mühle
Region Altenburg Ein frisches Bier für die Meuselwitzer Mühle
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16:15 13.05.2017
Eberhard Hainisch vor dem Objekt der Sanierung: Die zwei alten Francis-Turbinen der abgerissenen Meuselwitzer Mühle. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Eine Aktion die eher spontan begann, ist mittlerweile zu einer kleinen Lebensaufgabe geworden: Den alten Antrieb der Meuselwitzer Mühle im Von-Seckendorff-Park wieder gangbar machen.

Im vergangenen Frühjahr legten Udo Gluthmann und Eberhard Hainisch unter 1,50 Metern Schlamm zwei Francis-Turbinen frei, oder zumindest das, was von den beiden Antrieben noch übrig ist. „Die Mühle wurde damit angetrieben, das war einfach effektiver als ein Rad“, erklärt Gluthmann. Spontan nahmen sie am Deutschen Mühlentag teil, der traditionell an Pfingstmontag begangen wird. „Auch in diesem Jahr sind wir wieder mit dabei und hoffen natürlich auf Spendengelder.“ Vor allem aber, so betonen die beiden Meuselwitzer, gehe es ihnen darum, an die Geschichte der Mühle zu erinnern und diese wieder lebendig zu machen. Das baufällige Gebäude war 1988 abgerissen worden.

Wie nun aber die Idee umsetzen? Allein mit Willens- und Arbeitskraft geht es nicht. „Viele einheimische Firmen unterstützen uns bei einzelnen Arbeitsschritten. Das ist natürlich auch eine sehr große Hilfe“, so Hainisch.

So kamen die beiden Herren vom Heimatverein auf den Gedanken, ein Bier zu brauen und durch den Verkaufserlös ihr Projekt zu finanzieren. „80 Kästen haben wir geordert, die sind nun auch schon fast zu Ende“, sagt Hainisch. Zu kaufen gibt es das Meuselwitzer Mühlenpils im Gleisdreieck, der Gaststätte Glutmanns an der Bundesstraße 180 Richtung Zeitz ,oder im städtischen Raiffeisenmarkt. „Die Besucher des Mühlentages haben aber nichts zu befürchten. Auch an diesem Tag kann man das Mühlenpils kaufen“, so Gluthmann.

Das Bier wird natürlich nach deutschem Reinheitsgebot und nach historischem Vorbild gebraut. „Eine kleine sächsische Brauerei übernimmt das für uns“, erklärt Gluthmann.

Dass es ein Bier ist, welches die Finanzierung der Sanierung der Turbinen unterstützen soll, kommt nicht von ungefähr. Bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrunderts begann man im Rittergut Meuselwitz, zu dem die Mühle gehörte, mit dem Brauen von Bier und dem Keltern von Meuselwitzer Wein.

1677  kaufte Veit von Seckendorff den Rittersitz und erweiterte ihn. Unter seinen Nachfahren wurde der Schlosspark angelegt und die Braukunst bis 1944 weiter fortgesetzt. Um das Bier während der Lagerung frisch zu halten, wurden Eisblöcke aus dem Mühlenteich geschlagen zur Kühlung des Bieres im Keller der Schlossbrauerei verwendet.

Langfristig haben sich Gluthmann und Hainisch das Ziel gesetzt, nicht nur eine Turbine wieder flott zu machen, sondern auch die zweite noch vorhandene. „Die Turbine stammt aus dem Jahr 1949 von den Turbowerken Meißen“, erklärt Stadtrat Hainisch. „Wir haben leider keine technischen Pläne mehr. Wenn also jemand eine solche Turbine kennt, vielleicht bei den Turbowerken gearbeitet hat und uns weiterhelfen kann, darf er sich gerne melden.“ Auch dazu soll der Mühlentag am 5. Juni genutzt werden. „Wir wollen mit Leuten ins Gespräch kommen, auf unser Projekt und die Ideen aufmerksam machen und weitere Mitstreiter gewinnen“, erläutert Gluthmann.

Los geht der Mühlentag in Meuselwitz um 9 Uhr. Eine Hüpfburg und ein Karussell stehen für Kinder breit. Für die Erwachsenen gibt es Blasmusik und ab 16 Uhr Live-Musik von Don Simon. Außerdem Kaffee und Kuchen.

Von Tatjana Kulpa

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