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„Ein schöner Tag“ – für Publikum und Sänger

Gemischter Chor Altenburg „Ein schöner Tag“ – für Publikum und Sänger

Ein fast bis auf den letzten Platz besetzter Festsaal des Altenburger Residenzschlosses und ein gut aufgelegten Publikum. „Herz, was willst du mehr?“, dürften sich der Gemischte Chores Altenburg bei seinem traditionellen Sommerkonzert gefragt haben. Doch dass es tatsächlich zu einer bemerkenswerten Veranstaltung wurde, dazu hat natürlich zuallererst der Chor selbst beigetragen.

Eine beliebte und deshalb stets gut besuchte Veranstaltung – das Sommerkonzert des Gemischten Chores Altenburg im Festsaal des Schlosses.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Ein fast bis auf den letzten Platz besetzter Festsaal des Altenburger Residenzschlosses und ein gut aufgelegten Publikum. „Herz, was willst du mehr?“, dürften sich der Leiter sowie die Sängerinnen und Sänger des Gemischtes Chores Altenburg bei ihrem traditionellen Sommerkonzert am Sonnabend gefragt haben. Doch dass dieses Konzert tatsächlich zu einer bemerkenswerten Veranstaltung wurde, dazu hat natürlich zuallererst der Chor selbst beigetragen.

Denn unter dem Motto „Wach auf, meins Herzens Schöne“ hat Wolfgang Langner als Spiritus Rector einmal mehr ein Programm zusammengestellt, dass so ganz und gar nicht der Beliebigkeit anheim zu fallen drohte. Der 77-jährige Leiter sucht nämlich schon seit Jahrzehnten fleißig in Archiven und diversen Nachlässen nach Liedern, die nicht unbedingt zum gängigen Repertoire von Chören wie dem seinen gehören.

So waren diesmal unter anderem „Seid gegrüßt, Ihr lieben Freunde“ von Franz-Josef Otten oder „Frau Nachtigall“ von Nikolaus Rosthius zu hören. Letzterer, 1542 in Weimar geboren, war einige Jahre Hofkapellmeister in Altenburg und übernahm nach seiner Pensionierung die Pfarrstelle in Kosma, wo er 1622 auch verstarb. „Ich bin schon vor vielen Jahren bei meiner Recherche auf Rosthius gestoßen und habe seine Nachtigall aus der alten Handschrift übertragen“, erzählt Langner. Bei den legendären Kaminabenden im Bachsaal des Schlosses – eine Veranstaltung von Landestheater und Schloss in den Jahren 1979 bis 1989 – hatte er das Lied schon einmal vorgestellt und jetzt mit dem Gemischten Chor neu einstudiert.

Auch „Innsbruck, ich muss dich lassen“ von Heinrich Isaak (1445-1517), dem Hofkomponisten von Kaiser Maximilian I., gehört zu diesen wiederentdeckten Werken. „Immer wenn ich in Innsbruck war, dachte ich, dieses Lied musst du unbedingt mal bringen“, so Langner. Er hat dafür extra eine kleine zehnköpfige Gruppe von der rund 60-köpfigen Sängerschar „abgespalten“, um das Lied notengerecht zu präsentieren. Eine vom Publikum mit viel Beifall bedachte Auflockerung des Geschehens.

Dazu gehörte zum Schluss des ersten Teils auch der von Heinz Müller, einem ehemaligen Chorleiter, adaptierten irischen Folksong „Ein schöner Tag“. Dass er in der dritten Strophe einen sauberen dreistimmigen Frauenchor hinbekommen hat, machte Langner ziemlich stolz. Ein weiteres Highlight des Chores, der sich schon nach dem Beatles-Hit „Yesterday“ vor Nachfragen auf Wiederholung nicht retten konnte.

Nach der Pause stand dann unter dem Motto „Frohes Wandern“ eine Wanderliederfolge in der Bearbeitung von Helmut Wünderlich auf dem Programm, bei der das Publikum fleißig zum Mitsingen animiert wurde. Wer denn halbwegs textsicher war, tat dies auch.

So traditionell die Konzerte des Gemischten Chores, so traditionell ist die Zusammenarbeit mit Kapellmeister Thomas Wicklein, der die Sänger am Flügel begleitet, und Schauspielerin Karin Kundt-Petters, die moderiert und von ihr mit sicherem Gespür ausgesuchte Gedichte vorträgt. Diesmal war Wickleins „Für Elise“ von Beethoven eines der Bonbons, das die Gäste heftig applaudieren ließ. Gleiches geschah nach dem Schlussakkord mit „Dona nobis pacem“ (Gib uns Frieden) von Otto Groll. Ohne Zugabe – es erklang noch einmal „Ein schöner Tag“ – ging’s logischerweise nicht ab. „Ein wunderbares Publikum, ein prachtvolles Ambiente. Es hat einfach alles gestimmt“, zeigte sich Wolfgang Langner mehr als zufrieden.

Doch lange Ausruhen auf Lorbeeren gilt nicht für den Gemischten Chor. Bald beginnen schon die Vorbereitungen für die Weihnachtskonzerte am 9. Dezember im Rathaus und am 16. Dezember in der Agneskirche.

Von Ellen Paul

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